{"id":2554,"date":"2013-07-28T15:15:13","date_gmt":"2013-07-28T13:15:13","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2554"},"modified":"2013-07-28T16:15:51","modified_gmt":"2013-07-28T14:15:51","slug":"nebensachlichkeiten-2012-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2554","title":{"rendered":"Nebens\u00e4chlichkeiten 2012 (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p><strong>LINGOARMAGEDDON<\/strong><br \/>\nDas ist nat\u00fcrlich nicht der Titel des interessanten Beitrags des Deutschlandfunks im Umfeld der Ver\u00f6ffentlichung des Worts oder Unworts des Jahres durch die Gesellschaft f\u00fcr Deutsche Sprache, der allerlei Anrufern die Gelegenheit gab, sich \u00fcber den, so w\u00f6rtlich, &#8220;Verfall der deutschen Sprache&#8221; auszulassen.<br \/>\nAlle diese Diskussionen verlaufen gleich. Man beschwert sich \u00fcber Anglizismen und andere, wenn auch seltenere ausl\u00e4ndische Einfl\u00fcsse, \u00fcber Jungendslang und \u00fcber die allgemeine Aufweichung von Grammatik und Satzzeichensetzung. Die Kritik ist nicht v\u00f6llig aus der Luft gegriffen, ganz klar. Wie viele Leute mit akademischer Bildung haben Kommata im Griff? Den Konjunktiv der indirekten Rede? Wie viele von denen kommen mit Genitiv und Dativ klar?<br \/>\nEine Universit\u00e4t in Ostdeutschland hat sich gutes Deutsch auf die Fahnen geschrieben und verordnet ihren Jurastudenten Deutschkurse &#8211; man kann \u00fcber viele Gebiete diskutieren, aber ich denke, dass die Sprache juristischer Darlegungen pr\u00e4zise sein muss, gerade mit Blick auf die indirekte Rede, von daher halte ich das f\u00fcr eine sehr gute Idee.<br \/>\nWenn Uniabsolventen da M\u00e4ngel haben, bedeutende sogar, und da nehmen sich weder Geisteswissenschaftler noch der Deutschlandfunk selbst aus, welche Standards kann man in der allgemeinen Bev\u00f6lkerung erwarten? Nach dem, was ich so an schriftlichen Beitr\u00e4gen im Internet lese&#8230; gar keine. Sprache ist, was funktioniert? Zumindest ist das auch die Ansicht einiger Linguisten, die ich selbst als radikal bezeichnen m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Ich habe mir im Laufe der Sendung mehrfach den Kopf aufs Lenkrad schlagen wollen, weil die Argumentation so manchen Anrufers den einfachen Schluss zul\u00e4sst, dass sie oder er von Sprache an sich \u00fcberhaubt keine Ahnung hat, von der Entstehung und der phonetischen und lexikalischen Evolution derselben. Scheinbar h\u00f6rt das Denken vieler Zeitgenossen in einer romantisierten Vergangenheit auf, was sie zu der Meinung bringt, die deutsche Sprache (oder welche auch immer) sei wie Boticellis Venus aus ihrer Muschel quasi aus dem Nichts sofort in einen unmittelbaren Zustand der Perfektion hinein entstanden. An sowas kann man doch nur glauben, wenn man der Bibel die Geschichte vom Turmbau zu Babel 1:1 abkauft. Dass bei gew\u00e4hlter Ausdrucksweise kein Weg um lateinische und griechische Einfl\u00fcsse herum f\u00fchrt, die ja wohl auch irgendwann das &#8220;reine Deutsch&#8221; verf\u00e4lscht haben, kommt solchen Leuten scheinbar nicht in den Sinn, und sp\u00e4testens der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg mit seiner Massenzuwanderung von S\u00f6ldnervolk hat nicht nur der arischen, sondern auch der linguistischen Eigenstellung des Deutschen einen deutlichen D\u00e4mpfer versetzt. Mich w\u00fcrde wirklich interessieren, in welchem Zeitraum jene Anrufer eine Goldene Zeit der deutschen Sprache ansetzen, und ihre Gro\u00dfv\u00e4ter w\u00fcrde ich gern mal fragen, was sie vor \u00fcber 50 Jahren von den sprachlichen Eigenheiten ihrer damals jugendlichen Enkel hielten, die die heutigen Gro\u00dfv\u00e4ter sind.