{"id":2159,"date":"2012-04-26T18:03:53","date_gmt":"2012-04-26T16:03:53","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2159"},"modified":"2012-12-09T15:24:04","modified_gmt":"2012-12-09T14:24:04","slug":"gaytal-kamikaze-teil-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2159","title":{"rendered":"Gaytal-Kamikaze (Teil 9)"},"content":{"rendered":"<p>Der Kurde machte sich. Er hatte seinen Gefahrgutschein geschafft, w\u00e4hrend andere im selben Lehrgang durchgefallen waren, und es schien ihm gut zu tun, er kam nur noch ganz selten zu sp\u00e4t zur Arbeit und schien disziplinarisch \u00fcber den Berg. Er sagte nur manchmal mit einem Grinsen, dass er sich seine alte Tour in Bitburg zur\u00fcckw\u00fcnsche.<br \/>\nSo vergingen ein paar Wochen und irgendwann im Dezember k\u00fcndigte er dann an, ab Februar oder M\u00e4rz werde er sich wieder beim Arbeitsamt einreihen. Da bei ihm nie sicher der Ernst von dem Spa\u00df unterschieden werden konnte, schrieben wir das erst einmal seiner Nostalgie zu, die ihn scheinbar neuerdings mit Bitburg verband; sprich: Der neue Job als &#8220;Springer&#8221; f\u00fcr Notf\u00e4lle und Gefahrgutfahrer erf\u00fcllte ihn vielleicht nicht und er hatte es vorgezogen, zu gehen (oder zumindest in dieser Richtung Witze zu machen).<br \/>\nAllerdings machte noch jemand anders eine \u00e4hnliche Bemerkung, was mich dann doch neugierig machte. Immerhin musste die Firma 600 E blechen, um die Lehrgangskosten zu zahlen, da l\u00e4sst man doch den Belehrten nicht ein paar Wochen sp\u00e4ter einfach so wieder gehen? Ich fragte Peter und der sagte, er wisse von nichts. Nun gut&#8230;<\/p>\n<p>Zeitsprung: Anfang M\u00e4rz 2012. Betriebsversammlung im Pausenraum. Betriebsversammlungen sind nie ein Grund zur Freude. Der Kurde hatte mit dem Feuer gespielt und sich dabei in die Luft gejagt, bildlich gesprochen. Konkret ausgedr\u00fcckt, sah das so aus und ich erl\u00e4utere ein paar Abl\u00e4ufe, damit man sich das Gesamtbild vor Augen f\u00fchren kann:<\/p>\n<p>Ein Paket wird vom Kunden abgeholt und von dem f\u00fcr das Gebiet zust\u00e4ndigen Lager per Scan aufgenommen. Pakete verschiedener Kunden gelangen von dort aus in ein Zentrallager, in welchen Paletten aus Paketen zusammengestellt werden, die einem bestimmten Depot zugeordnet werden k\u00f6nnen, zum Beispiel Trier. Die ganze Palette erh\u00e4lt einen Barcode, der beim Be- und Entladen des LKWs gescannt wird, um das Vorhandensein der Palette zu best\u00e4tigen. Im ausliefernden Depot wird die Palette abgepackt und der Wareneingang scannt noch einmal jeden einzelnen Barcode der einzelnen Pakete, damit der Server wei\u00df, dass die Ware vor Ort ist (der so genannte RWE-Scan). Die Fahrer nehmen die Ware ihrer entsprechenden Postleitzahlen dann vom Band und best\u00e4tigen den Empfang ihrerseits wiederum mit einem so genannten Beladescan.<\/p>\n<p>Die vor unser aller Augen operierende kriminelle Gruppe, bestehend aus dem Kurden und drei Leuten vom Band (nennen wir die mal Luigi und die beiden coolen Jugendlichen), machte sich unter anderem zu nutze, dass die verwendeten Scanner durch den h\u00e4ufigen Gebrauch schon ein paar Gebrechen zeigten. Luigi \u00fcbernahm den RWE-Scan und t\u00e4uschte bei &#8220;gew\u00fcnschter&#8221; Ware eine Fehlfunktion vor &#8211; das Band wurde angehalten, die Ware vom Band ger\u00e4umt, und der Betrieb lief gleich weiter. Regelgetreu musste die angesprochene Ware, und es handelte sich wohl in der Regel um teure Notebooks f\u00fcr gro\u00dfe Elektronikm\u00e4rkte, nat\u00fcrlich wieder auf dem Band landen; stattdessen wurden die Computer auf eine Palette gestapelt, die Palette an die Wand f\u00fcr Sperr- und Gefahrgut gefahren und dort von dem Kurden in seinen Sprinter geladen. Zuhause lagerte der das ganze Zeug dann ein.