{"id":2124,"date":"2012-02-05T20:01:13","date_gmt":"2012-02-05T19:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2124"},"modified":"2012-02-05T20:01:13","modified_gmt":"2012-02-05T19:01:13","slug":"gaytal-kamikaze-teil-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2124","title":{"rendered":"Gaytal-Kamikaze (Teil 7)"},"content":{"rendered":"<p>Ich sollte auch mal von hinten aufrollen, sozusagen, und gebe wider, was mir von der Weihnachtsfeier berichtet wurde. Just an diesem Tag feierte Melanies Mutter ihren Geburtstag und da konnte ich schlecht wegbleiben. Abgesehen davon w\u00e4re es meine erste Feier mit den Chaoten von der Firma und ich konnte mir nicht sicher sein, wie diese Leute sich unter Alkoholeinfluss verhalten w\u00fcrden, der bei dieser Gelegenheit ganz bestimmt reichlich flie\u00dfen w\u00fcrde. Peter bot mir einen Deal an: Ich w\u00fcrde den Dienstwagen verwenden d\u00fcrfen, um nach Saarbr\u00fccken zu fahren, wenn ich im Anschluss noch zur Feier k\u00e4me (die ganz unfeierlich in einer Ehranger D\u00f6nerbude stattfand). Den Sprit musste ich nat\u00fcrlich zahlen:<br \/>\nMittels meines Fahrtenbuchs errechnete ich, dass der Sprinter auf 100 km 15 Liter Diesel s\u00e4uft. Saarbr\u00fccken und zur\u00fcck waren genau 200 km; auch bei Luxemburger Spritpreisen w\u00e4re Bahnfahren zu zweit billiger gewesen, wenn auch nicht viel.<\/p>\n<p>Nach einem angenehmen Abend in Saarbr\u00fccken machte ich mich also mit Melanie gemeinsam Richtung Trier auf, und im Hunsr\u00fcck begann es zu schneien. In Hermeskeil lagen bereits 20 cm Neuschnee, die Stra\u00dfen waren nat\u00fcrlich noch nicht ger\u00e4umt und ich musste die Reisegeschwindigkeit deutlich zur\u00fccknehmen. Das kam mir zugute, als ein vor uns fahrender Wagen pl\u00f6tztlich eine unkontrollierte Wende von 540\u00b0 machte. Die \u00fcber 100 m Abstand verk\u00fcrzten sich auf etwa 15, h\u00e4tte ich st\u00e4rker bremsen m\u00fcssen, w\u00e4re dies eindeutig zu Lasten der Fahrzeugkontrolle gegangen. Es ging aber gut und wir kamen nach zwei Stunden zuhause an. Es schneite auch in Trier, also rief ich Peter an und teilte ihm mit, dass ich nicht mehr komme, weil ich mich nicht darauf verlassen k\u00f6nne, nach dem Besuch in Ehrang wieder den K\u00fcrenzer Berg hochfahren zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Was sich dort zutrug, erz\u00e4hlte mir Puck, der tats\u00e4chlich mit dem Bus hingefahren war. Eingeladen waren nicht nur die Fahrer des Subunternehmens, sondern auch Leute der DG, also das B\u00fcro- und Lagerpersonal, der Chef fehlte. Auch Peters Bruder und einer der Fahrer aus Koblenz war anwesend, interessanterweise auch der alte Chef aus Plaidt, der &#8220;gro\u00dfe Peter&#8221;, wie Kalaschnikow gern sagte. Bevor man daran gehen kann, wer von den Fahrern zur Feier kam, sollte man vielleicht besser die Auswirkungen von Nichtanwesenheit beschreiben.<br \/>\nAntonius und Octavia hatten den Tag \u00fcber nichts gegessen und hatten Hunger, aber Peter hatte beschlossen, dass nichts bestellt werde, bevor nicht alle da seien: Die Stunden vergingen, w\u00e4hrend derer Octavia sich an den Salzstangen, die als kostenloser Snack auf den Tischen standen, g\u00fctlich hielt. Sie hat wohl eine ganze Menge davon gegessen, denn irgendwann muss mal jemand gefragt haben, wer denn eigentlich noch fehle? Nein, ich war&#8217;s nicht, weil ich ja angek\u00fcndigt hatte, dass ich sp\u00e4ter k\u00e4me und man nicht auf mich zu warten brauche.<br \/>\n<em>&#8220;Der Konrad fehlt noch!&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Was? Der kommt doch gar nicht!