<br \/>\nSprache befindet sich st\u00e4ndig im Wandel, und das haben sp\u00e4testens die Br\u00fcder Grimm in ihrer hauptberuflichen T\u00e4tigkeit als Germanisten belegt, deren nach ihnen benannte Sammlung von Hausm\u00e4rchen jenen Romantikern vielleicht und unter anderem als Vorlage f\u00fcr unverf\u00e4lschtes Deutsch dient. Fremdsprachen haben sich in Grenzn\u00e4he und entlang wichtiger Handelsrouten immer untereinander vermischt und in einem Zeitalter globalisierter Kommunikationsmittel und Massenmedien wird sich diese Vermischung dauerhaft auf einer viel breiteren Basis abspielen; sprachwissenschaftliche Sch\u00e4tzungen sind dahingehend, dass jede Woche eine eigenst\u00e4ndige Sprache auf diesem Planeten ausstirbt: Die Geschichte vom Turmbau zu Babel liest sich in der Tat r\u00fcckw\u00e4rts realistischer.<\/p>\n<p><strong>PARTEINAHME<\/strong><br \/>\nKommen wir zu einem anderen sprachlichen Punkt, der mir in den Nachrichten immer wieder auff\u00e4llt, und zwar Parteinahme gegen Personen mit schlechtem Image, wo doch eigentlich Objektivit\u00e4t angebracht w\u00e4re. Zumindest dachte ich einmal, dass Objektivit\u00e4t ein Qualit\u00e4tsmerkmal guter Informierung sei.<br \/>\nEs geht mir konkret um das Wort &#8220;Machthaber&#8221;. Sp\u00e4testens seit dem Arabischen Fr\u00fchling, seit der Krise in Tunesien und in Libyen, die zum Sturz der dortigen Regierungen f\u00fchrte, findet dieser eindeutig negativ konnotierte Begriff einen geradezu inflation\u00e4ren Gebrauch, zumindest w\u00e4re mir die Verwendung des Worts &#8220;Machthaber&#8221; in dieser Konzentration noch nie aufgefallen.<\/p>\n<p>Personen, die einst &#8220;Pr\u00e4sidenten&#8221;, &#8220;Premierminister&#8221;, oder wei\u00df der Teufel was waren, werden pl\u00f6tzlich zu &#8220;Machthabern&#8221;, und es stellt sich wie immer die Frage, ob jemand die Volksmeinung auf diese Weise lenkt, oder ob das \u00f6ffentliche Image der betroffenen Personen die Medien dazu verleitet, ihre Objektivit\u00e4t aufzugeben. Nun gut, in dem Fall ist die Frage einfach: Woher, wenn nicht aus den Medien, erf\u00e4hrt das Volk denn von zumindest angeblichen Greueltaten der Herrschenden? Und die Eindeutigkeit der Lenkung der Volksmeinung als Absicht bei der Verwendung des Begriffs k\u00f6nnte klarer nicht sein &#8211; oder ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, Frau Merkel als &#8220;die deutsche Machthaberin&#8221; zu bezeichnen, die sie doch eindeutig ist?<br \/>\nWie es scheint, gibt es derzeit nur zwei &#8220;Machthaber&#8221; auf der Welt: Kim Jong-Un und Bashar al-Assad. In absehbarer Zeit wird Herr Putin wohl nicht vom &#8220;Pr\u00e4sidenten&#8221; zum &#8220;Machthaber&#8221; mutieren &#8211; das wird sich keiner trauen, Magnizkij und Nawalny hin oder her. <\/p>\n<p><strong>KLEINE WELT<\/strong><br \/>\nEs begab sich zum Geburtstag einer Freundin in Saarbr\u00fccken, dass eine gemeinsame Bekannte, die wir vom Studium her kannten, sich dort ebenfalls einfinden w\u00fcrde, mit dem informativen Zusatz, sie werde mit ihrem Freund kommen. So weit, so nichtssagend.