<br \/>\nDas geschah so auff\u00e4llig, dass sich keiner was dabei dachte, denn Waren aus Mischpaletten f\u00fcr die Elektronikketten werden oft \u00fcbers Band geschickt und dann da unten wieder zu Komplettpaletten aufgestapelt, um sie in den LKW zu laden, der sie zum Zwischenh\u00e4ndler bringt (die Ketten kennt man ja aus der Werbung).<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tte das funktionieren k\u00f6nnen. Vielleicht. Aber erstens fielen die Mengen irgendwann auf, und zweitens handelte es sich zweifelsfrei um Ware, von der jeder in dem Gesch\u00e4ft wei\u00df, dass sie Begehrlichkeiten unter den schwarzen Schafen weckt.<br \/>\nWas die Untersuchung ins Rollen brachte, wei\u00df ich nicht, und ich habe auch nicht vor, die Angelegenheit weiter zu recherchieren. Die Sichtung der \u00dcberwachungsvideos brachte jedenfalls eindeutige Resultate. Die an der Decke h\u00e4ngenden Kameras sind in der Lage, in ihrerm Sichtbereich Barcodes von den Paketen abzulesen. Man kann die Software anweisen, einen gew\u00fcnschten Barcode auf seinem Weg durch die Halle zu verfolgen. Und wenn jemand Ware ohne RWE-Scan mitnimmt, handelt es sich streng genommen bereits um Diebstahl (von daher sollte man niemals Ware auch nur anfassen, die noch als Palette am Kopf des Rollbands steht).<br \/>\nDie Sache flog also auf, die Bandaufleger brauchten von gestern auf heute drei neue Mitarbeiter. Die Diebe hatten in der Tat noch nichts von dem, was sie gestohlen hatten, verkauft und gaben alles zur\u00fcck. Vielleicht wollten sie erst Gras \u00fcber die Sache wachsen lassen? Warten, bis alle die Suche nach der Ware aufgegeben hatten?<\/p>\n<p>Ich war vom Kurden doch sehr entt\u00e4uscht. Dass er ein Gauner war, war von Anfang an klar gewesen, aber eine solche Dummheit h\u00e4tte ich ihm nicht zugetraut. Er wurde nicht angezeigt, angeblich, weil er als &#8220;Lagerist&#8221; der entwendeten Ware alles bereitwillig zur\u00fcckgab. Er bekam Hausverbot im Depot und fuhr f\u00fcr Peter weiter &#8211; im Auftrag des DPD. Das frustrierte mich gewisserma\u00dfen, denn ich hatte noch keinen gekannt, der so viele Chancen erhalten und alle vergeben hatte, und ich fand, dass es an der Zeit war, dass er endlich f\u00fcr seine Dummheiten zahlte. Wenn Soldaten potentielle M\u00f6rder sind, dann sind Transportfahrer potentielle Diebe, und da ich meinem derzeitigen Beruf mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit nachgehe, f\u00fchle ich mich doch irgendwo in meinem Ruf gesch\u00e4digt, auf den ich Wert lege.<\/p>\n<p>Allein, man sagte mir, dass es bei dem Stand der Dinge unwahrscheinlich sei, dass er daf\u00fcr ins Gef\u00e4ngnis gehe &#8211; wenn da nicht ein kleiner zus\u00e4tzlicher Faktor w\u00e4re: Er war zwar nicht angezeigt worden, tauchte aber nat\u00fcrlich in den Aussagen seiner Komplizen auf, die sehr wohl eine Anzeige erhalten hatten. Die Staatsanwaltschaft, hie\u00df es, habe daraufhin eigenm\u00e4chtig ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Und: Wenige Wochen zuvor war der Kurde wegen einer Schl\u00e4gerei auf einem der zahlreichen Weinfeste im Herbst zu einem halben Jahr auf Bew\u00e4hrung verurteilt worden. Das d\u00fcrfte sich nun bemerkbar machen. Aber ein halbes Jahr ist ja schnell vorbei. Zuletzt war von ihm zu h\u00f6ren, er wolle Deutschland den R\u00fccken kehren und in Mossul, wo er ja einmal hergekommen war, sein Gl\u00fcck versuchen.