{"id":2509,"date":"2013-03-10T17:46:52","date_gmt":"2013-03-10T16:46:52","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2509"},"modified":"2013-03-10T17:46:52","modified_gmt":"2013-03-10T16:46:52","slug":"gaytal-kamikaze-teil-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2509","title":{"rendered":"Gaytal-Kamikaze (Teil 15)"},"content":{"rendered":"<p>Rudi war also gegangen, den Kleinen plagte noch sein Stei\u00df, zwischendurch hatte Felix Urlaub und auch Big M bekam neue Probleme: Er klagte immer wieder \u00fcber Migr\u00e4neanf\u00e4lle, manchmal bekam er Nasenbluten, ohne, dass irgendein besonderer Grund auszumachen gewesen w\u00e4re.<br \/>\nAls Idee, was mit Big M anzufangen w\u00e4re, wenn denn ein anderer Wittlich f\u00e4hrt, wurde er an einem Tag mit mir zusammen ins Auto gesetzt und bekam die S\u00fcdwesteifel zu sehen. War ein guter Tag, hat Spa\u00df gemacht, zumindest die meiste Zeit. In Irrel \u00fcberredete er die Fleischwarenfachangestellte der Metzgerei Schares, uns beiden je eine gebratene Frikadelle f\u00fcr insgesamt 2,40 E zu geben (was nur 10 Cent pro St\u00fcck unter dem Preis ist, den ich ohne Schwatzen bezahlt h\u00e4tte) und in Echternacherbr\u00fcck fand er es witzig, wie ich angesichts des Fehlens meiner Lieblingsmarke Orangensaft bei NORMA lieber blankes Wasser trank. Er erz\u00e4hlte das auch gleich mehreren Leuten im Laufe der folgenden Tage, wobei er immer mehr Verstimmung in seine Darstellung meiner Stimme zu legen pflegte, als von mir tats\u00e4chlich vorgenommen oder zumindest beabsichtigt. <\/p>\n<p>Er hatte aber weiterhin gesundheitliche Probleme. Das schaltete ihn  hier und da f\u00fcr einen Tag oder auch mal l\u00e4nger aus. Mike mutma\u00dfte, dass Big M blaumachte, so wie Mike jeden zu verd\u00e4chtigen pflegte, der l\u00e4nger als einen Tag krank war &#8211; das einzige Verhalten, das mich an Mike wirklich st\u00f6rte. Dabei gab es Zeugen. Sowohl Elmo als auch Puck hatten bei verschiedenen Gelegenheiten an verschiedenen Tagen beobachtet, wie Big M pl\u00f6tzlich Blut aus der Nase lief, Elmo war es schlie\u00dflich, der ihn dazu \u00fcberredete, mal zum Arzt zu gehen. Big M verbrachte sogar ein paar Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. Ich wollte ihn besuchen, fand aber das richtige Haus nicht. Ich bin auch nur ein Laie, aber ich vermute, dass seine Symptome auf den Stress zur\u00fcckzuf\u00fchren waren. Nat\u00fcrlich hat man in einer Kfz-Werkstatt ebenfalls Stress, aber es handelt sich um eine andere Art von Stress. Ich nehme an, dass das st\u00e4ndige Gerenne nichts f\u00fcr einen \u00fcbergewichtigen Typen wie Big M war und ist, dass es sich also um den Preis handelte, den er daf\u00fcr zahlte, in der Regel knappe zwei Stunden fr\u00fcher daheim zu sein als ich. <\/p>\n<p>Ein Abgang wurde sogar mit positiver Erleichterung aufgenommen: Konrad verlie\u00df uns, er hatte einen Lagerjob gefunden, der ihm das doppelte Einkommen und geregelte Arbeitszeiten bescherte. <em>&#8220;Jetzt lernt meine Tochter endlich mal ihren Vater kennen!&#8221;<\/em> sagte er dazu, und das war wohl keine \u00dcbertreibung. Die Tochter war gegen Ende Mai 2011 geboren worden und ich erinnere mich noch, dass ich aufgefordert wurde, die Gl\u00fcckwunschkarte zu unterzeichnen, obwohl ich noch keinen Dunst hatte, um wen es ging.<br \/>\nWir w\u00fcnschten ihm alles Gute. Ich brachte Big M die Mitteilung, der nur grinste und sagte: <em>&#8220;Pass mal auf, der ist in drei Monaten wieder da.