{"id":2789,"date":"2015-01-25T14:49:18","date_gmt":"2015-01-25T13:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2789"},"modified":"2017-10-22T12:10:11","modified_gmt":"2017-10-22T10:10:11","slug":"die-fracht-am-rhein-teil-6-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2789","title":{"rendered":"Die Fracht am Rhein (Teil 6)"},"content":{"rendered":"<p>Konrad ging nicht mit lautem Donnerknall wie Elmo, aber auch nicht so sanft flie\u00dfend wie Bert. Eines Morgens erfuhr ich, dass er im Krankenhaus gelandet sei. Ich hakte nach: Nein, er habe keinen Unfall gehabt, aber die Polizei habe ihn aus dem Verkehr gezogen. Mehr konnte oder wollte mir Peter nicht sagen, bat mich aber, die Krankmeldung bei Konrad selbst abzuholen, im Trierer Mutterhaus.<br \/>\nNach der Tour fuhr ich dorthin, fragte am Empfang und wurde in die psychiatrische Abteilung geschickt. Ich fand ihn schlafend in einem Dreierzimmer und er war ganz baff, dass ihn jemand besuchen kam. Ich war zwar wegen des Attests geschickt worden, nahm mir aber die Zeit, ihn in den kommenden Tagen noch einmal zwanglos zu besuchen und erkl\u00e4rte mich bereit, ihn am Tag seiner Entlassung zum Bahnhof zu bringen.<\/p>\n<p>Wir hatten also etwas Zeit f\u00fcr Dialog und er kam mit den Ereignissen r\u00fcber, die ihn in dieses Haus gebracht hatten: Er hatte scheinbar abends eine Auseinandersetzung mit seiner Frau gehabt und war am folgenden Morgen zur Arbeit gefahren. W\u00e4hrenddessen rief seine Frau bei der Polizei an und gab an, er habe sie bedroht. Ein Streifenwagen hatte ihn daraufhin auf der Tour abgefangen und ihn mit den Vorw\u00fcrfen konfrontiert; er d\u00fcrfe seine Familie (und damit sein Kind) nicht sehen, bis die Anschuldigungen gekl\u00e4rt seien. Konrad liebt sein Kind nat\u00fcrlich mehr als alles andere und in dieser Situation rutschte ihm wohl die Aussage raus, wenn er sein Kind nicht mehr sehen d\u00fcrfe, <em>&#8220;dann kann ich mich auch gleich umbringen!&#8221;<\/em> Die beiden Beamten nahmen das w\u00f6rtlich, nahmen den Fahrzeugschl\u00fcssel an sich und brachten Konrad auf direktem Weg ins Mutterhaus.<br \/>\nIch w\u00fcrde keine Sekunde lang glauben, dass Konrad jemand ist, der jemand anderem drohen w\u00fcrde und dies auch noch ernst meint. Aus den verschiedenen Informationsschnipseln der vergangenen Monate und dem ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch an jenem Tag w\u00fcrde ich eher schlussfolgern, dass seine Frau eine Person ist, die ihren Kontrollanspruch mittels des gemeinsamen Kindes als Geisel durchsetzen will: <em>&#8220;Du tust, was ich sage, oder ich sorge daf\u00fcr, dass Du Dein Kind nie wieder siehst!&#8221;<\/em> <\/p>\n<p>Ich habe schon einmal einen solchen Fall kennen gelernt, das ist allerdings eine Weile her. Ein netter Kerl zeugte &#8220;versehentlich&#8221; ein Kind mit einer Frau, die er noch nicht allzu lange kannte und sah sich zum Heiraten gen\u00f6tigt; sie stellte sich im Nachhinein als Hexe mit Kontrollwahn heraus, von der er sich gern wieder geschieden h\u00e4tte, tat es aber nicht, weil er f\u00fcrchtete, von seinem Kind getrennt zu werden.<br \/>\nDabei sei allen V\u00e4tern in dieser Situation gesagt, dass ihre Rechte in diesem Bereich ausgepr\u00e4gter sind, als der Laie glauben mag. Erst Ende 2012 wurden die Rechte geschiedener V\u00e4ter von einem Bundesgericht weiter gest\u00e4rkt.