{"id":2057,"date":"2011-10-30T17:46:21","date_gmt":"2011-10-30T16:46:21","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2057"},"modified":"2017-10-22T12:22:46","modified_gmt":"2017-10-22T10:22:46","slug":"gaytal-kamikaze-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=2057","title":{"rendered":"Gaytal Kamikaze (Teil 4)"},"content":{"rendered":"<p>Weitere personelle Ver\u00e4nderung: Der Bergmoll (Name ge\u00e4ndert) geht ebenfalls nach Koblenz, womit nur noch Konrad am Band \u00e4lter sein wird, als ich (die LKW-Fahrer rechne ich nicht zu den Leuten am Band, da sie eine andere Klasse von Kollegen darstellen, aber das ist eine rein subjektive Kategorisierung). Den Bergmoll werde ich schon vermissen. Klar, er ist ein Prolet, der sich gern mal aufregt und allgemein ein bisschen ungehobelt daherkommt, aber er ist allgemein ein guter Kamerad.<br \/>\nDazu muss ich einschieben, dass ich einer japanischen Freundin letztlich beim Umzug geholfen habe und sie dr\u00fcckte mir ein Paar Arbeitshandschuhe mit gummierten Handfl\u00e4chen in die Hand. Das machte die Arbeit irgendwie effizienter und ich dachte mir noch, dass ich sowas eigentlich selbst gebrauchen k\u00f6nnte.<br \/>\nJust am Montag danach machte der Bergmoll die Runde und fragte, wer denn Interesse an eben solchen Handschuhen habe, er k\u00f6nne das Paar f\u00fcr einen F\u00fcnfer besorgen. Super Timing, ich gab ihm einen F\u00fcnfer und bekam gummierte Handschuhe, und die sind echt praktisch. Allerdings sind sie auch nicht sehr robust, da sich nach zwei Wochen die Gummierung an den Zeige- und Mittelfingern bereits abgerieben hatte und dar\u00fcber hinaus bereits an einer Fingerspitze ein kleines Loch entstanden war.<\/p>\n<p>Anfang der zweiten Oktoberwoche nun gab mir Mike eine Liste, auf der ich festhalten sollte, wer was f\u00fcr Arbeitskleidung braucht, um sich winterfest zu machen, da machte ich dann die Runde und der Bergmoll teilte mir bei der Gelegenheit mit, dass er nach Koblenz wechsele und er daher nicht mit auf die Liste komme. Der fr\u00f6hliche Winzer war da nicht weit und fragte ihn grinsend: <em>&#8220;Na, wirste uns vermissen?&#8221;<\/em><br \/>\nIch h\u00e4tte nun mit einem entsprechenden Spruch gerechnet, aber mit einem Gesichtsausdruck und einer Stimme, die v\u00f6llige Aufrichtigkeit vermittelten, sagte er: <em>&#8220;Das werd ich ganz bestimmt.&#8221;<\/em> Ich war geradezu verbl\u00fcfft.<br \/>\nWie sei das denn eigentlich in Koblenz, fragte ich ihn.<br \/>\nNa ja, gab er zur\u00fcck, die Arbeitsbedingungen seien schon irgendwie besser, man habe in der gr\u00f6\u00dferen Halle viel mehr Platz, aber hier in Trier sei die Stimmung einfach viel besser und der Umgang miteinander, sowohl unter Fahrern als auch und vor allem mit dem B\u00fcropersonal, sei wesentlich entspannter und freundlicher.<\/p>\n<p>Der Bergmoll geht also und der Kurde wird &#8220;z.b.V.&#8221; f\u00fcr Gefahrgut und Fr\u00fchdienste (also Acht-Uhr- und Zehn-Uhr-Expresse) und als &#8220;Springer&#8221; eingesetzt (als Ersatz, falls unerwartet einer ausf\u00e4llt), und das bedeutet, dass neue Fahrer hermussten.<br \/>\nDas ist zum einen Knut (Name ge\u00e4ndert) und zum anderen Bert (Name ge\u00e4ndert). Knut, ich gehe davon aus, dass er Mitte 20 ist, scheint in Ordnung und irgendwie farblos, eine unauff\u00e4llige Pers\u00f6nlichkeit, aber das kann ich nicht wirklich auf die Entfernung beurteilen, da er zu viele Leute weit bandabw\u00e4rts und damit au\u00dfer Kommunikationsreichweite steht. Bert dagegen \u00fcbernimmt Bitburg, steht also direkt neben mir. Er stammt aus Nigeria, wanderte mit seinen Eltern nach England aus, von wo aus sein Bruder in die USA und er nach Deutschland ging. Bert ist 31 und hat eine kleine Tochter in der Grundschule.