&#8221;<\/em><br \/>\nDas f\u00fchrte \u00fcbrigens dazu, dass der fr\u00f6hliche Winzer am Folgetag kein Wort mit Konrad wechselte, weil er eigentlich mit ihm ausgemacht hatte, sie w\u00fcrden in Hawaiihemden und mit Sonnenhut zur Feier kommen. Nun ja, scheinbar hielt auch der fr\u00f6hliche Winzer sich nicht an diese Abmachung&#8230; es muss auch schwer gewesen sein, mit seinem Nachbarn nicht zu reden, denn schlie\u00dflich redet er ja sonst ununterbrochen.<br \/>\nEs wurde also bestellt, was die logistischen M\u00f6glichkeiten einer D\u00f6nerbude nat\u00fcrlich hoffnungslos \u00fcberlastete. Das Essen brauchte also wieder eine ganze Weile, es war teilweise nicht mehr warm und man bekam wohl auch nicht immer das, was man eigentlich bestellt hatte. Octavia bestellte eine Pizza, gab aber, gef\u00fcllt mit Salzstangen, schnell auf und \u00fcberlie\u00df Puck ihr Essen. <\/p>\n<p>Nach dem Essen gab es Partyprogramm und sogar Geschenke. Mein Geschenk erhielt ich am Dienstag nach der Feier&#8230; Christbaumschmuck aus Plastik in Rot und Gold. Hat er den Krempel im Ein-Euro-Laden an der Ecke gekauft? Ich habe keine Ahnung von so Zeug, aber es war mit Abstand der h\u00e4sslichste Christbaumschmuck, den ich je gesehen habe. Auch Konrad erhielt ein Geschenk: Eine Packung mit Pralinen, die er nicht mochte. Wir tauschten also, weil er meinte, der Baumschmuck k\u00f6nne seiner Freundin gefallen.<br \/>\nDann also noch das Partyprogramm. Peter und sein Bruder veranstalteten ein Quiz, um zu sehen, wie viel die Leute eigentlich \u00fcber ihren Arbeitsplatz wissen, zum Beispiel, wie viele Touren denn ab Trier gefahren w\u00fcrden. Dann versuchten sich die beiden Br\u00fcder darin zu \u00fcbertreffen, wer den besten Fahrer habe.<br \/>\n<em>&#8220;Mein Fahrer kann dies und jenes!&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ha! Mein Fahrer kann das und das!&#8221;<\/em><br \/>\nWas soweit ausartete, dass der von Mike aufgestellte Grundsatz, es solle nicht \u00fcber die Arbeit geredet werden, untergraben wurde. Er versuchte zu intervenieren, was aber nicht viel brachte, und erst Felix beendete das Arbeitsgespr\u00e4ch:<br \/>\n<em>&#8220;Ich hab keine Lust mehr! Ich komm extra zu der Weihnachtsfeier und dann wird doch nur \u00fcber die Arbeit geredet!&#8221;<\/em><br \/>\nHa, Felix! Der Fahrer aus Koblenz war wohl ein gro\u00dfer Fan von Michael Jackson und machte folgenden Vorschlag:<br \/>\n<em>&#8220;Ich mach jetzt einen Tanzmove von Michael Jackson vor und dann will ich sehen, wer das nachmachen kann!&#8221;<\/em><br \/>\nEs handelte sich wohl um eine Art doppelte Drehung, w\u00e4hrend der man in die Knie geht und wieder aufsteht. Er machte es vollendet vor und dann ging es darum, einen Freiwilligen zu finden, der es ebenfalls versuchen w\u00fcrde &#8211; man k\u00f6nnte vielleicht auch sagen, einen, der sich freiwillig melden w\u00fcrde, um sich zum Affen zu machen. Nat\u00fcrlich meldete sich erst einmal niemand, und ohne, dass noch jemand w\u00fcsste, wer angefangen hatte, rief die versammelte Mannschaft:<br \/>\n<em>&#8220;FELIX! FELIX! FELIX! FELIX!&#8221;<\/em><br \/>\nUnd dann stand der Felix auf, l\u00e4chelte verlegen und sagte: <em>&#8220;Na ja, ich kann das zwar nicht, aber ich versuch&#8217;s mal&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\nNat\u00fcrlich bekam er es nicht hin, aber er hatte sich getraut. Allein daf\u00fcr geb\u00fchrt ihm mein Respekt, denn ich k\u00f6nnte gar nicht betrunken genug sein, um mich zu sowas \u00fcberreden zu lassen, und ich habe kein Problem damit, vor Publikum zu singen oder auch Theater zu spielen.