&#8221;<\/em> Warum sollte er sowas tun?<\/p>\n<p>Die Morbacher Tour ist kein Zuckerschlecken. Da steckt zwar viel \u00dcberlandfahren drin, und ich mag ja Landschaft (im Gegensatz zum Stadtbild), aber Morbach selbst ist ein Hexenkessel. Wie soll man das anders nennen? Das St\u00e4dtchen hat 18 Ortsteile, deren Bewohner fast alle stolze Morbacher sind, die es nicht einsehen, zur Erleichterung der Arbeit der Lieferdienste den Namen des jeweiligen Ortsteils in die Adresse zu schreiben. Die schreiben dann einfach &#8220;Morbach&#8221; und unsereins muss sich dann die Lage der Stra\u00dfen merken und sie der richtigen Gegend zuordnen. Kein Zuckerschlecken. <em>&#8220;Das Leben ist kein Ponyhof!&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Wie dem auch sei: Es gab kein Sommerloch in diesem Jahr 2012 und wir ackerten mindestens so viel, wie zu &#8220;normalen&#8221; Zeiten. Wir brauchten neue Leute.<\/p>\n<p>Mike, der jeden kennt (und bei Leuten, die er nicht kennt, kennt er welche, die die kennen), brachte einen neuen Fahrer f\u00fcr die Wittlich-Tour mit und war begeistert. Der Typ kannte die Tour und viele Kunden bereits mit Namen. Big M machte sich erneut Sorgen um seinen Job &#8211; ich hatte das im Teil 10 schon einmal kurz erw\u00e4hnt. Den neuen Wittlicher Fahrer will ich aus Verschleierungsgr\u00fcnden mal &#8220;Br\u00f6tchen&#8221; nennen.<br \/>\nBr\u00f6tchen fuhr seine Tour ordentlich. Nicht rekordverd\u00e4chtig, aber ordentlich. Seine Einteilung in Samstagsdienste war nicht ganz einfach, weil er ohnehin immer wieder tauschen musste, er ist n\u00e4mlich Musiker bei einer Band, die Deutschrock spielt. Coverband, aber immerhin, und das mit soviel Hingabe, dass er den Namen der Band auf dem Unterarm t\u00e4towiert hat. Er spielte auf kleineren Konzerten und war immer dabei, wenn&#8217;s um Musik ging. Leider hat er auf mein Anliegen, mal eine Demo-CD zu besorgen, nie reagiert. <\/p>\n<p>Leider f\u00fchrte seine Band- und Konzertfixiertheit allerdings auch dazu, dass er gleich seinen ersten Wochenenddienst verpennte. Mike und Konrad warfen daraufhin die beiden Touren zusammen (damals Konrads letzter Samstagsdienst) und fuhren gemeinsam eine gro\u00dfe Runde.<br \/>\nBr\u00f6tchen legte generell eine etwas zu lockere Arbeitsauffassung an den Tag. Dies machte sich mehr in seiner Disziplin bemerkbar und nicht so sehr in seinem Verhalten gegen\u00fcber den Kollegen. Mir zumindest ging er nicht auf den Keks, obwohl ich mir schon gew\u00fcnscht h\u00e4tte, er w\u00fcrde mehr Ordnung an den Tag legen. Nun ja, man muss seine Arbeitst\u00e4tigkeit, die sich immerhin bis in den Herbst zog, nicht weiter gro\u00df auswalzen, ich beschr\u00e4nke mich dann einfach darauf, wie sie endete: Nachdem er ja immer wieder mal einen Fehltag gehabt hatte, meldete er sich irgendwann f\u00fcr mehrere Tage ab; er sei beim Aussteigen an der Bordsteinkante umgeknickt und k\u00f6nne nicht gut laufen. Okay, f\u00fcr mich kein Grund, ihm etwas zu unterstellen. Was Peter am Abend allerdings auf Facebook las, fand er in seiner Funktion als Arbeitgeber nicht so witzig: Br\u00f6tchen ver\u00f6ffentlichte dort einen Kommentar, in dem er fragte, wer denn sonst noch so in &#8220;die Luke&#8221; komme. (&#8220;Die Luke&#8221; ist &#8220;Lucky&#8217;s Luke&#8221;, eine Art Kneipe in Trier, aber es kann auch ein anderes Lokal sein, es ist eine Weile her und die Erinnerung schwindet.) Ja, Br\u00f6tchen, das war sicher schlau. Peter schickte ihm dem Screenshot und sagte, das sei ja interesant, was er da schreibe. Br\u00f6tchen versuchte sich rauszureden, dass er nur gefragt hatte, wer denn dorthin gehe, da stehe ja kein Wort davon, dass er selber hingehe oder dort sei. Peter kaufte ihm das nicht ab (und ich auch nicht) und k\u00fcndigte ihn mit Verweis auf den \u00fcberf\u00e4lligen Krankenschein fristlos.