<br \/>\nNun ja, Konrad jedenfalls verlie\u00df das Krankenhaus nach zwei Wochen wieder, aber nachdem ich ihn am Bahnhof abgesetzt hatte, sah ich ihn nie wieder. Es bleibt nur zu hoffen, dass sein Leben heute besser ist, als in jenen Tagen. <\/p>\n<p>Dies bedeutete dann, dass von den Trierer Fahrern nur noch Felix, Puck und ich \u00fcbrig waren. Konrad wurde vorerst durch Joe ersetzt, einen st\u00e4mmigen und sicherlich keinesfalls h\u00fcbschen Syrer, gesch\u00e4tzt Mitte 40, der hervorragende Arbeit leistete, den Job aber hasste. Ich sch\u00e4tzte ihn als Kollegen und fand es positiv, jemanden wie ihn im Team zu haben. Er wechselte im Laufe des Jahres zu den Stadtwerken Trier, wo man ihn als Busfahrer einstellte, aber er kam \u00fcber die Probezeit nicht hinaus. \u00dcber die Gr\u00fcnde h\u00fcllte er sich in Schweigen.<\/p>\n<p>Einer passt hier dann sch\u00f6n in die L\u00fccke: Joes Cousin. Der wohnt in Trier und ist mit einer Frau verheiratet, die am Tage meiner m\u00fcndlichen Abschlusspr\u00fcfung in der Anglistik die Nebensitzerin gewesen sein k\u00f6nnte &#8211; Frau Dr. Gerbig hatte sie mir nat\u00fcrlich kurz vorgestellt, aber leider war ich an dem Tag zu nerv\u00f6s, um mir ihren Namen zu merken. Ich habe sie allerdings angenehm in Erinnerung, da ihre Ausstrahlung entspannend auf die Situation wirkte. Mit dem Cousin jedenfalls fuhr ich durch die Eifel, w\u00f6rtlich von fr\u00fch bis sp\u00e4t, und er war nicht davon angetan, was er erlebte, zumindest bez\u00fcglich der Arbeitszeit. Nat\u00fcrlich sagte er ab &#8211; was ich ihm nicht verdenken kann und ich riet ihm auch von dem Job ab. Auch er hatte studiert und suchte \u00fcbergangsweise etwas, aber meine Erfahrung sagte mir damals wie heute, dass man aus diesem Job nur schwer wieder herauskommt &#8211; man hat f\u00fcr die Jobsuche schlicht kaum Zeit. Das gefl\u00fcgelte Wort <em>&#8220;Einmal Fahrer, immer Fahrer!&#8221;<\/em> hatte sich bereits zu h\u00e4ufig als wahr herausgestellt.<br \/>\nEin paar Wochen sp\u00e4ter stand er erneut auf der Matte. Seine Arbeitssuche war bislang erfolglos, er hatte ein Kind zuhaus und seine Frau verdiente als Doktorandin nicht viel. Vielleicht war Paketfahrer doch besser als nichts? Aber auch an seinem zweiten Probetag fiel sein Urteil negativ aus: Alles, nur das nicht. <\/p>\n<p>Wenn ich Joe in der Folgezeit sah, fragte ich ihn immer, wie es dem Cousin denn gehe, und wie es scheint, war er zumindest zeitweise bei Japan Tobacco in Trier untergekommen, wo man im Vergleich zu anderen Lagerjobs eine Menge verdiente und wo Rauchen am Arbeitsplatz nicht nur erlaubt, sondern erw\u00fcnscht ist. Der Cousin rauchte also eine Menge \u00fcber den Tag und bekam die daf\u00fcr notwendigen Zigaretten auch noch vom Konzern geschenkt. Ich habe JTI ebenfalls beliefert und ich h\u00e4tte schon wegen des Geruchs, der von dem Werk ausging, kotzen k\u00f6nnen, und der Geruch begleitete mich den ganzen Tag, wenn ich Tabakproben im Zentnersack auszuliefern hatte. Ich habe nicht umsonst vor ein paar Jahren zu meinem Jobvermittler gesagt, dass er mir mit JTI nicht zu kommen brauche. Aber der Cousin war selbst Raucher und fand an dem Tabakgeruch nichts schlimmes. Nun war ein Lagerjob f\u00fcr einen Akademiker nat\u00fcrlich auch nicht das Wahre, aber, wie gesagt: Bei JTI verdient man wohl nicht schlecht.