<\/p>\n<p>D\u00fcrfen Trinkspiele fehlen? Nat\u00fcrlich nicht. Der Kurde erkl\u00e4rte, er k\u00f6nne eine Flasche Bier schneller leertrinken, als irgendjemand sonst. Der fr\u00f6hliche Winzer nahm die Herausforderung an, es wurde gewettet, Peter lie\u00df da einiges springen, weswegen Mike den Kopf sch\u00fcttelte und am Montag danach zu mir sagte, da w\u00fcrden Dutzende Euro zum Spa\u00df verpulvert, aber ein Firmenhandy sei scheinbar nicht drin. Nun ja, der fr\u00f6hliche Winzer trat also im Schnelltrinken gegen den Kurden an. Er setzte die Flasche an den Hals und st\u00fcrzte alles hinunter. Der Kurde lie\u00df sich Zeit und trank gem\u00fctlich, wenn auch ohne abzusetzen. Der fr\u00f6hliche Winzer forderte daher seinen Anteil an den Wetteins\u00e4tzen, aber der Kurde ist ja nicht v\u00f6llig bl\u00f6de: <em>&#8220;Ach ja? Guck doch mal in Deine Flasche!&#8221;<\/em><br \/>\nDurch das schnelle Trinken war auch entsprechend schnell Luft in die Flasche gelangt: Es hatte sich Schaum gebildet, der sich erst nachher wieder in Fl\u00fcssigkeit zur\u00fcckverwandelte &#8211; in der Flasche des fr\u00f6hlichen Winzers befand sich also noch ein Rest, die Flasche des Kurden war leer, womit er gewonnen hatte.<\/p>\n<p>Es wurde insgesamt nicht wenig getrunken und die Flaschen wurden zur K\u00fchlung schon mal auf das Fensterbrett gestellt. Wie es scheint, versammelte sich vor dem Fenster eine Gruppe Ehranger Jugendlicher, die mit viel Geduld aber wenig erfolgreicher Heimlichtuerei die angetrunkenen Flaschen immer wieder ein kleines St\u00fcck weit verschoben, bis sie aus dem Sichtbereich der innen Sitzenden verschwunden waren und abgegriffen werden konnten. Es kam aber scheinbar zu keinen Zwischenf\u00e4llen deshalb.<br \/>\nAu\u00dfer getrunken wurde scheinbar auch nicht wenig geraucht, was mir nat\u00fcrlich wenig gefallen h\u00e4tte. Aber immerhin kam es trotz Alkoholkonsums zu keinen Ausf\u00e4lligkeiten, eine Party mit den Fahrern k\u00f6nnte also meinem Sicherheitsbed\u00fcrfnis nicht entgegenstehen. <\/p>\n<p>Springen wir ganz woanders hin: Irgendwas muss ich wohl richtig machen, wenn Kunden mich auf einen Kaffee einladen. In Irrhausen wohnt ein Privatkunde, etwa 40 Jahre alt, denke ich, dem ich Pflegeartikel bringe. Als er das Angebot zum ersten Mal machte, war ich leider recht sp\u00e4t dran &#8211; ich muss nicht unbedingt sp\u00e4ter als 17 Uhr nach Hause kommen, wenn es sich vermeiden l\u00e4sst. Ich dankte ihm f\u00fcr das Angebot und bot an, der Einladung nachzukommen, sollte ich einmal bis sp\u00e4testens 1430 Uhr bei ihm sein, was durchaus vorkommen kann. Als ich diese Zeit dann mal schaffte, hatte er bereits Besuch, und beim letzten Versuch hatte ich eine heftige Erk\u00e4ltung mit dickem Kopf und Gliederschmerzen und lehnte erneut ab. <\/p>\n<p>So ein Tag so sch\u00f6n wie jener Freitag? Nie wieder. Ich bin mitten in der Nacht wach geworden, weil meine Blase sich meldete und beim Gang durch die Wohnung wurde mir klar, dass dieser Tag nicht lustig werden w\u00fcrde. Ich war drauf und dran, mich krankzumelden, aber wer sollte die Tour fahren? Ich erw\u00e4hnte ja bereits, dass meine Tour sich mangels &#8220;Nachbarn&#8221; nicht gut verteilen l\u00e4sst. Und gerade an diesem Freitag sollte die Apothekenumschau \u00fcbers Band laufen&#8230; ich fr\u00fchst\u00fcckte also sp\u00e4rlich und der erste Effekt der Erk\u00e4ltung schien aus einer gehobenen Wahrnehmung des Zeitverlaufs zu bestehen. In der Regel setze ich mich um 0400 hin, esse ein paar Scheiben Brot und trinke etwa einen Liter Tee, dann ist es Zeit, die Z\u00e4hne zu schrubben und mich ins Auto zu setzen, um gegen 0500 im Depot zu sein. <\/p>\n<p>Nicht so an dem Freitag. Ich a\u00df und trank, aber die Zeit wollte nicht vergehen. Ich hatte das Gef\u00fchl, eine halbe Ewigkeit da zu sitzen und zu warten, dass die Zeit zum Gehen k\u00e4me. Fr\u00fcher da zu sein, hat Vorteile, aber viel zu fr\u00fch da zu sein, bringt auch wieder nichts, weil man bestenfalls in der Halle rumh\u00e4ngen kann und es ist noch keiner da, mit dem man reden k\u00f6nnte.