<br \/>\nDas hei\u00dft, dass er im Unterschied zu den allermeisten anderen Kollegen Englisch spricht und Mike machte bereits Witze, dass wir uns ja nun auf Englisch unterhalten k\u00f6nnten und keiner werde uns verstehen.<br \/>\nBert hat fr\u00fcher beim DPD gearbeitet und noch nie vorbeirollende Pakete nach Postleitzahlen abgesucht, beim DPD macht man das scheinbar irgendwie anders. Er sieht jedenfalls nach den Ortsnamen und das kostet mehr Aufwand und Zeit, weswegen ich ihm rate, lieber die Zahlen im Auge zu behalten, was trotz unterschiedlicher Schriftgr\u00f6\u00dfen auf verschiedenen Paketen einfacher ist. Dabei hat er doch nicht viele Zahlen, die er sich merken muss: 636 (Rittersdorf), 634 (Bitburg), 306 (Kordel), 655 (Kyllburg), 526 (Landscheid) und 529 (Spangdahlem).<br \/>\nNach einer knappen Woche schien es mir allerdings, als kenne er meine Postleitzahlen (313, 298, 662, 666, 668, 669, 673, 675, 689, 649)  bereits besser als seine eigenen, denn andauernd gibt er mir eines meiner Pakete in die Hand. Das muss ich ihm noch abgew\u00f6hnen, denn w\u00e4hrend seine Absichten nat\u00fcrlich gut und ehrbar sind, lenkt er mich damit mehr ab, als er mir nutzt. Wenn ich meine Augen mal nicht am Band habe, weil ich ein Paket nachscanne oder etwas Ordnung in meine Paketsammlung bringe, ist der Hinweis auf eines meiner Pakete wesentlich sinnvoller. Wenn ich sowieso am Band stehe, st\u00f6rt es mehr, als es n\u00fctzt.<\/p>\n<p>Um zu erfahren, mit wem ich es zu tun habe, unterhielt ich mich ein wenig mit ihm.<br \/>\n<em>&#8220;Wo hast Du eigentlich diesen deutschen Namen her?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Das ist ein englischer Name, die gibt es in Nigeria.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Du stammst aus Nigeria? Aus dem Norden oder aus dem S\u00fcden?&#8221;<\/em><br \/>\n(Die Frage zielte indirekt darauf ab, ob er ein Moslem oder ein Christ ist, der Norden Nigerias ist moslemisch, der S\u00fcden christlich gepr\u00e4gt.)<br \/>\n<em>&#8220;Aus dem Osten.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Aus dem Osten? Aus Biafra?&#8221;<\/em><br \/>\nWorauf er laut lachte. <em>&#8220;Ja, aus Biafra. Woher kennst Du Biafra?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Vom Biafra-Krieg her. Ich hab dar\u00fcber gelesen.&#8221;<\/em><br \/>\nUnd wenn wir schon dabei waren, musste ich ihm noch die Meinung \u00fcber Ken Saro-Wiwa sagen (den m.E. unsympathischsten Tr\u00e4ger eines alternativen Nobelpreises, den man sich denken kann).<br \/>\nVon dem her, was ich bislang von Bert erfahren habe, w\u00fcrde ich sagen, dass er eine vern\u00fcnftige Weltsicht und Arbeitseinstellung hat. Nur frage ich mich, was die beim DPD gewohnt sind, denn Bert erschrickt jedes Mal, wenn er 180 Pakete fahren muss, was auf der Bitburgtour nicht ungew\u00f6hnlich ist. Letztlich hatte er seine Feuertaufe mit &#8220;Wort und Bild&#8221;, was ihm \u00fcber 250 Pakete bescherte. <em>&#8220;Heute ist Katastrophe, heute ist Katastrophe&#8230;&#8221;<\/em> betete er beim Laden seufzend vor sich hin &#8211; aber er schlug sich gut und brachte bei einem Feierabend um halb Acht (also nur wenig sp\u00e4ter als ich) nur vier Pakete wieder mit zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Die Anzahl der Altenheime, die ich mit Material verschiedenster Art versorge, hat sich im Zuge der Gebietsumstellung auf drei erh\u00f6ht: eines in Speicher, eines in Neuerburg und eines in Waxweiler, und die bieten zumindest oberfl\u00e4chlich einen interessanten Vergleich.