<\/p>\n<p>Der Cousin klagte auch, dass er zwar schon so lange in Deutschland lebe, aber trotzdem noch keine deutschen Freunde habe. Da ich ihn als intelligenten Gespr\u00e4chspartner sympathisch fand, bot ich ihm an, in Kontakt zu bleiben, wof\u00fcr er sich zwar bedankte, aber ich habe nichts mehr von ihm geh\u00f6rt, abgesehen von einem zuf\u00e4lligen Treffen an einer Tankstelle. Sein Mangel an deutschen Freunden geht also nicht allein von den Deutschen aus. Aber ich habe seine Telefonnummer, vielleicht sollte ich sie nutzen&#8230; und sei es nur, um herauszufinden, ob ich seine Frau tats\u00e4chlich an jenem Tag bereits getroffen habe. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend Joe in Trier Busse lenkte, fuhr auch ich eine Weile Saarburg, und ich dachte noch, die Tour sei ja eigentlich okay, ich war gegen 17 Uhr zuhause &#8211; bis man mir nach zwei Tagen auch Konz zuteilte, das ja eigentlich zur Tour geh\u00f6rte und das Peter nur deshalb ausgelassen hatte, um mir Zeit zu geben, mich an den Rest der Tour zu gew\u00f6hnen. Konz fra\u00df etwa 60 bis 90 Minuten Zeit. Es war also auch weiterhin nicht daran zu denken, zu einer angenehmen (oder auch nur einer annehmbaren) Zeit zuhause zu sein.<br \/>\n12-Uhr-Expresse in Freudenburg &#8211; das ist nicht weit n\u00f6rdlich der Saarschleife: ein Albtraum. Eigentlich nicht mehr zu schaffen. Das hat dem M\u00f6belhaus dort nicht gefallen, da bestellte Sp\u00fclen eigentlich am Nachmittag beim Kunden verbaut werden sollten. Ich beschrieb also die Lage, die der Wechsel nach Koblenz mit sich gebracht hatte und bat um Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Kein Verst\u00e4ndnis hatte eine Werkstatt im gleichen Ort, da lieferte ich f\u00fcr 12 Uhr bestellte Felgen erst gegen drei Uhr, der Kundentermin war nat\u00fcrlich geplatzt, der Eigent\u00fcmer stinksauer. Ich entschuldigte mich f\u00fcr die Versp\u00e4tung und sagte, wahrheitsgem\u00e4\u00df, dass auch das Krankenhaus in Saarburg eine Medikamentenlieferung bis 12 Uhr bestellt habe, dass ich aber aus Zeitgr\u00fcnden nicht an so vielen Kunden vorbeifahren k\u00f6nne, um alle Expresse zu schaffen, da ich anschlie\u00dfend wieder zur\u00fcckfahren m\u00fcsse, um die geplante Tourroute wieder aufzunehmen, was viel Zeit koste und ich k\u00f6nne ja nicht bis abends um sieben oder acht Uhr ausliefern, wollte ich nicht wegen \u00dcberm\u00fcdung zur Verkehrsgefahr werden. Ich wollte ja nur, dass er verstand, dass es mir wichtiger erschien, Medikamente p\u00fcnktlich ans Ziel zu bringen, als Felgen. Von der p\u00fcnktlichen Lieferung eines Medikaments kann der Erfolg einer ganzen Therapie abh\u00e4ngen. Er glaubte mir allerdings kein Wort und meinte, dass wichtige Medikamente wohl kaum vom Paketdienst geliefert w\u00fcrden. <em>&#8220;Ach?&#8221;<\/em>, fragte ich zur\u00fcck, <em>&#8220;Wer bringt die denn sonst? Die Bundeswehr etwa? Aber wenn Sie das sagen, dann wird es wohl stimmen.&#8221;<\/em><br \/>\nDas Gespr\u00e4ch endete an dieser Stelle, und ich glaube, das war auch besser so. Was will der mir \u00fcber meinen Job erz\u00e4hlen? Ich erz\u00e4hle ihm ja auch keine Geschichten von der Drosselklappe, denn wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Fresse halten!