{"id":1847,"date":"2011-07-30T16:43:51","date_gmt":"2011-07-30T14:43:51","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1847"},"modified":"2017-10-22T12:23:32","modified_gmt":"2017-10-22T10:23:32","slug":"king-of-kylltal-teil-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1847","title":{"rendered":"King of Kylltal (Teil 8)"},"content":{"rendered":"<p>Gemischte Woche, wie gemischtes Eis ohne das Geschmackserlebnis, aber ebenso k\u00fchl die meiste Zeit und mit einigen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten. <\/p>\n<p>Nachdem ich vor wenigen Tagen noch geschrieben hatte, dass ich von einigen Leuten im Depot nur eine kurze Charakterbeschreibung anbieten kann, erhielt ich kurze Zeit nach der Ver\u00f6ffentlichung des siebten Texts in dieser Serie eine SMS von Mike, dass meine Tour wegen mangelnder Auslastung am Montag aufgeteilt werde und ich zur Erweiterung meines Tourenwissens mit Felix fahren solle, dessen Tour die Mosel hoch bis Traben-Trarbach f\u00fchrt. Ich hatte Felix vorab als &#8220;leicht hypochondrisch mit Hang zum Selbstmitleid&#8221; charakterisiert, und diese Einsch\u00e4tzung wurde zumindest nicht widerlegt.<br \/>\nNun ja, wie kam ich auf &#8220;hypochondrisch&#8221;? Er trug vergangene Woche einen Schal und hustete. Er hustete auch noch am Montag, aber ohne Schal, daf\u00fcr wollte er bevorzugt mit geschlossenem Fenster fahren &#8211; was ich wegen des sch\u00f6nen Wetters ignorierte. Er bot mir auch an, einen gew\u00fcnschten Radiosender zu h\u00f6ren, was der Deutschlandfunk w\u00e4re. Ich hatte allerdings das Gef\u00fchl, dass er mit einem Radioprogramm, das zum allergr\u00f6\u00dften Teil aus gesprochener Sprache (im Gegensatz zu gesungener Sprache) und Informationen besteht, nicht so klar kam, also beschr\u00e4nkte ich mich auf Nachrichten hier und da und lie\u00df ihm sonst sein RPR1 Programm als leise Hintergrundmusik. <\/p>\n<p>Reden wir also mal von seiner Arbeit, wie sie sich in meinen Augen darstellt. Vielleicht liegt es daran, dass er zum einen als ehemaliger Taxifahrer nur mit wenigen gro\u00dfen Gep\u00e4ckst\u00fccken zu tun hatte und zum anderen als &#8220;Ungedienter&#8221; nie lernen musste, wie man in k\u00fcrzester Zeit einen Rucksack effizient mit einem halben Zentner Ausr\u00fcstung f\u00fcllt, nach meiner Einsch\u00e4tzung jedenfalls ist sein Stil, das Auto zu beladen, zu ineffektiv. Soll hei\u00dfen: Er macht kleine Stapel von Paketen, deren Bestimmungsorte r\u00e4umlich nah beieinander liegen, w\u00e4hrend ich &#8220;Mauern&#8221; ab der R\u00fcckwand Richtung Heckt\u00fcr baue, und zwar so, dass die Pakete m\u00f6glichst passgenau an der linken und rechten Fahrzeugwand anliegen. Dadurch gewinnt die Konstruktion an wichtiger &#8220;Links-Rechts-Stabilit\u00e4t&#8221;, wie ich es in Unwissenheit eines besseren Ausdrucks nenne. Beim Bremsen werden die Pakete von der R\u00fcckwand gehalten, und wenn man nicht wie ein Bl\u00f6der Gas gibt (z.B. beim Anfahren am Berg), dann f\u00e4llt auch nichts nach hinten von der &#8220;Mauer&#8221; runter. Aber Kurven f\u00e4hrt man viele, ich erw\u00e4hnte ja die Eifelserpentinen &#8211; bei meiner Beladung &#8220;w\u00fcrfeln&#8221; sich Pakete fr\u00fchestens, wenn der Ladestand im Zuge der Auslieferung unter 20 % gesunken ist (weil ja nach und nach Pakete und damit Stabilisatoren verloren gehen), aber selbst das passiert mir selten, weil ich mir meist die Zeit nehme, die Pakete neu zusammenzustecken. <\/p>\n<p>Felix macht das eben nicht so. Seine Stapel kommen schon fr\u00fch aus dem Gleichgewicht, weil die oberen Schichten nach den Seiten nicht stabilisiert sind, hinzu kommt sein &#8220;kantiger&#8221; Fahrstil &#8211; und am fraglichen Tag noch der Umstand, dass jemand mitgefahren ist.