<br \/>\nDas Altenheim in Speicher wirkt v\u00f6llig langweilig auf mich. Es handelt sich um einen viereckigen Bau mit Innenhof, sodass die einzelnen Stockwerke eine Art Rundgang bilden. Aber der Gesamteindruck bleibt doch sehr eint\u00f6nig, unterst\u00fctzt durch die Farbgebung, die auf Schwarz und Wei\u00df aufbaut.<br \/>\nDas Altenheim in Waxweiler dagegen wirkt auf mich wie ein Krankenhaus. Seine Struktur, mit einem Schwesternzimmer in jedem Stockwerk, vermittelt mir genau diesen Eindruck, nur dass die Zimmer wohnlicher aussehen, als ein in der Regel eher kahles Krankenhauszimmer. Aber es riecht darin auch wie in einem Krankenhaus, nach diesen Desinfektionsmitteln einerseits und hin und wieder nach altem Schwei\u00df und Urin. In jedem so genannten Wohnbereich gibt es eine zentrale R\u00e4umlichkeit direkt am Treppenhaus und den Fahrst\u00fchlen, wo man gemeinsam sitzen und sich unterhalten kann, aber viele Leute wirken apathisch auf mich. Letztlich wurde dort eine Art Spiel gespielt, wobei eine Moderatorin die Leute aufforderte, gemeinsam alle Orte der Eifel zu nennen. Das kam mir vor wie ein zwanghaftes Animationsprogramm auf einer Kaffeefahrt. Und zu guter Letzt wird der Lieferanteneingang in der Regel abgeschlossen (d.h. die T\u00fcrautomatik ist abgeschaltet), damit die Leute nicht unangemeldet das Haus verlassen.<br \/>\nKommen wir nach Neuerburg, wo alles wieder anders ist. Der Lieferanteneingang und das Lager befinden sich an der Hausseite und ich gehe regelm\u00e4\u00dfig durch das Haus hinunter zum B\u00fcro, um mich anzumelden. Dort herrschen Erdfarben vor, es h\u00e4ngen Bilder in Holzrahmen an der Wand, ohne Glas und Chrom, die Unterhaltungen im Gemeinschaftsraum sind lebhafter, es riecht auch mal nach Essen ohne diese Reinigungsmittelbeimischung anderer Gro\u00dfk\u00fcchen, und zwei Hunde geh\u00f6ren ebenfalls zu den Bewohnern (die derma\u00dfen verw\u00f6hnt sind, dass sie keinerlei Interesse an gew\u00f6hnlichen Hundekuchen haben). Insgesamt k\u00f6nnte man meinen, man befinde sich in einer gr\u00f6\u00dferen WG, mit dem Unterschied, dass alle Wohnparteien Rentner sind. <\/p>\n<p>Wenn ich schon mal in Neuerburg bin&#8230; ich komme dann kurz auf Stoffwechsel zu sprechen. Da ich mich nur im \u00e4u\u00dfersten Notfall an den Stra\u00dfenrand stelle, um meine Blase zu leeren, bin ich in erh\u00f6htem Ma\u00dfe von dem Angebot zug\u00e4nglicher Toiletten auf der Route abh\u00e4ngig. Eine befindet sich in Spangdahlem, vier in Neuerburg, und eine in Waxweiler. Man sieht, dass die Verteilung etwas ungleichm\u00e4\u00dfig ist, und gerade zwischen Spangdahlem und Neuerburg befindet sich ein Zeitraum von drei bis vier Stunden, den es zu \u00fcberbr\u00fccken gilt.<br \/>\nDa kam ich also nach Neuerburg, lieferte im Krankenhaus etwas ab. Ich ging auf die Toilette, legte einen Riesenhaufen in die Keramik, und in dem Moment klopfte der Pf\u00f6rtner an die T\u00fcr und sagte, ich m\u00fcsse mich beeilen, weil ein weiterer Lieferant die Rampe brauche. Ich sah also zu, dass ich fertig wurde, bet\u00e4tigte die Sp\u00fclung &#8211; und ein besseres Rinnsal flo\u00df links und rechts an meiner Hinterlassenschaft vorbei, die sich strikt weigerte, nachzugeben. Ich schob das Gebilde mit Hilfe der B\u00fcrste in den Abfluss, sp\u00fclte noch einmal, worauf alles verschwand, reinigte die B\u00fcrste, wusch meine H\u00e4nde, st\u00fcrmte ohne diese auch abzutrocknen nach drau\u00dfen&#8230; und als ich vorbeikam, rief mir der Pf\u00f6rtner zu, dass sich die Sache erledigt habe. Na vielen Dank! Und daf\u00fcr war ich einen Moment lang ins Schwitzen geraten!?