<\/p>\n<p>Peter berief daher also eine Betriebsversammlung ein, um alle zu informieren und wollte reinen Tisch:<br \/>\n&#8220;Wenn von Euch noch einer da mit drin steckt, dann soll er es jetzt sagen, oder im Laufe des Tages unter vier Augen. Jetzt kann ich noch was f\u00fcr Euch tun, sp\u00e4ter geht das nicht mehr.&#8221;<br \/>\nEs gab tats\u00e4chlich noch einer unter vier Augen ihm gegen\u00fcber zu, sich an der Ware vergriffen zu haben, und aus irgendeinem Grund fanden sich im Laufe der darauf folgenden Woche drei verschiedene Leute, die mir den Namen unabh\u00e4ngig voneinander zutrugen. Auch dieser T\u00e4ter gab zur\u00fcck, was er an sich genommen hatte und bekam seine Chance &#8211; die er, soweit ich ihn einsch\u00e4tzen kann, auch sinnvoll nutzen wird. Ob er allerdings mit dem Kurden und seinen Leuten vom Wareneingang zusammengearbeitet hat oder unabh\u00e4ngig davon sein eigenes S\u00fcppchen zu Ausl\u00f6ffeln kochte, ist bislang ein Geheimnis geblieben, und von mir aus kann das auch so bleiben. Ich gehe aber davon aus, dass er unabh\u00e4ngig gehandelt hat, da ihn sonst Luigi und die coolen Jugendlichen wohl mit in den Abgrund gerissen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Irgendwie verbreiten sich Geschichten immer, und ich frage mich, wer sie immer rumerz\u00e4hlt? Ich meine, einer muss damit anfangen, und wenn ich mich so umsehe, dann dr\u00e4ngt sich mir der Gedanke auf, dass daf\u00fcr ein sehr kleiner Personenkreis in Frage kommt. In einem Falle, also einer noch ganz anderen Geschichte \u00fcber die Arbeitsweise des Kurden, kam die Geschichte allerdings nicht von Kollegen der Transportfirma, sondern von einer Person, die f\u00fcr das Depot selbst arbeitet. Ich will mich daf\u00fcr nicht verb\u00fcrgen und eine Gegendarstellung des Kurden zu bekommen, k\u00f6nnte schwierig sein, von daher erz\u00e4hle ich nur nach, was man mir erz\u00e4hlt hat:<\/p>\n<p>Es gibt irgendwo in unserem Zustellungsgebiet eine Stra\u00dfe innerorts am Hang, und an einer Stelle, wo sich zuf\u00e4llig auch ein Kebapladen befindet, fand eine Person eines Morgens ein auff\u00e4lliges Paket, und aus irgendeiner unergr\u00fcndlichen Motivation heraus gab er es bei der erstbesten und dazu schwangeren Nachbarin ab: Den gro\u00dfen Aufkleber mit dem schwarzen, dreiteiligen &#8220;Ventilator&#8221; auf gelben Untergrund wusste er wohl nicht zu deuten. TAT\u00dcTATA! Dieser Fund, so gesundheitlich folgenlos er im Endeffekt auch gewesen sein mag, begr\u00fcndete unmittelbar einen Einsatz verschiedener Rettungskr\u00e4fte, inklusive Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, und was uns sonst noch wichtig und vor allem teuer ist.<br \/>\nWie man mir erz\u00e4hlte, ist es unstrittig, aus wessen Auto dieses Paket stammte, denn der Barcode sagt alles. Der Kurde hatte daf\u00fcr nat\u00fcrlich keine Erkl\u00e4rung. Uns bleibt daher nur das Reich der Spekulation, und da will ich mich zur\u00fcckhalten. Sicher ist einzig, dass der Kurde nur selten an einem Kebapladen vorbeifahren konnte, ohne anzuhalten und auch was zu essen.<\/p>\n<p>Eine Folge seines Abgangs f\u00fcr uns war nat\u00fcrlich, dass wir einen neuen Fahrer brauchten, und wir fanden einen, den Mike aus einem seiner zahlreichen anderen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse vor Transoflex kannte. Ich nenne ihn mal &#8220;den Kleinen&#8221;, weil er nicht gerade gro\u00df gewachsen ist; aber soweit ich das beurteilen kann handelt es sich um einen guten Mitarbeiter, der wei\u00df, um was es geht, wie es l\u00e4uft, und welche Regeln in dem Spiel gelten. Das sch\u00f6ne dabei ist auch, dass er gewisserma\u00dfen in meiner Nachbarschaft wohnt. Sollte es also technische Probleme geben, dann ist morgens um 0430 jemand in der N\u00e4he, der mich zumindest mit in die Halle nehmen kann. Ich k\u00f6nnte wohl auch mit Puck fahren, aber der ist mir zu sp\u00e4t dran.