<\/p>\n<p>Etwa zeitgleich kam ein anderer Typ von UPS zu uns, der die Morbacher Tour \u00fcbernehmen sollte. Den nenne ich &#8220;den Kahlen&#8221;, in Anlehnung an seine nicht vorhandene Frisur. Andere nannten ihn &#8220;Pimmelkopf&#8221;, aber das ist mir zu vulg\u00e4r.<br \/>\nDer Kahle machte den Job ebenfalls ordentlich und arbeitete auch noch am Wochenende als T\u00fcrsteher, weil er scheinbar das Geld brauchte und noch Energie f\u00fcr&#8217;s Wochenende \u00fcbrig hatte.<br \/>\nIch fand ihn ganz lustig, ich mochte seinen Humor, auch wenn er ernsthaft einen an der Klatsche hatte. Kam mir vor wie der kleine Bruder eines Berliner Freundes. Dessen Mimik und K\u00f6rpersprache (und Frisur) ist etwa die gleiche, wenn auch weniger zur Albernheit neigend. Leider hatte auch der Kahle seine Probleme, denn er musste ja ebenfalls alle paar Wochen am Wochenende ran. Er warf dann auch schonmal Termine durcheinander und kam an &#8220;seinem&#8221; Samstag eine Stunde zu sp\u00e4t oder verpasste seinen Wochenenddienst komplett. Auch schien er anf\u00e4llig f\u00fcr Krankheiten: Er fiel mehrfach wegen Erk\u00e4ltung, Kopfschmerzen oder schmerzender Glieder aus. Auch er gab mir keinen Grund, an seiner Aussage zu zweifeln, schweres Husten, laufende Nase, ger\u00f6tete Augen, geschwollener Kopf &#8211; alles, was man nicht braucht. Allerdings kostete ihn die Verschleppung des ofiziellen Attests ebenfalls den Job, nachdem er ihn ein paar Monate gemacht hatte. <\/p>\n<p>Sein ebenfalls zu uns gewechselter UPS-Kollege &#8220;Stranski&#8221; dagegen blieb. Der sagte, er wolle dem Stress bei UPS entkommen und war irgendwie auf dem Radar von Mike aufgetaucht, der ihn kurzerhand abwarb. Stranski \u00fcbernahm die Bitburger Tour und erwies sich in vieler Hinsicht als neuer Kalaschnikow. Er war immer als erster Fahrer da: Um vier Uhr morgens. Er k\u00f6nne eh nicht schlafen, und wenn er so fr\u00fch komme, gebe ihm das gen\u00fcgend Zeit, alles vorzubereiten. Also mir reicht da auch die halbe Zeit, aber wenn er meint&#8230; ich war einmal eine Minute vor ihm da: Da hatte ich die Zeitumstellung verschwitzt und war eine Stunde zu fr\u00fch aufgestanden.<br \/>\nWenn dann das Band auslief und alle Pakete von den Paletten runter waren, hatte der sein Auto fertig geladen, nahm sich seine Papiere und fuhr vor acht Uhr morgens los. <\/p>\n<p>Meine eigene Tour war mittlerweile zu sehr gewachsen, als dass ich das noch geschafft h\u00e4tte. Anfang Sommer 2012 war das noch so. Da dachte ich noch: Jetzt hast Du&#8217;s geschafft. Meine Abl\u00e4ufe waren effizient, ich kam zwischen 0750 und 0815 aus dem Depot raus und war zwischen 1500 und 1600 zuhause. Gute Zeiten. Ich kam sogar in die ganz ungewohnte Zwickm\u00fchle, ZU FR\u00dcH in Neuerburg fertig zu sein, ja: zu fr\u00fch. Das hie\u00df um etwa halb Eins. Ich musste immer wieder entscheiden, ob ich tats\u00e4chlich nach Daleiden fahren w\u00fcrde, um den Apotheker dort vor dessen Mittagspause zu erwischen, oder ob ich die Ecke 3DI ignorieren sollte, um die Apotheke Waxweiler vor deren Mittagspause zu erreichen &#8211; je nachdem, wer mehr Pakete bekommen sollte.