<br \/>\nIrgendwann kam ich aber doch in Ehrang an und die Hiobsbotschaften gingen weiter: Au\u00dfer dem B\u00fcropersonal, Lambert (der mich am Abend zuvor extra angerufen hatte) und mir wusste scheinbar niemand, dass die Apothekenumschau heute laufen sollte. Die Bandaufleger kamen zur \u00fcblichen Zeit um 0530 anstatt um 0500, da kochte so manchem Fahrer gleich doppelt die Galle \u00fcber, denn sie hatten schlicht verpasst, sich den Stichtag einzupr\u00e4gen und die Leute vom Band versch\u00e4rften die Situation zus\u00e4tzlich. Beim sp\u00e4t rauskommen versteht so mancher keinen Spa\u00df, aber immerhin stehen Paletten mit den Zeitschriften bereits lang zuvor in der Halle rum und auf den Paketen ist gro\u00df aufgedruckt, wann sie sp\u00e4testens ausgeliefert werden m\u00fcssen. Von diesem Datum geht man einen Werktag nach hinten und man wei\u00df, wann sie \u00fcbers Band laufen, in diesem Fall also Montag und Freitag. Der fr\u00f6hliche Winzer war also erst einmal gereizt und es dauerte zwei Stunden, bis er seine \u00fcbliche Laune wiedergefunden hatte &#8211; und das war wichtig, weil ein bisschen lachen gerade an dem Tag ganz gut tat. <\/p>\n<p>N\u00e4chste b\u00f6se Sache: Ich war nicht der einzige, den es erwischt hatte: Puck starrte wie ein Zombie vor sich hin, Konrad f\u00fchlte sich &#8220;platt wie&#8217;n Groschen&#8221;, Engel sagte, er sei grad froh, dass er stehen k\u00f6nne, Mike bewegte sich ebenso in Schlangenlinien vorw\u00e4rts, wie ich das tat, Antonius vom Lager hatte sich beim Heben eine Verspannung im R\u00fccken zugezogen und bewegte sich steif wie ein Roboter. Aber alle waren gekommen, immerhin. War das gut? Vielleicht. In dem Zustand, in dem ich mich befand, muss ich Autofahren als grob fahrl\u00e4ssig bezeichnen. Fahren mit irgendwas unter einem Promille muss sich \u00e4hnlich anf\u00fchlen.<br \/>\nAlkohol h\u00e4tte aber m\u00f6glichwerweise die Gliederschmerzen bet\u00e4ubt&#8230; bei jedem Aussteigen zog es im Kniegelenk, wenn ich im Stehen hustete, hatte ich das Gef\u00fchl, ich h\u00e4tte mir die H\u00fcfte verrenkt. Aber: Konzentration! Auch der \u00fcbelste Tag geht einmal vorbei, und er ging vorbei. Ich legte mich fr\u00fch ins Bett und f\u00fchlte mich am Tag darauf schon bedeutend besser, nur ein etwas flaues Gef\u00fchl im Magen blieb zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Nun h\u00e4tte ich gern noch mehr geschlafen, aber nach dem 85. Geburtstag meiner Oma musste ich endlich mal wieder in die Heimat reisen, um meine Aufwartung zu machen, wie man heutzutage ja nicht mehr sagt. Ich war ja schein seit November nicht mehr zu Besuch gewesen und hatte erstmals mit der &#8220;traditionellen&#8221; Rundreise zu Weihnachten gebrochen. Es ging aber besser, als ich dachte, und am Sonntag war ich fast wiederhergestellt und am Montag wieder fit &#8211; p\u00fcnktlich zur bislang k\u00e4ltesten Woche des aktuellen Winters.