<\/p>\n<p>Andere auff\u00e4llige Punkte der Tour bestanden darin, dass ich eine junge Frau \u00d6zdemir damit \u00fcberraschte, dass ich ihren Namen schreiben konnte (weil ich hin und wieder Zeitung lese) und dass ich einen Turnbeutel an der Bushaltestelle fand, den ich prompt in der entsprechenden Schule abgeben und moderne Technik in Anwendung sehen konnte: Da h\u00e4ngen in den G\u00e4ngen Monitore, auf denen man ablesen kann, welcher Unterricht wann in welchen Raum stattfindet.<br \/>\nGanz \u00fcbel fand ich Pakete mit B\u00fcromaterial f\u00fcr ein bestimmtes Bergwerk an der Saar &#8211; denn daf\u00fcr musste man quasi bis zur saarl\u00e4ndischen Grenze fahren und dann den selben Weg wieder zur\u00fcck, bis zur Br\u00fccke bei Taben-Rodt, um Richtung Freudenburg weiterfahren zu k\u00f6nnen. Ein irrer Zeitm\u00f6rder. Der Ferienpark Warsberg, westlich oberhalb von Saarburg, war harmlos dagegen. <\/p>\n<p>Au\u00dferdem hatte ich zur Erleichterung meiner Arbeit ein Rollbrett im Baumarkt gekauft, das mir gute Dienste leistete &#8211; bis ich es (vermutlich) in Saarburg bei einem Kunden stehen lie\u00df, m\u00f6glicherweise im Krankenhaus. Es wurde jedenfalls nicht mehr gefunden. Ich kaufte ein neues, aber ein kleineres, weil die gro\u00dfen ohne Angebotspreis dann doch etwas teuer waren, aber das war wegen der geringeren Fl\u00e4che nicht ganz so praktisch. Au\u00dferdem wurde es mir nach wenigen Monaten im Depot gestohlen &#8211; ich hatte es einem Kollegen geliehen, damit der seine Pakete ins VL schieben konnte, er verga\u00df es dort und bis ich davon erfuhr, war es auch schon spurlos verschwunden. Der Rocker hatte nichts bemerkt, denn schlie\u00dflich kommen und gehen immer wieder Leute mit solchen Dingern. <\/p>\n<p>Es war dann an einem Morgen im Fr\u00fchjahr (immer noch 2013), als wir um kurz nach Acht merkten, dass nichts mehr ging. Einer nach dem anderen sendete per Scanner seine Anfrage auf \u00dcberpr\u00fcfung der Vollst\u00e4ndigkeit der gescannten Packst\u00fccke, aber es kam nichts zur\u00fcck. Der einzige, der davon verschont blieb, war Stransky &#8211; der war wie \u00fcblich bereits um kurz vor Acht rausgefahren und ging seinem Tagewerk wie \u00fcblich nach.<br \/>\nEs stand bald fest, dass das Transoflex Servernetzwerk ausgefallen war, und zwar in der gesamten Republik. Die IT-Abteilung in Weinheim arbeitete nach eigenem Bekunden mit Hochdruck an der L\u00f6sung des Problems, aber um 10:30 Uhr sa\u00dfen immer noch alle Fahrer im Depot herum und mussten unt\u00e4tig warten.<br \/>\nPeter befand sich zu dem Zeitpunkt im Urlaub an der t\u00fcrkischen Riviera, und weil ja nichts zu tun war, rief Rama ihn in einem Anflug von Galgenhumor an:<br \/>\n<em>&#8220;Du, wir haben&#8217;s hier halb Elf und wir sind noch nicht rausgefahren.&#8221;<\/em><br \/>\n&#8220;Haha, das ist mir grad v\u00f6llig egal. Ich hab Urlaub.