{"id":2237,"date":"2012-09-30T16:25:38","date_gmt":"2012-09-30T14:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2237"},"modified":"2017-10-22T12:16:51","modified_gmt":"2017-10-22T10:16:51","slug":"gaytal-kamikaze-teil-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2237","title":{"rendered":"Gaytal Kamikaze (Teil 13)"},"content":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte auch einen Fall schildern, der mir ernsthaft Sorgen bereitet hat, mich aber trotz allem nichts gekostet hat. Die Angelegenheit trug sich zu, kurz nachdem ich auf die Eifeltour umgestiegen war, genau war das am 11. Oktober 2011.<br \/>\nAn dem Tag hatte ich wegen Reparaturbedarfs des Sprinters einen gemieteten Renault zugewiesen bekommen, dessen Bedienung sich von der eines Sprinters nat\u00fcrlich deutlich unterscheidet.<br \/>\nAuf der Bundesstra\u00dfe zwischen Ehrang und Quint nun, bei weniger als 55 km\/h, stellte sich mir so ein Bedienproblem. Ich war kurz abgelenkt und in diesem kurzen Zeitraum war der Ford Ka vor mir wegen der rot gewordenen Ampel stehen geblieben. Als ich das bemerkte, blieb mir nur noch die Vollbremsung. Trotzdem kam es mit einem deutlichen <strong>&#8220;FUMP!&#8221;<\/strong> zu einer sp\u00fcrbaren Kollision, ich konnte sehen, wie die beiden Damen in dem Wagen vor mir durchgesch\u00fcttelt wurden. <\/p>\n<p>Warnblinker an, aussteigen, Schaden besehen, Daten austauschen. So sollte es sein.<br \/>\nAber erstens war kein Schaden zu entdecken. Oder&#8230; bei genauem Hinsehen zeigte das Nummernschild meines Transporters eine kaum merkliche Delle auf. Am Ford war rein gar nichts zu sehen, nicht einmal ein Kratzer am Ber\u00fchrungspunkt. Und zweitens: Ich war der einzige, der Daten rausr\u00fcckte. Ich wusste, dass ich f\u00fcr den Fehler verantwortlich war, der zu der Situation gef\u00fchrt hatte, die mir von den \u00fcbrigen Verkehrteilnehmern genervte Blicke eintrug, also gab ich der Dame meine Telefonnummer mit Namen, Nummernschild und Arbeitgeber, mit der Aufforderung, sich zu melden, falls oberfl\u00e4chlich nicht erkennbare Sch\u00e4den gefunden w\u00fcrden. Dann ging die Fahrt weiter, ich sagte Peter Bescheid und bekam einen Termin beim Vermieter des Renault.<br \/>\n<em>&#8220;Das ist alles???&#8221;<\/em> fragte der am Nachmittag.<br \/>\n<em>&#8220;Das ist alles&#8230;&#8221;<\/em> antwortete ich mit Hinweis auf das unmerklich ver\u00e4nderte Nummernschildblech. Der Vermieter sah sich nicht gen\u00f6tigt, daf\u00fcr Schadenersatz zu fordern. Die Tage gingen ins Land.<\/p>\n<p>Im November erhielt ich zuerst einen Anruf der Polizei, in der ein Beamter mir mitteilte, dass die Fahrerin des Ford Strafanzeige wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung gestellt habe, <em>&#8220;weil sie sich sonst nicht zu helfen wusste&#8221;<\/em>. Sie habe ein paar Stunden nach dem Unfall \u00fcber Nackenschmerzen geklagt und sei in einem \u00f6rtlichen Krankenhaus behandelt worden. Dem Beamten am Telefon schien neu zu sein, dass ich der Dame alle notwendigen Kontaktdetails \u00fcbergeben hatte. Sie hatte den Zettel m\u00f6glicherweise verloren. Danach erreichte mich wie am Telefon vereinbart ein Schreiben, in dem ich aufgefordert wurde, meine Sicht der Dinge darzulegen. Ich schilderte meine ungeschickte Ablenkung, die quasi nicht vorhandenen Materialsch\u00e4den, die bereitwillige \u00dcbergabe meiner Daten, und brachte mein Bedauern zu dem Geschehen zum Ausdruck.