<br \/>\nIch war dann mit meiner Liebsten fr\u00fcher dort, irgendwann klingelte es an der T\u00fcr und die beiden angek\u00fcndigten G\u00e4ste kamen die Treppe hoch. Der besagte Freund schob sich in mein Sichtfeld und stellte sich den Leuten weiter vorne vor, und noch bevor er seinen Vornamen genannt hatte, war mein Unterkiefer bereits auf dem Weg Richtung Boden.<br \/>\nDer Typ aus Stuttgart hatte mit mir zusammen Grundausbildung in Cham gemacht, war dort der einzige gewesen, der bereits ein schmuckes Namensschild (vom Vater geerbt) hatte, w\u00e4hrend wir \u00fcbrigen einen vorl\u00e4ufigen, handbeschriebenen Filzstreifen bekamen. Die Ausbildung &#8220;Retten und Bergen&#8221; hab ich auch zum Teil mit ihm gemacht, und es ist gar nicht leicht, einen Kerl von knapp \u00fcber 100 kg durch ein enges Stellungssystem und anschlie\u00dfend daraus heraus zu zerren. Immerhin habe ich ihn nicht aus der Oberluke des Zweieinhalbtonners hieven m\u00fcssen (f\u00fcr sowas suchen sich die Ausbilder immer einen der schwersten Leute aus).<br \/>\nAuf den zweiten Blick hat er mich dann erkannt (w\u00e4hrend er nach meiner Wahrnehmung noch genauso aussieht, wie damals) und seine Freundin war auch nicht wenig gepl\u00e4ttet. Sie hatte ein Praktikum bei BOSCH absolviert und war nach dem Studium f\u00fcr den Konzern nach Japan gegangen, wo sie denn meinen alten Kameraden kennen lernte, der f\u00fcr den selben Betrieb arbeitete. <em>&#8220;Da hab ich erst nach Japan gehen m\u00fcssen, um einen Deutschen zu treffen, mit dem man was anfangen kann.&#8221;<\/em> Dass jener Kamerad in Japan gelandet war, war scheinbar mehr dem Zufall geschuldet. Aber wieder einmal erwies sich die Welt als klein.  <\/p>\n<p><strong>VERSCHWENDETES GELD<\/strong><br \/>\n2012 war ich offiziell der Besitzer meines Elternhauses, und laut \u00dcberlassungsvertrag mit Nie\u00dfnutzklausel war der Vorbesitzer, mein Gro\u00dfvater, dazu verpflichtet, die laufenden Kosten zu tragen &#8211; schlie\u00dflich hatte ich es nicht dicke und ich wohnte auch nicht drinnen. Bedingt durch die fahrl\u00e4ssige Verarmung des Vorbesitzers kamen allerdings laufende Kosten auf mich zu, zumindest die Grundsteuern musste ich entrichten. Eine bittere Pille, sp\u00e4testens zu dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass ich das Haus eh w\u00fcrde verkaufen m\u00fcssen und keine Investition mir mehr irgendeinen Gewinn bringen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Noch etwas Geld verschwendete ich im Zuge einer Zahlungsaufforderung der Bundeskasse in Halle, die mich an meine Baf\u00f6G-R\u00fcckzahlungspflichten erinnerte. Leider hatte ich vergessen, der Bundeskasse auch mitzuteilen, dass ich zwischendurch umgezogen war. F\u00fcr die Ermittlung meiner neuen Adresse (zu dem Zeitpunkt noch in Trier) wurde mir eine Bearbeitungsgeb\u00fchr in H\u00f6he von 25 E berechnet, aber um die R\u00fcckzahlung an sich in Gang zu setzen, war mein Einkommen zu niedrig. Die Sache wurde also ein Jahr lang ausgesetzt, und diesmal verga\u00df ich weder die Anzeige meiner Adress\u00e4nderung noch den sanften Anstieg meines Einkommens.