<\/p>\n<p>Hei, was ein Spa\u00df! Die Hauptstra\u00dfen waren weitgehend frei, weitgehend, aber die Nebenstra\u00dfen in den windigen D\u00f6rfern im Bereich Zemmer-Orenhofen-Speicher und nat\u00fcrlich weiter n\u00f6rdlich in der Eifel waren dick vereist. Einem Kunden musste ich seine beiden 30-Liter Lackf\u00e4sser \u00fcber 100 m zu Fu\u00df an die T\u00fcr bringen, weil ich die Steigung mit dem Lieferwagen nicht hochkam. Ich ging stattdessen \u00fcber die Wiese neben dem B\u00fcrgersteig, weil dort kein Eis, sondern eben nur Schnee lag. Ansonsten machten die Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse keine Probleme, obwohl sie f\u00fcr spannende Momente sorgten. An einer Stelle rutschte ich auf der Landstra\u00dfe aus der Kurve in den Graben und dachte mir schon in dem Moment, dass ich da nie und nimmer wieder rausk\u00e4me. Stattdessen schubste mich wohl eine Art Jojoeffekt wieder zur\u00fcck. Ich hielt an der n\u00e4chsten Einbuchtung an und besah mir die betroffene Seite: Keine Sch\u00e4den. Nur wieder einmal Erde und Gras am Unterboden. <\/p>\n<p>Immerhin blieb die kalte Woche trocken, was eine neue Eisbildung verhinderte, und bei sonnigem Wetter ist das Leben angenehmer, au\u00dferdem lief im Depot die Heizung, sodass wir immerhin auf \u00fcber 10\u00b0 C kamen. Ob das an mir liegt? Wohl nicht&#8230; aber ein paar Tage zuvor war es schon einmal sehr kalt gewesen und man konnte im Depot den eigenen Atem sehen. Als ich dann mit kalten Fingern und unterk\u00fchltem Gesicht zur Ablaufkontrolle ging, um meine Papiere zu holen, fragte ich den Chef dort, wie kalt es eigentlich werden m\u00fcsse, damit die Statuten der DG Trier es erlaubten, dass die Heizung eingeschaltet werde. Das m\u00fcsse er sich noch \u00fcberlegen, sagte er. In Anlehnung an den englischen K\u00f6nig Edward I. in Braveheart machten wir schon Witze: <em>&#8220;Die Halle zu heizen kostet Geld &#8211; kranke Fahrer von Subunternehmen kosten gar nichts.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Die Fahrzeuge sind jedoch au\u00dfen ziemlich schmutzig; der Schlamm am Stra\u00dfenrand ist zwar gefroren, aber Streusalz setzt sich trotzdem an der Karosserie fest. Aus dem Plan, das sch\u00e4dliche Salz abzuwaschen, wurde jedoch nichts, weil die Waschanlage wegen der niedrigen Temperaturen au\u00dfer Betrieb ist!<br \/>\nPeter hat mich im Januar zum Kontrolleur des Reinigungszustands der Fahrzeuge berufen: Im Winter eine undankbare Aufgabe, denn zum einen fliegt einem das Streusalz nur so um die Ohren, und zum anderen werden die Fahrzeuge bei Temperaturen knapp \u00fcber dem Gefrierpunkt bei Schmuddelwetter von Montag auf Dienstag wieder schmutzig. Ich kontrolliere daher aktuell nur das Innere der Fahrzeuge, ob also mal ausgekehrt und abgestaubt wurde und ob irgendwelcher M\u00fcll drin liegt. Dar\u00fcber hinaus kontrolliere ich auch die F\u00fchrerscheine, weil es wohl schon vorgekommen ist, dass Fahrer am Wochenende ihren F\u00fchrerschein verloren und nichts davon sagten: Sollten sie ohne g\u00fcltige Fahrerlaubnis erwischt werden, droht nach den mir vorliegenden Informationen ein Bu\u00dfgeld von 1000 Euro, und zwar f\u00fcr den Fahrer UND f\u00fcr die Person, die f\u00fcr die Kontrolle zust\u00e4ndig ist. Der Unwille ist gro\u00df, denn schlie\u00dflich wird niemand gern kontrolliert, und letztendlich schwingt bei sowas auch immer eine Unterstellung, ein Generalverdacht, mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sollte auch mal von hinten aufrollen, sozusagen, und gebe wider, was mir von der Weihnachtsfeier berichtet wurde. Just an diesem Tag feierte Melanies Mutter ihren Geburtstag und da konnte ich schlecht wegbleiben. 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