<br \/>\nWieder vergingen Wochen.<\/p>\n<p>Am 12. Januar 2012 teilte mir die Staatsanwaltschaft mit, dass das Verfahren gegen mich eingestellt sei. Wegen der Ordnungswidrigkeit eines Auffahrunfalls m\u00fcsse ich jedoch m\u00f6glicherweise mit einem Bu\u00dfgeld von Seiten der Polizei rechnen. Die meldeten sich prompt am 17. Januar und teilten mir mit, dass auch dieses Verfahren eingestellt worden sei. Ich habe nicht damit gerechnet, schadlos aus der Sache herauszukommen, aber scheinbar hat der Bagatellschaden am Fahrzeug, dazu noch ausschlie\u00dflich am Fahrzeug des Unfallverursachers, die Ermittler davon \u00fcberzeugt, dass die gesch\u00e4digte Dame die Einschr\u00e4nkung ihrer Gesundheit ein wenig \u00fcbertrieben dargestellt hat.<\/p>\n<p>Wenige Wochen sp\u00e4ter wurde ich mit G\u00fcnther Wallraff konfrontiert. Zumindest verbal. In einer B\u00e4ckerei in Neuerburg. Ich war dorthin gegangen, weil eine in der N\u00e4he wohnende Privatkundin, wie das in knapp 50 % der F\u00e4lle so ist, am fr\u00fchen Nachmittag nicht zuhause war, und ich wollte das Paket loswerden. Man nahm es dort gern an und lie\u00df mich versprechen, eine Benachrichtigung in den Briefkasten der Dame zu werfen. <\/p>\n<p><em>&#8220;Haben Sie schon geh\u00f6rt, dass der Wallraff bei DHL war und was der dort rausgefunden hat?&#8221;<\/em><br \/>\nIch muss mich beinahe geehrt f\u00fchlen, dass die Fachverk\u00e4uferin hinter der Theke davon ausging, dass ein einfacher Transportfahrer wei\u00df, wer &#8220;der Wallraff&#8221; ist. Nein, ich wusste noch nichts von der neuesten Aktion des Grand Seigneurs des investigativen Journalismus (fand aber sp\u00e4ter raus, dass er <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/undercover-bei-rtl-wallraff-traegt-der-anderen-last-1.1370558\" title=\"Des anderen Last\"><strong>keineswegs bei DHL, sondern bei GLS<\/strong><\/a> recherchiert hatte). Ihr Text lief darauf hinaus, dass ich einem ja Leid tun k\u00f6nne, mit dem Job, den ich da mache. Ich erkl\u00e4rte ihr also die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Transoflex und den anderen Paketdiensten, und je \u00f6fter ich dar\u00fcber nachdenke, desto mehr komme ich auf die Idee, dass man es bei Transoflex noch am besten trifft &#8211; ich glaube, meine Hauptkritikpunkte entstammen dem Gesch\u00e4ftsgebaren der Subunternehmer. Ich bin jedenfalls ganz zufrieden damit, dass Transoflex sich auf Gesch\u00e4fts- und Stammkunden konzentriert, dass ich \u00fcber 90 % meiner Arbeitszeit zu Kunden fahre, die ich jeden Tag, mehrfach pro Woche oder zumindest einmal im Monat anfahre. Ich muss also nicht das gesamte Stra\u00dfennetz meines Einsatzgebiets kennen, um jeden Kunden zu finden. Hat man die Tour ein paar Mal gefahren, braucht man keinen Navi mehr, und das spart ja Zeit. Und so weiter. Nicht zuletzt handelt es sich bei dem Subunternehmen, f\u00fcr das ich arbeite, um einen sehr kleinen Betrieb mit etwas mehr als einem Dutzend Mitarbeitern; die Atmosph\u00e4re ist damit sicherlich besser als in den Depots, wo 60 Touren bedient werden. <\/p>\n<p>Diese