<\/p>\n<p><strong>NEBEN-BERUFLICHES<\/strong><br \/>\nIch gehe hier auf ein paar Ereignisse ein, die indirekt mit meiner Arbeit zusammenh\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Ich war an einem Tag mal wieder bei einem meiner Tier\u00e4rzte, und bei der \u00dcbergabe der Fracht riss einer der Kartons unten aus und der Inhalt lag auf der Ladefl\u00e4che.<br \/>\n<em>&#8220;Kein Problem,&#8221;<\/em> sagte der Tierarzt, <em>&#8220;das geht nicht kaputt.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Was ist das denn f\u00fcr schweres Zeug?&#8221;<\/em><br \/>\nEr zeigte mir ein zylinderf\u00f6rmiges schwarzes Etwas von der L\u00e4nge eines Zeigefingers.<br \/>\n<em>&#8220;Das sind Magnete.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Wozu braucht man die als Tierarzt?&#8221;<\/em><br \/>\nEr nahm daraufhin ein l\u00e4ngliches Arbeitsger\u00e4t von mehr als einem halben Meter L\u00e4nge aus dem Regal; es machte einen stabilen Eindruck, aus hell oliv-farbenem Plastik, ich h\u00e4tte es f\u00fcr eine Art Sonde gehalten.<br \/>\n<em>&#8220;Hier vorne&#8221;<\/em>, er ber\u00fchrte mit dem Zeigefinger eine Fassung an der Spitze, <em>&#8220;klemmt man den Magneten rein, dann schiebt man es der Kuh in den Hals und fischt damit metallische Gegenst\u00e4nde wie N\u00e4gel aus dem Magen.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Wie kommen die N\u00e4gel in den Kuhmagen?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Och, die sind oft im Tierfutter mit drin&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\nMir fiel spontan die H\u00e4ufigkeit von Zigarettenkippen im Vogelwinterfutter ein und mein Vertrauen in die deutsche Viehzucht sank ein weiteres St\u00fcck. <\/p>\n<p>Interessant fand ich auch, dass ein Kuheuter nicht einfach nur ein Hautsack mit Milch drin ist, die sind tats\u00e4chlich in vier Kammern unterteilt. Ich wusste das nicht und war wieder f\u00fcr eine Erweiterung meines Allgemeinwissens dankbar.<br \/>\nAuch interessant: Ich hatte vor langer Zeit mal geh\u00f6rt, dass verschiedene Arten von S\u00e4ugetieren mitunter unterschiedliche K\u00f6rpertemperaturen haben und fragte Dr. P in Waxweiler.<br \/>\n<em>&#8220;Ja, das stimmt,&#8221;<\/em> sagte der, <em>&#8220;ein Schwein kann 41\u00b0 Fieber haben und \u00fcberleben!&#8221;<\/em><br \/>\nEinzelheiten konnte er mir leider keine nennen, denn ich hatte in der Schule mal was gelernt \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit von Fiebern, die daher kommt, dass das K\u00f6rpereiwei\u00df irgendwann zu warm wird und ausf\u00e4llt, was den Stoffwechsel unm\u00f6glich macht, exitus. Warum h\u00e4lt Schweineeiwei\u00df mehr aus als Menscheneiwei\u00df? Ich habe gedacht, Eiwei\u00df sei Eiwei\u00df, was die chemischen Eigenschaften betrifft?<\/p>\n<p>An einem anderen angenehmen Tag hatte ich eine weitere Begegnung mit dem <a href=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2067\" title=\"interner Link\"><strong>Apotheker in Daleiden<\/strong><\/a>, den ich in bester Laune erleben durfte. Ich hatte Zeit und lie\u00df mich auf einen Plausch ein, den ich bald bereute. Er sprach an, dass der Job als Lieferfahrer doch hart sei, und ich sei doch sicherlich noch nicht zu alt, was aus mir zu machen &#8211; ich k\u00f6nne doch das Abitur nachholen?<br \/>\nTouch\u00e9.