<br \/>\nDiese Entscheidung trieb ganz seltsame Bl\u00fcten. Manchmal hatte ich um zehn vor Acht meine Papiere in der Hand und konnte anhand meiner Fracht absch\u00e4tzen, dass ich in genau solche Schwierigkeiten mit diesen beiden Mittagspausen kommen w\u00fcrde; also ging ich ins Verschlusslager und quatschte noch bis 0815 mit Antonius, weil ich dann in Waxweiler eine Punktlandung zum Ende derer Mittagspause hinlegen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Doch die Dinge \u00e4nderten sich. Auch nach Knuts Urlaub blieben Kordel, Welschbillig, Newel, Trierweiler, Ralingen und Welschbillig bei mir. Daf\u00fcr gingen Zemmer, Orenhofen und Speicher endg\u00fcltig an die Bitburger Tour. Die Bitburger Tour selbst wuchs und bald waren die D\u00f6rfer westlich von Bitburg nicht mehr zumutbar. Die kamen dann auch zu mir. Oberweiler, Brecht, Baustert, Oberweis, Bettingen, Messerich, R\u00f6hl, S\u00fclm, Trimport, Dahlem, Idenheim, Idesheim wurden Teil meiner Standardtour. Diese Orte hielten zwar nicht immer alle einen Kunden f\u00fcr mich bereit, aber alles in allem steckte dort eine Stunde mehr Arbeit am Tag f\u00fcr mich drin. Der Feierabend verschob sich also unwiderbringlich auf nach 16 Uhr vor, trotz organisatorischer Gegenma\u00dfnahmen meinerseits.<br \/>\nFr\u00fcher hatte ich solche Orte mit einem schnellen Abstecher von Mettendorf oder Neuerburg aus abgehandelt, in Waxweiler hatte ich aber den letzten Kunden, ich fuhr bei Pl\u00fctscheid auf die Autobahn Richtung Wittlich und d\u00fcste nach Hause.<br \/>\nDamit war nun Schluss. Nach Waxweiler fuhr ich \u00fcber Krautscheid nach Weidingen, dann Baustert, Oberweis, Bettingen, weiter nach Peffingen und Holsthum, Dockendorf, Wolsfeld und Meckel, von dort aus \u00fcber Gilzem oder Idenheim nach Idesheim und schlie\u00dflich nach Welschbillig. Eine Stunde mehr Arbeit, weil auch ein Superfahrer wie Stranski nicht mehr als 80 bis 85 Kunden an einem Tag fahren konnte. Ich schaffte gerade mal 60, und 60 Kunden bedeuteten, dass ich gegen sieben Uhr abends nach Hause fand.<\/p>\n<p>Stranski war also schnell und gr\u00fcndlich, zwei Eigenschaften, die selten in einer Person auftreten, zumindest in unserem Gesch\u00e4ft. Leider war er wie auch sein Vorg\u00e4nger Kalaschnikow nicht in der Lage, zu erkl\u00e4ren, wie er das schaffte. Ich muss daher versuchen, meine eigenen Beobachtungen zu analysieren, und da fallen mir nur zwei Dinge wirklich auf. <\/p>\n<p>Zum einen das Laden des Transporters. Stranski verliert nicht viel Zeit mit Sortieren. Der weist quasi einer Hauptstra\u00dfe (in Bitburg zum Beispiel die Saarstra\u00dfe) eine Querreihe in der Ladefl\u00e4che zu, das gleiche gilt f\u00fcr mehrere Nebenstra\u00dfen, die zusammen sowas wie eine Reihe bekommen. Er stapelt dann unabh\u00e4ngig von der Reihenfolge so auf, dass die Ladesicherheit gew\u00e4hrleistet ist und sucht dann aus diesem &#8220;Mauerst\u00fcck&#8221; die Teile aus, die er beim jeweiligen Kunden braucht. Das kostet ihn scheinbar weniger Zeit, als er durch gr\u00fcndlicheres Einladen (meine Devise: Ein Blick und das Paket ist gefunden) verlieren w\u00fcrde. Ich finde das Verfahren erstaunlich, aber auch gef\u00e4hrlich. Wenn ich durch einen Zufall ein Paket zu scannen vergesse, muss ich das halbe Auto wieder ausr\u00e4umen, und \u00e4hnliches gilt, falls in einer Sendung ein Doppellabel vorkommt (was gl\u00fccklicherweise selten ist). Aber er f\u00e4hrt gut damit. Das sollte ich mir abgucken und muss daf\u00fcr beim Beladescan sehr aufmerksam sein.