Begegnung in der B\u00e4ckerei war allerdings nicht die einzige &#8220;Konfrontation&#8221; mit Wallraff, noch zwei weitere Kunden sprachen mich in der Folgezeit auf diese Dokumentation an. Und nur kurz danach kam eine &#8220;Nachahmung&#8221; dazu, als ein Journalist namens Reinhard Sch\u00e4dler die gleiche Aktion beim angesehenen Unternehmen DHL brachte und seine Geschichte unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/45_min\/videos\/minuten421.html\" title=\"Paketsklaven bei DHL\"><strong>&#8220;Die Paketsklaven&#8221;<\/strong><\/a> ver\u00f6ffentlichte. Auch da gab&#8221;s unter meinem Kunden einen gewissen Konversationsbedarf.<br \/>\nUnd wie ich sagte: Ich sehe das Problem eher im Subunternehmertum als in den Statuten des Transoflex-Netzwerks. Der Konzern selbst, der der \u00d6sterreichischen Post geh\u00f6rt, ist gar nicht so gro\u00df, ist eigentlich nur ein Verwaltungsapparat (mal abgesehen davon, dass die K\u00fchlwarensparte &#8220;Thermomed&#8221; direkt zum Konzern geh\u00f6rt), der Lizenzen an Satellitendepotbetreiber wie unseren vergibt, der theoretisch ein eigenverantwortlicher Unternehmer ist, der wiederum die Touren an Fuhrunternehmer vergibt. Das hei\u00dft in &#8220;meinem&#8221; Fall genau genommen, dass der Chef des Depots Trier ein leitender Angestellter eines Unternehmers ist, der mehrere Depots subunternehmerisch von Weinheim aus (wo auch Transoflex angesiedelt ist) f\u00fchrt. Nat\u00fcrlich zahlt Transoflex den Vertragsnehmern nicht mehr als unbedingt notwendig, und \u00fcber diese Vertragskette geben die Vertragsnehmer die wirtschaftlichen Zw\u00e4nge nach unten weiter. Der Fahrer ist das letzte Glied der Kette, der Letzte, den die Hunde dann bei\u00dfen. <\/p>\n<p>Aber Geld ist ja nicht alles, was als Faktor reinspielt, obwohl sich letztendlich alles auf dieses ultimative Motivationsmittel zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst.<br \/>\nDer Subunternehmer JP kauft haupts\u00e4chlich alte Kisten, die andere Paketdienste absto\u00dfen. Er l\u00e4sst sie in seiner eigenen Werkstatt wieder stra\u00dfentauglich machen und vermietet sie f\u00fcr (angeblich) 1000 E im Monat mit Kilometerpauschale an seinen eigenen Subsubunternehmer, zum Beispiel Peter. Alte Kisten haben die Eigenschaft, dass \u00f6fters mal etwas kaputt ist, und dann muss der Subsubunternehmer den Fahrer nach dessen Feierabend oder an dessen freiem Wochenende zur Werkstatt schicken, die 125 km von Trier entfernt liegt, damit der Schaden dort gerichtet wird &#8211; und der Subunternehmer JP verdient zus\u00e4tzliches Geld genau daran, dass er das Billigste vom Billigen gerade noch vor der Verschrottung gerettet hat (um es mal mehr oder minder \u00fcberspitzt auszudr\u00fccken; nach meinem pers\u00f6nlichen Empfinden eher minder). Ein teuflisch geniales Konzept irgendwie. Dem Fahrer gegen\u00fcber wird diese Zeit- und Geldverschwendung (der Subsubunternehmer muss ja die Betriebskosten f\u00fcr die insgesamt 250 km lange Fahrt tragen) damit gerechtfertigt, dass dies ja selten vorkomme und dass er den Wagen schlie\u00dflich auch zum Pendeln zum Arbeitsplatz und f\u00fcr private Kurzstrecken wie zum Einkaufen oder M\u00f6beltransport nutzen d\u00fcrfe. <\/p>\n<p>Ich kann auf den privaten Teil