<\/p>\n<p>Wenn wir schon bei negativen Themen sind, dann reden wir doch auch mal \u00fcber Menschenw\u00fcrde.<br \/>\nIm vergangenen Sommer habe ich ja beschrieben, dass ich die verf\u00fcgbaren (halb-) \u00f6ffentlichen Toiletten geschickt nutzen muss, wenn ich mich nicht an den Stra\u00dfenrand stellen will; ich meine, man muss die zivilisatorischen Errungenschaften ja nicht verschm\u00e4hen, oder? Im Sommer jedenfalls hat das Problem eine andere Qualit\u00e4t als im Winter, wie ich in den letzten Monaten lernen musste. Im Sommer schwitzt man nicht unbedeutende Mengen dessen, was man trinkt, \u00fcber die Haut aus. Ich habe zwei bis drei Liter getrunken, Wasser und Orangensaft, ohne deshalb mehr als ein- oder zweimal eine Toilette aufsuchen zu m\u00fcssen. Im Winter dagegen f\u00e4llt der Faktor Transpiration aus, und wenn es einem innerhalb einer Ortschaft pl\u00f6tzlich \u00fcberkommt (und ich stelle fest, dass dies manchmal schnell geht, wenn man die Signale vorher in guter Hoffnung sozusagen beiseite geschoben hat), dann hat man nicht die Option, sich an die Stra\u00dfe zu stellen und macht sich am besten einen Knoten. Nee, das geht ja nicht so einfach.<\/p>\n<p>Also Schlie\u00dfmuskeltraining. Aber alles hat Grenzen: Das Fassungsverm\u00f6gen meiner Blase, die St\u00e4rke des Schlie\u00dfmuskels, und das Ma\u00df an Schmerzen, die zu ertragen ich bereit bin. Ich habe auch schon schreiend am Steuer gesessen, w\u00e4hrend ich mit Bleifu\u00df aus einem Ort raus und in den n\u00e4chsten Feldweg hineingerauscht bin. Was auch nicht verhinderte, dass zwei- oder dreimal was in die Hose ging. Rettender Vorteil im Winter: Die Jacke deckt das zu. Vorteil des Materials: Es trocknet schnell.<br \/>\nEine L\u00f6sung musste her: Die Pinkelflasche. Die Saftflaschen, die ich kaufe, haben einen breiten Hals, und dieses Verfahren erlaubt es mir, auch innerorts mal schnell in der Ladefl\u00e4che zu verschwinden, um den st\u00f6renden halben Liter loszuwerden.<br \/>\nToll ist was anderes, aber was soll ich machen?<\/p>\n<p>Um noch etwas allgemeines einzustreuen: Unsere Autos scheinen in der letzten Zeit verst\u00e4rkt Batterieprobleme zu haben. In der Folge musste Knut mehrfach ausr\u00fccken, weil sich in seinem Auto ein \u00dcberbr\u00fcckungskabel befindet. So langsam glaube ich, wir haben zu wenige davon. Ein Ersatzfahrzeug, das mir zugeteilt worden war, sprang morgens nicht an, sogar der KIlometerz\u00e4hler zeigte eine Null an und das einzige Lebenszeichen bestand aus einem kurzen, leisen Surren beim Einschalten der Z\u00fcndung. Ein Ersatzfahrzeug, das man Puck an die Hand gegeben hatte, machte noch nicht einmal das. Das Lenkradschloss entriegelte nicht und der Z\u00fcndschl\u00fcssel lie\u00df sich nicht drehen.<\/p>\n<p>&#8220;Zum Gl\u00fcck&#8221; fand dies an einem Sonntag statt, an dem er mit besagtem Ersatzfahrzeug nach Plaidt fahren sollte, um seinen LKW nach erfolgter Reparatur wieder in Empfang zu nehmen.<br \/>\nUm halb 11 rief Puck mich an, ob ich nicht eine Idee h\u00e4tte: die Schlie\u00dfanlage des Sprinters muckse sich nicht. Ich ging runter, zog den Metallschl\u00fcssel aus dem Geh\u00e4use des elektronischen Schl\u00fcssels uns konnte damit immerhin die T\u00fcr \u00f6ffnen. Wie gesagt: Nicht einmal die Z\u00fcndung lie\u00df sich einschalten, weil der Schl\u00fcssel sich nicht im Schloss drehen lie\u00df. Wir gingen zu mir hoch. Der Diponent wurde verst\u00e4ndigt, der rief den Kleinen an. Um 11 Uhr kam der Besuch, den ich eigentlich erwartet hatte. Um kurz nach 11 kam der Kleine. Auch der lie\u00df seine Kontakte spielen und bekam um etwa halb 12 ein Starterkabel organisiert. In der Zwischenzeit kam schon der Vorschlag, &#8220;Ach komm, pack die Karten aus!