<\/p>\n<p>Zum anderen scheint Stranski viel zu laufen. Kelvin hatte seinen Job schon im Laufschritt erledigt, was ich nicht einsehe, schon gar nicht im Sommer. Ich gehe mit z\u00fcgigem Schritt, aber ich laufe nicht, denn ich will nicht v\u00f6llig verschwitzt vorm Kunden stehen, wenn es sich vermeiden l\u00e4sst. Stranski scheint zu rennen. Ich kam zum Beispiel in Bitburg vertretungsweise zu Hela. Der Mitarbeiter der Warenannahme war gerade damit besch\u00e4ftigt, Paletten zu stapeln und ein paar Dinge auf dem Hof zu reorganisieren, um Platz zu schaffen. Ich machte auf mich aufmerksam, er winkte mich nach drinnen, ich brachte das eine Paket ins Geb\u00e4ude hinter das Rolltor und wartete. Nach einer knappen Minute kam der Mitarbeiter und zeigte sich ganz erstaunt.<br \/>\n<em>&#8220;Was? Mal einer von Euch, der Zeit hat? Dein Kollege ist st\u00e4ndig nur am Hetzen.&#8221;<\/em><br \/>\nWas ich nicht zu tun bereit bin, ist, Leute zu dr\u00e4ngen. Damit macht man sich nur Feinde, denn es f\u00f6rdert die gegenseitige Abneigung. Lieber mal kurz warten, die kommen schon, sobald sie Luft haben. Kostet nat\u00fcrlich Zeit.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnte ich mir auch diese Verfahrensweise angew\u00f6hnen, aber ich will es nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil ich nicht das Gef\u00fchl habe, dass Geschwindigkeit belohnt wird. Ich kann keinem empfehlen, vor 16 Uhr nach Hause zu kommen. Das Management wird das merken und sich denken: <em>&#8220;Aha, der ist schnell &#8211; dem k\u00f6nnen wir mehr Stopps geben.&#8221;<\/em> Und schon hat man mehr Arbeit. Da diese Stopps nicht aus der Luft gezaubert werden, bedeutet dies, dass die Arbeitslasten wenn m\u00f6glich sozialisiert werden. Die schnelleren Fahrer entlasten damit die langsameren an deren Peripherie. Das ist nat\u00fcrlich nicht so ganz das, was sich so mancher vorstellt, vor allem, wenn er vorher f\u00fcr ein Unternehmen gearbeitet hat, in dem die Tourgebiete in Stein gemei\u00dfelt sind &#8211; anders als bei uns, wo man zwar ein Gebiet zugeteilt bekommt, wo aber auch die Devise gilt: Was morgens auf Deinem Scanner steht, IST Dein Tourgebiet. Da gibt es kein <em>&#8220;da fahr ich nicht hin, das ist nicht mein Gebiet!&#8221;<\/em><br \/>\nEs h\u00e4ngt also vom Beobachter ab, ob dieses Verfahren begr\u00fc\u00dfenswert ist oder nicht. Ich jedenfalls empfehle neuen Fahrern, sich Zeit zu lassen, sobald sie merken, dass sie dauerhaft vor 16 Uhr zuhause sein k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Im Falle meiner eigenen Tour hatte mein Zuwachs an Arbeit nat\u00fcrlich andere Ursachen, denn wie ich sagte: Stranski ist ein super Fahrer, ebensolches gilt f\u00fcr Knut. Das Ausufern der Paketbestellungen in deren Gebieten sorgte daf\u00fcr, dass ich Teile ihrer Gebiete \u00fcbernehmen musste. Und die n\u00e4chste Vorweihnachtszeit r\u00fcckte mit schnellen Schritten n\u00e4her. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rudi war also gegangen, den Kleinen plagte noch sein Stei\u00df, zwischendurch hatte Felix Urlaub und auch Big M bekam neue Probleme: Er klagte immer wieder \u00fcber Migr\u00e4neanf\u00e4lle, manchmal bekam er Nasenbluten, ohne, dass irgendein besonderer Grund auszumachen gewesen w\u00e4re. 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