dieser Nutzungserlaubnis bequem verzichten &#8211; aber f\u00fcr mich z\u00e4hlt jedes Wochenende, jeder Tag, an dem ich ausschlafen kann, gerade im Hinblick darauf, dass mein durchschnittlicher Arbeitstag ab halb vier Uhr morgens, bzw. ab Ankunft im Depot um f\u00fcnf Uhr aus zehn bis zw\u00f6lf Stunden Arbeit, sieben bis acht Stunden Schlaf und einer Stunde zum Essen besteht. In der verbliebenen Zeit, die bis zum Schlafengehen zwischen sieben und acht Uhr abends bleibt, bin ich in der Regel zu m\u00fcde, um irgendwas kreatives oder sonst etwas, was ein gewisses Ma\u00df an Konzentration braucht, zu leisten. Wie ein Betrunkener, der den Weg nach Hause noch irgendwie schafft, h\u00e4lt meine Anspannung, die mir konzentriertes Arbeiten erm\u00f6glicht, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich die Wohnungst\u00fcr hinter mir schlie\u00dfe. Ab dann m\u00f6chte ich oft genug nur noch da sitzen und die Wand anstarren. <\/p>\n<p>Das Dumme ist, dass mir das am Wochenende oft ebenso geht. Ich habe Spiele, die ich gern mal zu Ende spielen w\u00fcrde, um zu sehen, wie es ausgeht, aber mir fehlt die Energie dazu. Ich spiele also nur kurzfristige Sachen, ein bisschen Counterstrike vielleicht. Man kann es jederzeit ausmachen und muss nicht gro\u00df \u00fcber sein Vorgehen nachdenken; anders, als es bei Rollenspielen oder Strategiespielen in der Regel der Fall ist. Und dann ist das Wochenende vorbei und eine weitere Woche meines Lebens rast an mir vorbei, ohne dass ich viel davon merken w\u00fcrde. Zwischen Bett und Fahrersitz habe ich sonst kein Leben. Warum besteht mein Blog wohl in erster Linie aus Eintr\u00e4gen zu meinen beruflichen Abenteuern? An Wochenenden ist das etwas anderes, aber auch ein Treffen mit Freunden und Kollegen muss erst mal organisiert werden und scheitert oft in letzter Sekunde daran, dass einer krank ist oder sonst einen Grund zum Absagen hat. <\/p>\n<p>Dabei lief es zu Beginn des laufenden Jahres immer besser. Ich kannte das Tourgebiet, komme mit den allermeisten meiner Kunden blendend aus (und bin auch ausgesucht h\u00f6flich zu den zwei oder drei Typen, mit denen ich nicht so klarkomme), und war oft schon zwischen drei und vier Uhr zuhause. Das lief der Organisation im Betrieb scheinbar zu gut, und auch das Schicksal machte dicke Striche in meine optimistisch gewordene Arbeitszeitenrechnung. Dass Big M einen Unfall hatte war eines, dass der Kleine wegen einer Stei\u00dffistel ausfiel, etwas anderes, aber die Einsatzgebiete wurden versuchsweise verschoben, um zu sehen, ob man nicht mehr Effizienz rausholen k\u00f6nne.<br \/>\nDas lief so richtig schei\u00dfe.<br \/>\nRudi bekam von mir Zemmer, Orenhofen und Speicher (und kleinere Orte wie Hosten, Auw und Herforst) und ich \u00fcbernahm daf\u00fcr seinen Norden, also Orte wie Oberweiler, Bickendorf, Biersdorf, Lie\u00dfem, Wissmannsdorf und Rittersdorf, und seinen S\u00fcden, das hei\u00dft Kordel und Welschbillig. Man sollte eigentlich meinen, dass das nicht kompliziert ist, aber man kann einen solchen Test nicht auf ein paar Tage ansetzen und dann der Meinung sein, dass Ergebnis st\u00fcnde damit fest.