&#8221;, denn immerhin hatte ich dann schon mehr Leute zusammen als f\u00fcr den gedachten Spielenachmittag am Tag zuvor. Gemeint war damit BANG!, aber ich konnte die Karten nicht finden. Puck konnte dann endlich lostuckern (und Elmo, der auch nach Plaidt muss, mit einer Stunde Versp\u00e4tung in Zemmer abholen).<\/p>\n<p>Warum hatte ich eigentlich ein Ersatzauto? Weil an dem mir zugeteilten Fahrzeug, mit der Nummer 560, zwar die Batterie keine Probleme machte, daf\u00fcr aber der Motor. Enge Kurven bergauf waren ihm zu anstrengend. Da konnte es sein, dass man beim Beschleunigen auf einmal das Gef\u00fchl bekam, der halbe Motor schalte sich ab. 90 km\/h Spitze auf gerader Strecke. Auff\u00e4llig gerade dann, wenn man einen niederl\u00e4ndischen LKW \u00fcberholen will und dabei feststellt, dass der um oder vielleicht auch \u00fcber 100 f\u00e4hrt. Steigungen werden da zur Herausforderung: Zwischen Neuerburg und Waxweiler hat der H\u00fcgel bestenfalls 10 % Steigung: Der Sprinter nahm diese mit Ach und Krach 40 km\/h. Anfangs konnte man dem beikommen, indem man kurz anhielt und den Motor abschaltete, aber nach einer Weile war&#8217;s auch damit vorbei.<\/p>\n<p>Ich erhielt zun\u00e4chst einen anderen Sprinter, den man noch irgendwo in der Mottenkiste gefunden hatte. Da war sogar noch ein Kassettenrekorder drin, in dem ein Band gefangen war, das vorderasiatische Musik dudelte. Das Radio ging gar nicht. Aber der Wagen hielt nur ein paar Tage: Als ich gerade von Olewig Richtung Uni hochfuhr, fing der Motor an zu knattern; ein paar Augenblicke sp\u00e4ter str\u00f6mten Abgase in die Fahrerkabine. Ich riss die Fenster auf und fuhr noch 200 m bis zum n\u00e4chsten Parkplatz. Ich besah mir den Motor (als Laie w\u00fcrde ich sagen, dass einer der Zylinderk\u00f6pfe undicht war), stellte die \u00dcberforderung meiner Kompetenzen fest, unterrichtete die Firma und ging nach Hause.<br \/>\nZwischendurch wurde der Wagen von Peter in Augenschein genommen, woraufhin er mir mitteilte, dass am Abend einer kommen w\u00fcrde, der das Auto abschleppen sollte. Der kam kurz nach Sonnenuntergang und ich half ihm, das Fahrzeug auf dem Anh\u00e4nger zu vert\u00e4uen, kritisch be\u00e4ugt von zwei Damen um die Vierzig, deren Fahrzeug wir am Verlassen des Parkplatzes hinderten. Alles in allem kamen wir nur auf drei von vier ben\u00f6tigten Spanngurten. Streng genommen h\u00e4tten wir noch einen besorgen m\u00fcssen, aber der Abschlepper wollte auch irgendwann einmal nach Hause, die beiden Damen wirkten von Sekunde zu Sekunde ungeduldiger, also fuhr er so davon. Es hat wohl auch geklappt.<br \/>\nUnd das Auto, das ich dann bekam &#8211; das war das Auto, wo die Batterie streikte.<br \/>\nDanach bekam ich wieder den Wagen, mit dem ich ganz zu Beginn gefahren war, mit der Nummer 540.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend muss ich feststellen, dass ich alle Probleme &#8211; selbstverschuldet (wie Festfahren im Schlamm und Karosseriekratzer) oder nicht (besagte technische Probleme) mit der 560 gehabt hatte.<br \/>\nAber zumindest der Teil mit den selbstverschuldeten Problemen sollte leider auch an der 540 nicht vor\u00fcbergehen. Aber davon beim n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kurde machte sich. 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