&#8221;<\/p>\n<p>Im Laufe der darauf folgenden halben Stunde bahnte sich eine Notl\u00f6sung an. Nach Anweisung und Anleitung von R. wurden die Scanner im Notbetrieb hochgefahren und s\u00e4mtliche Scannungen w\u00fcrden in deren Speicher abgelegt, und eben nicht sofort an das Netzwerk weitergeleitet. W\u00e4hrend des Arbeitstages musste besonders darauf geachtet werden, dass Abholungen und nicht ausgelieferte Pakete als solche kenntlich gemacht wurden, denn bei einem solch sp\u00e4ten Arbeitsstart musste es notwendigerweise dazu kommen, dass man den einen oder anderen Kunden nicht mehr vor dem Ende der Warenannahmezeiten oder des Feierabends erreichte. Und es wurde ein langer Tag. <\/p>\n<p>Am anderen Morgen wurden dann alle Fahrzeuge im Uhrzeigersinn um das Geb\u00e4ude geleitet, damit der Rocker am S\u00fcdtor Termine und Abholer in Empfang nehmen konnte. Ob der Aufwand technisch notwendig war, wei\u00df ich nicht, aber es kostete auch wieder Zeit. Immerhin arbeitete das System zu dem Zeitpunkt wieder normal.<\/p>\n<p>Alles andere als normal ist nat\u00fcrlich jedes Jahr die Fastnachtszeit. Sie sorgt immer wieder f\u00fcr Umleitungen und Wartezeiten, weil man immer irgendwo in einen Umzug hineinger\u00e4t. Auch in jenem Jahr kam ich in Neuerburg bis zum Krankenhaus und machte dann gezwungenerma\u00dfen einen kilometerweiten Bogen um die Stadt herum, um am anderen Ende wenigstens das Altenheim und den Stihlh\u00e4ndler beliefern zu k\u00f6nnen. Die Apotheken und der Fris\u00f6r mittendrin hatten da halt verloren.<br \/>\nAber das war ja schon wie gehabt, 2012 war es nicht anders gewesen. Vielmehr hatte ich mich im Vorfeld mit den Kollegen Stransky und Tom abgesprochen, uns zum Rosenmontag zu verkleiden: Stransky hatte noch eine UPS-Uniform im Schrank, Tom besa\u00df noch GLS-Klamotten und ich hatte eine TNT-Jacke.<br \/>\nAm Tag der Wahrheit war ich dann allerdings der Einzige, der sich traute, den Plan durchzuziehen: Ich kam im Depot an und meine beiden Komplizen trugen das \u00fcbliche Zeug von ToF. Na gut. Es dauerte dann aber auch nicht lange, bis der R. auftauchte, und mich aufforderte, bitte die ToF-Jacke anzuziehen und erkl\u00e4rte mir, dass die Regularien verlangten, dass die Mitarbeiter im Depot die korrekte Arbeitskleidung tr\u00fcgen &#8211; was wir au\u00dferhalb des Depots anh\u00e4tten, sei dagegen egal. Das verstand ich nicht; schlie\u00dflich w\u00fcrde diese &#8220;Verkleidung&#8221; ja dazu f\u00fchren, dass ich beim Kunden quasi Werbung f\u00fcr ein Konkurrenzunternehmen machte. Der R. verstand es auch nicht und erlaubte den Fastnachtsscherz &#8211; nachdem er sich vergewissert hatte, dass ich w\u00e4hrend des Beladens noch die &#8220;richtige&#8221; Bekleidung trug.<\/p>\n<p>Eine interessante Begebenheit im Zusammenhang mit den &#8220;tollen&#8221; Tagen kann ich noch berichten: Ich fuhr auf der Landstra\u00dfe auf einen H\u00fcgel zu, als sich dort der Umriss eines Stuhls abzeichnete. Ich dachte einen Moment lang, ich h\u00e4tte was an den Augen, da die wahrgenommene Gr\u00f6\u00dfe des Stuhls in keinem Verh\u00e4ltnis zur gesch\u00e4tzten Entfernung zur H\u00fcgelkuppe stand. Als sich dann wenige Sekunden sp\u00e4ter vor dem Stuhl die Silhouette eines Traktors zeigte, wurde mir die Ursache f\u00fcr die Sinnest\u00e4uschung bewusst: Es handelte sich um einen Umzugswagen, in Form eines riesigen Stuhls, der hier von einem Umzug zum n\u00e4chsten geschleppt wurde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konrad ging nicht mit lautem Donnerknall wie Elmo, aber auch nicht so sanft flie\u00dfend wie Bert. Eines Morgens erfuhr ich, dass er im Krankenhaus gelandet sei. Ich hakte nach: Nein, er habe keinen Unfall gehabt, aber die Polizei habe ihn aus dem Verkehr gezogen. 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