<br \/>\nDas lief zum Beispiel so, dass ich um 14 Uhr aus Waxweiler wieder herausfuhr und dann f\u00fcr zehn Kunden in den Bitburger K\u00e4ffern noch weitere zwei Stunden ben\u00f6tigte. Ich bin sicher, dass sich dieser Schnitt nach einem Monat oder so deutlich gebessert h\u00e4tte, aber die Disposition (das ist Mike) sah davon ab, uns weiter damit zu belasten. Rudis Fahrzeit \u00e4nderte sich gar nicht (weil er sich in seinem Puff noch ebensowenig auskannte, wie mit dem f\u00fcr ihn neuen Gebiet) und meine erreichte wieder sp\u00fcrbar unangenehme L\u00e4ngen.<br \/>\nObjektiv betrachtet endete der Versuch viel zu fr\u00fch und hatte in erster Linie ein Absinken der Arbeitsmoral zur Folge. In zweiter Linie k\u00f6nnte man als positiven Aspekt eine Erweiterung der Ortskenntnis meinerseits nennen, immerhin. <\/p>\n<p>Aber weitere Dinge k\u00fcndigten sich an. Nat\u00fcrlich wollte auch Knut mal Urlaub nehmen. Wer bot sich nach Mikes Ansicht als Vertretung besser an, als derjenige, dem man die beste Lernf\u00e4higkeit zuschrieb: ich.<br \/>\nAn einem sonnigen Tag, an dem es sich wegen niedriger Frachtzahlen nicht lohnte, eine einzelne Tour in die S\u00fcdwesteifel zu schicken, fuhr ich mit Knut durch Ehrang, Biewer und Pfalzel, durchs westliche Industriegebiet, nach Euren, Zewen, Igel, nach Newel, Butzweiler, Trierweiler, Sirzenich, Ralingen. Au\u00dfer seinem Gebiet fuhren wir noch die S\u00fcdh\u00e4lfte meines Bereichs, zwischen Irrel und Mettendorf, wo wir um etwa 15 Uhr den letzten Kunden besuchten. Ich machte Notizen zu besonderen Situationen wie Kellerapartments oder Anliefervereinbarungen, Mittagspausenzeiten und so weiter. Ich wei\u00df jetzt auch, wo Mikes Frau arbeitet und dass die beiden einen dicken BMW fahren. Der Lerneffekt bei der Ortskenntnis nach einem Tag mitfahren ist nat\u00fcrlich ann\u00e4hernd Null, aber die Notizen sollten sich noch als kostbar im Sinne der Zeitersparnis erweisen. <\/p>\n<p>Das gab mir nat\u00fcrlich auch Gelegenheit, mir ein genaueres Bild von Knut zu machen, und der w\u00e4re ein brauchbares Untersuchungsobjekt der Soziolinguistik.<br \/>\nEr hatte zuvor eine Weile als Fahrer bei <strong>Bofrost<\/strong> gearbeitet und kennt daher die Eifel ebenfalls sehr gut. Er nimmt es mit seinem Auto auch sehr ernst&#8230; wenn ich einen Stapel Pakete aus dem Auto hole, mache ich die Heckklappe f\u00fcr gew\u00f6hnlich mit dem Fu\u00df zu. Er sieht das gar nicht gern; ebensowenig, wie wenn ich das Datum einer negativ beurteilten Reinlichkeits\u00fcberpr\u00fcfung in den Staub auf der Karosserie schreibe.<br \/>\nZwei Unf\u00e4lle habe er im Leben gehabt, und die habe er nicht zu verantworten gehabt. Einmal sei ihm eine ortsfremde \u00e4ltere Dame r\u00fcckw\u00e4rts in die Front gefahren, als die an einer Ampel die Spur wechseln wollte und dazu hinter ein neben ihr wartendes Auto gelangen musste, aber keinen Blick in den R\u00fcckspiegel warf. Bei anderer Gelegenheit habe er bei \u00fcber 100 km\/h mit einem Sprinter gleich zwei Rehe gleichzeitig erwischt &#8211; dem einen flog der Kopf glatt in Einzelteilen weg, w\u00e4hrend der Rest unversehrt leblos am Stra\u00dfenrand zur\u00fcckblieb; das andere, davor laufende, kam genau senkrecht vor den K\u00fchler und war danach als Reh nicht mehr zu erkennen. <\/p>\n<p>Knut ist des weiteren ein Partymensch. Er h\u00f6rt abgefahrene Technomusik und kann Genres unterscheiden, von denen ansonsten bestenfalls gr\u00fcndlich nachforschende Fans aus Japan je geh\u00f6rt haben. Seine Vorstellung von Spa\u00df h\u00e4ngt mit wilden Zuckungen zusammen, die seinesgleichen f\u00fcr Tanz halten, und er geht auch auf entsprechende Festivals, wie zum Beispiel <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nature_One\" title=\"Nicht Wacken\"><strong>&#8220;Nature One&#8221;<\/strong><\/a>, das mir nat\u00fcrlich g\u00e4nzlich unbekannt ist.