<br \/>\n<em>&#8220;Nein,&#8221;<\/em> sagte ich, <em>&#8220;brauch ich nicht, ich hab einen Hochschulabschluss in Geisteswissenschaften.&#8221;<\/em><br \/>\nErstaunen, R\u00fcckfragen, Floskeln.<br \/>\n<em>&#8220;Dann haben Sie Ihre Lebensplanung bestimmt nach Bauchgef\u00fchl gestaltet, das ist immer ein Fehler.&#8221;<\/em><br \/>\nTouch\u00e9.<br \/>\n<em>&#8220;Ich musste aber auch was aussuchen, wof\u00fcr ich genug Interesse und Motivation aufbringen w\u00fcrde, um die Sache auch zu Ende zu bringen.&#8221;<\/em><br \/>\nEs folgte eine kurze Darstellung seines eigenen Lebenslaufs &#8211; er hatte wohl in Chemie promoviert und dann festgestellt, dass die sich anbietenden Arbeitsstellen nicht zu seinem Gefallen waren, und hatte ein Studium der Pharmazie inklusive erneuter Promotion angeschlossen.<br \/>\n<em>&#8220;Wenn man bereits Chemie studiert hat, dann ist Pharmazie keine Herausforderung mehr&#8221;<\/em> sagte er. Mitten im Studium habe seine Frau dann eine Tochter zur Welt gebracht und das sei schon eine harte Zeit gewesen, in der sie an allen Ecken und Enden h\u00e4tten sparen m\u00fcssen. Mit der Apotheke hier habe er eine gute wirtschaftliche Grundlage, von der man bequem leben k\u00f6nne. Dann ging er zum Werdegang seiner Tochter \u00fcber, die in den USA promoviert habe und dort einen Haufen Geld bei einem Pharmakonzern verdiene; er lie\u00df sich auch nicht nehmen, Fotos am Monitor zu zeigen.<br \/>\nDann wurde die Angelegenheit skurril.<br \/>\n<em>&#8220;Gehen Sie doch in die USA. Das ist vermutlich das einzige Land auf der Welt, wo sie als reiner Geisteswissenschaftler tats\u00e4chlich Ihr Gl\u00fcck machen k\u00f6nnen. Suchen Sie sich ne h\u00fcbsche Amerikanerin, werden Sie Staatsb\u00fcrger und machen Sie was aus sich.&#8221;<\/em><br \/>\nIch h\u00e4tte ihm an der Stelle sagen k\u00f6nnen, dass die USA eines der letzten L\u00e4nder der Welt seien, in denen ich leben m\u00f6chte und h\u00e4tte das mit der tief verwurzelten Religi\u00f6sit\u00e4t und dem grotesk \u00f6ffentlichen Patriotismus der Leute dort begr\u00fcnden m\u00fcssen; das war mir allerdings zu umst\u00e4ndlich, also sagte ich nur (mit dem h\u00f6flichsten L\u00e4cheln): <em>&#8220;Ich habe bereits eine Freundin hier, ich glaube, die h\u00e4tte was dagegen, wenn ich mir eine h\u00fcbsche Amerikanerin suchen w\u00fcrde&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ach, von solchen Sentimentalit\u00e4ten d\u00fcrfen Sie sich nicht aufhalten lassen. Vergessen Sie die, die ist Ihnen nur ein Klotz am Bein. H\u00f6ren Sie auf mich.&#8221;<\/em><br \/>\nIch war einen Moment lang wie vom Donner ger\u00fchrt. Dann lag mir die Frage auf der Zunge, ob er das damals, als armer Student, ebenfalls getan h\u00e4tte, also seine Frau und sein Kind verlassen, h\u00e4tte sich ihm die M\u00f6glichkeit einer m\u00f6glicherweise lukrativen Emigration geboten? Ich sparte mir die Frage und dankte ihm h\u00f6flich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, das ich nicht vergessen w\u00fcrde.<br \/>\n<em>&#8220;Sehen Sie? Da haben Sie sogar noch etwas Lebenshilfe von mir erhalten,&#8221;<\/em> meinte er, dr\u00fcckte meine Hand und strahlte \u00fcbers ganze Gesicht. Der meinte das ernst, ansonsten m\u00fcsste ich ihn f\u00fcr einen hervorragenden Schauspieler mit bitterb\u00f6sem Humor halten. Ich verlie\u00df die Kreuz-Apotheke v\u00f6llig perplex und konnte immer noch kaum glauben, was ich da eben geh\u00f6rt hatte.