<br \/>\nWas raus muss, muss raus, ganz klar, aber mich gerade in dem Moment zur Eile zu rufen, ist schlechtes Timing, zumal ich mengenm\u00e4\u00dfig immer gut dabei bin&#8230; ich habe schon im Depot bereits zweimal den Abfluss dicht gemacht, wor\u00fcber sich die Putzfrau bestimmt nicht gefreut hat. <\/p>\n<p>&#8220;Gro\u00df&#8221; ist auch ein Adjektiv, das auf so manchen Fernseher zutrifft und in diesem Monat stand ein Exemplar auf meiner Lieferliste, das so breit war, dass es nicht quer ins Auto passte. Ich stand also gerade ein paar Sekunden da und r\u00e4tselte, wie ich das Ding transportieren sollte, denn (der L\u00e4nge nach) hinlegen soll man die Dinger ja nicht, und der L\u00e4nge nach hinstellen ist schwierig, weil irgendwann keine Pakete mehr da sind, um ein Umfallen in den Kurven zu verhindern. In dem Moment kam der Chef vom Depot vorbei und fragte mich <em>&#8220;Brauchste Hilfe?&#8221;<\/em><br \/>\nKlar brauchte ich beim Einladen von dem Ding Hilfe, aber f\u00fcr einen Moment verwirrte mich die Intimit\u00e4t seines Angebots, denn man wird nicht einfach so vom R. geduzt (zumal ich Welten davon entfernt bin, ihm Herablasssung zu unterstellen). Er half mir also, das schwere Teil einzuladen und stellte ihn l\u00e4ngs der Fahrtrichtung auf (eine L\u00f6sung f\u00fcr die Gefahr des Umfallens fand ich auch noch).<br \/>\nEigentlich suchte er den Spangdahlemfahrer, und das war eben zuf\u00e4llig auch ich. Der Kurde vermisste ein Paket, dass er von mir bekommen haben m\u00fcsste, aber ich hatte das nicht mehr. Aber ich erinnerte mich an den Empf\u00e4nger und daran, wie das Paket aussah, und daraus konnte ich sicher ableiten, dass ich ihm das Paket ein oder zwei Tage zuvor auch gegeben hatte. Am Ende stellte sich heraus, dass der Kurde das P\u00e4ckchen abgegeben hatte, ohne einen Kontrollscan zu machen (also beim Herausnehmen aus dem Wagen, bevor man es dem Kunden gibt), wodurch bei der Ausliefererfassung Daten gefehlt hatten, die ihm die Suche erspart h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Noch kurz zu dem Riesenfernseher: Der ging nach Speicher und ich zeigte dem in diesem Moment mit einem Kunden telefonierenden Zwischenh\u00e4ndler den Lieferschein (ich habe schon Ger\u00e4te ausgeladen und dann erfahren, dass es sich um eine irrt\u00fcmliche Lieferung handelte), worauf der spontan laut lachte (und damit seinen Kunden verwirrte) und mir grinsend mit einer l\u00e4ssigen Handbewegung andeutete, das Ding reinzubringen, denn schlie\u00dflich stand auf dem Lieferschein ja drauf, was das Ding wog. Ich setzte ein entsetztes Gesicht auf und sch\u00fcttelte den Kopf. Ich trage keine 75 kg in diesem Format mal eben so durch die Gegend.<br \/>\n(Ist nat\u00fcrlich alles Schauspiel zur gegenseitigen Belustigung. Knapp 4000 E kostet so ein Ding \u00fcbrigens.)<\/p>\n<p>Und einen Audit hatten wir auch mal wieder, und diesmal sollte eine Fahrzeugkontrolle durchgef\u00fchrt werden. Bereits im Vorfeld war dar\u00fcber spekuliert worden, dass diese Teilpr\u00fcfung wahrscheinlich mein Fahrzeug betreffen werde, weil ich derjenige mit der kleinsten Ladung und damit derjenige bin, bei dem die Sache am wenigsten zeitintensiv ist. Nach allgemeiner Auffassung w\u00fcrde also ein Fahrzeug beim Verlassen des Depots aufgehalten, auf einen leeren Stellplatz beordert und dort wieder ausgeladen, um die Ladung, also jedes Paket, einer Sicherheitsscannung zu unterziehen. Das soll scheinbar verhindern, dass Pakete an Bord sind, die da nicht hingeh\u00f6ren, die man also der Ladung eines anderen Fahrers gestohlen haben k\u00f6nnte.