<br \/>\nWie nun kommt ein Technoj\u00fcnger mit einem unverbesserlichen Metalfan wie dem Engel so blendend klar? Knut ist, wie angesprochen, ein wahrer Meister der Psycholinguistik, nat\u00fcrlich ohne das zu wissen. Er passt seinen Kommunikationsstil gekonnt der Person an, mit der er gerade zu tun hat, w\u00e4hrend viele andere im Arbeitsumfeld nur eine Unterscheidung zwischen, sagen wir, Kunden einerseits und Kollegen andererseits treffen. Er unterscheidet scheinbar auch zwischen Gleichgestellten, ich finde das bemerkenswert. Sein Platz in der Halle ist unten beim Engel, da geht es recht ungezwungen zu. Als er mit mir unterwegs war, hatte ich das Gef\u00fchl, dass er sich in meiner Gegenwart zusammennahm, und zwar ohne, dass es zwanghaft gewirkt h\u00e4tte, er schien auch weiterhin ganz locker in dieser angepassten Rolle. <\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde am Wochenende nicht mit ihm auf Tour gehen wollen, und ich meine jetzt nicht auf Pakettour, sondern durch lokale Kneipen wie &#8220;Lucky&#8221;s Luke&#8221;, daf\u00fcr hat er ein zu ungez\u00fcgeltes Verh\u00e4ltnis zum Alkohol. Es hei\u00dft, Big M habe ihn mal retten m\u00fcssen, als Knut sich in angetrunkenem Zustand mit einer Handvoll anderer, ebenfalls nicht mehr n\u00fcchterner Wochenendler angelegt habe, aber um dar\u00fcber etwas zu sagen, fehlt es mir an Informationen, denn ich glaube garantiert nicht, was mir eine einzelne Quelle zutr\u00e4gt, auch wenn es &#8220;die erste Hand&#8221; ist, aus der das kommt. Knut jedenfalls macht seine Arbeit gewissenhaft und man kann sich auf ihn verlassen, und darauf kommt es mir an, selbst wenn es vielleicht Ereignisse gegeben hat, die ihn erst auf einen geradlinigen Pfad diesbez\u00fcglich zur\u00fcckgebracht haben &#8211; wie gesagt: unbest\u00e4tigte Geschichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte auch einen Fall schildern, der mir ernsthaft Sorgen bereitet hat, mich aber trotz allem nichts gekostet hat. Die Angelegenheit trug sich zu, kurz nachdem ich auf die Eifeltour umgestiegen war, genau war das am 11. Oktober 2011. An dem Tag hatte ich wegen Reparaturbedarfs des Sprinters einen gemieteten Renault zugewiesen bekommen, dessen Bedienung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_s2mail":"yes","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[515,1054,1946,1505,2079],"class_list":["post-2237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitswelt","tag-ehrang","tag-polizei","tag-transoflex","tag-verantwortung","tag-verkehrsunfall"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2237"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2697,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2237\/revisions\/2697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}