<\/p>\n<p>Zum Abschluss dieses Themas springe ich ins Fr\u00fchjahr 2013: Die Arztpraxis in Daleiden verk\u00fcndete ihren Umzug in eine Ortschaft mit besserer Infrastruktur, in Folge dessen war der Kreuz-Apotheke die Grundlage entzogen und der Dr.rer.nat gab die Einstellung des Betriebs bekannt. Ich bedauere dies f\u00fcr die dort besch\u00e4ftigten Damen, die allesamt sehr nett sind, aber den Apotheker vermisse ich garantiert nicht.<\/p>\n<p><strong>HAARSTR\u00c4UBEND<\/strong><br \/>\nMein Kollege Felix hat eine Art besten Freund, der scheinbar bei UPS arbeitet und mit dem er einen Teil seiner Freizeit verbringt, zum Beispiel sind die beiden in Damenbegleitung schon in Freizeitparks gefahren. Man sollte f\u00fcr solche Freunde dankbar sein, und ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich mehrere solche Freunde habe.<br \/>\nMir stand aber wirklich der Mund vor Erstaunen offen, als Felix mir erz\u00e4hlte, er sei mit eben jenem Freund, diesmal ohne Damenbegleitung, auf einer so genannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furry\" title=\"Wikipedia-Link\"><strong>Furry-Con<\/strong><\/a> gewesen.<br \/>\nDas w\u00e4re nun das letzte gewesen, was ich dem eigentlich dauergefrustet und leicht verklemmt anmutenden Felix zugetraut h\u00e4tte.<br \/>\n<em>&#8220;DU warst auf einer Furry-Con??? Was hat Dich denn auf den Trichter gebracht???&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Na ja, ich wollte da eigentlich nicht hin, aber mein bester Freund hatte zwei Karten und der andere war abgesprungen, also fragte er mich, ob ich stattdesen mit will. Wenn&#8217;s denn schon umsonst ist&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Du wei\u00dft schon, dass Furry-Cons in erster Linie wegen ihrer intimen Gelegenheiten bekannt sind, oder?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ja&#8230; aber nur, wenn man das auch will&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\nLeider r\u00fcckte er nicht mit Details raus und eigentlich w\u00fcrden mich Fotos brennend interessieren, aber so weit bekam ich ihn dann nicht. Scheinbar doch zu intim.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LINGOARMAGEDDON Das ist nat\u00fcrlich nicht der Titel des interessanten Beitrags des Deutschlandfunks im Umfeld der Ver\u00f6ffentlichung des Worts oder Unworts des Jahres durch die Gesellschaft f\u00fcr Deutsche Sprache, der allerlei Anrufern die Gelegenheit gab, sich \u00fcber den, so w\u00f6rtlich, &#8220;Verfall der deutschen Sprache&#8221; auszulassen. Alle diese Diskussionen verlaufen gleich. Man beschwert sich \u00fcber Anglizismen und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[8,11,7,1920],"tags":[202,1547,2152,1649,20],"class_list":["post-2554","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-japan","category-militaria","category-mylife","category-zeitgeschehen","tag-bundeswehr","tag-bundeswehrgeschichten","tag-japan","tag-linguistik","tag-sprache"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2554"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2554\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2587,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2554\/revisions\/2587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}