<br \/>\nUnd so lief es dann auch, wenn auch anders als gedacht &#8211; aber eins nach dem anderen. <\/p>\n<p>Diese Audits werden interessanterweise vorher angek\u00fcndigt, und der Sinn dessen entzieht sich mir, aber so ist es halt. Eine Reihe von Herren im Gesch\u00e4ftsanzug ging durch das Depot und sie \u00fcberpr\u00fcften sowohl einzelne Fahrer als auch die allgemeinen Gesch\u00e4ftsabl\u00e4ufe des Depots. Anders als vor wenigen Monaten wurden scheinbar keine Fragen zur Art und Weise des Transports bestimmter G\u00fcter gestellt, stattdessen ging es mehr um wirtschaftliche und sicherheitstechnische Dinge. Einer der Herren kam just zu mir, \u00fcberzeugte sich, dass ich Arbeitskleidung inklusive der Sicherheitsschuhe trug, lie\u00df sich Unterlagen wie Abstellgenehmigungen einerseits und Sicherheitsausr\u00fcstung wie Warnweste, Erste-Hilfe-Set, Unterlegkeil, etc. andererseits zeigen. Was ich nicht vorweisen konnte, war ein Quittungsblock: Es gibt hin und wieder Kunden, die eine Nachnahme zahlen m\u00fcssen und daf\u00fcr eine konkret greifbare Quittung verlangen, wenn auch selten, das kam bei mir einmal in den letzten Monaten vor. Ansonsten war in dieser Hinsicht aber alles in Ordnung.<\/p>\n<p>Dem fr\u00f6hlichen Winzer war der Teil mit dem Quittungsblock im Vorbeigehen aufgefallen, er ging also zu Konrads Wagen, von dem er wusste, dass da sowas drinlag, und legte ihn zu sich ins Auto. Als ihn der Pr\u00fcfer also fragte, ob er einen Quittungsblock habe, sagte er: <em>&#8220;NAT\u00dcRLICH habe ich einen Quittungsblock!&#8221;<\/em> Den er danach gleich an Konrad weiterreichte&#8230; nun ja, das Depot hat uns in Folge dessen solche Bl\u00f6cke zur Verf\u00fcgung gestellt und nun hat tats\u00e4chlich jeder einen.<br \/>\nAls Anekdote kann man allerdings hinzuf\u00fcgen, dass diese Entwicklung prompt von einem meiner Kunden \u00fcberholt wurde: Der wollte n\u00e4mlich nicht nur eine Quittung, sondern auch einen Firmenstempel &#8211; und damit kann ich nicht dienen, von daher musste es meine Unterschrift mit dem Zusatz &#8220;f\u00fcr Transoflex&#8221; tun. <\/p>\n<p>So, nun kam also der Moment der Fahrzeugkontrolle. Sie betraf in der Tat mein Fahrzeug, aber letztendlich war das eine v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssige Aktion. Die Auditoren machten n\u00e4mlich Pause, sodass Laubschi vor meiner Abfahrt, aber nach meinem Einladen, zu mir kam und an meinem Stellplatz die \u00dcberpr\u00fcfung durchf\u00fchrte &#8211; ich h\u00e4tte mir also zweifaches Einladen sparen k\u00f6nnen, wenn ich gewusst h\u00e4tte, dass die Pr\u00fcfer sich nicht selbst an der Fahrzeugkontrolle beteiligen w\u00fcrden und diese nicht mal eines Blickes w\u00fcrdigten.<br \/>\nNun ja, die Pr\u00fcfung verlief insgesamt zur Zufriedenheit des Mutterkonzerns und das Depot wurde zu keiner Strafe verdonnert. In Folge dessen gab der Chef tags drauf eine Runde belegte Br\u00f6tchen f\u00fcr alle aus und es herrschte eitel Heiterkeit und Freude.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weitere personelle Ver\u00e4nderung: Der Bergmoll (Name ge\u00e4ndert) geht ebenfalls nach Koblenz, womit nur noch Konrad am Band \u00e4lter sein wird, als ich (die LKW-Fahrer rechne ich nicht zu den Leuten am Band, da sie eine andere Klasse von Kollegen darstellen, aber das ist eine rein subjektive Kategorisierung). Den Bergmoll werde ich schon vermissen. 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