<br \/>\nAus unserem Gespr\u00e4ch muss ich n\u00e4mlich schlussfolgern, dass er zwar kein schlechter Kerl ist, ganz und gar nicht, aber ich glaube, er kommt mit Menschen, bzw. der r\u00e4umlichen N\u00e4he zu denselben, nicht so klar. Meine Anwesenheit hat ihn nerv\u00f6s gemacht, das war nicht nur zu sp\u00fcren, sondern auch zu sehen: In vier (von mehr) F\u00e4llen, in denen er ein Paket nicht gleich fand, stieg ich nach ihm in den Laderaum und fand es nach wenigen Sekunden. Er versicherte mir, dass er \u00fcblicherweise nicht so lange suchen m\u00fcsse, und ich machte daher den Vorschlag, nach meinem Prinzip zu packen, damit die Pakete keinen solchen Bewegungsfreiraum haben, ich habe aber Zweifel, dass er in der Lage ist, von einem Tag zum anderen seine Gewohnheiten zu \u00e4ndern, solange ihm die Auswirkungen nicht als wirklich st\u00f6rend auffallen. <\/p>\n<p>Dabei ist doch schon auff\u00e4llig, finde ich zumindest, dass Felix von der Arbeit mehr frustriert ist, als sie ihm Spa\u00df macht, denn er ist stur darauf bedacht, alles schnellschnellschnell zu machen. Damit erinnert er mich zwangsl\u00e4ufig an meine eigene Situation w\u00e4hrend der Grundausbildung &#8211; und was ich damals ganz eindeutig gelernt habe, ist, dass man Dinge nicht schneller machen soll, als man tats\u00e4chlich kann, und dass sich die Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit durch \u00dcbung von allein ergibt. Das ist Felix aber scheinbar nicht klar, und ich hoffe, dass er meine Ausf\u00fchrungen zum Thema beherzigt, denn Felix ist hektisch. In seinem Bestreben, schnell zu arbeiten, macht er viele Fehler, weil sein Denken und Handeln nicht mit den Vorgaben mithalten kann, die der Wille diktiert. Eine gewisse Detailfixiertheit spielt ebenfalls eine Rolle. So erz\u00e4hlt er mir von einer Firma, die etwas au\u00dferhalb von M\u00fclheim liege und f\u00e4hrt in dem Moment prompt daran vorbei. <\/p>\n<p>Fehler frustrieren nicht nur ihn, sondern jeden, und auch ich \u00e4rgere mich \u00fcber Fehler, die ich mache, aber ich kann mich in den allermeisten F\u00e4llen zur Ruhe zwingen. Felix gelingt das nicht so, seine Nerven liegen quasi blank, und so f\u00e4hrt er auch: \u00dcberhastetes Lenkverhalten, strammes Anfahren, \u00dcberziehen der G\u00e4nge in zu hohe Drehzahlen, gef\u00e4hrliche \u00dcberschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung. Landstra\u00dfe: 130 bis 140. Zone &#8220;30&#8221; in N\u00e4he Rehaklinik Bernkastel: 80. Ich versuchte also ihm n\u00e4her zu bringen, dass er ruhig bleiben muss, und dass er, wenn er schon zu schnell fahren wolle, wenigstens in einem Bereich bleiben solle, der ihn &#8220;nur&#8221; ein Bu\u00dfgeld, aber nicht gleich den F\u00fchrerschein koste. Er f\u00e4hrt und arbeitet schlicht zu hektisch, und wenn er so weitermacht, wird er von der Arbeit, das hei\u00dft von dem Stress, den er sich selbst im Kopf macht, krank werden. <\/p>\n<p>Inwiefern es mit Stress und Hektik zusammen h\u00e4ngt, dass mir sein Kundenumgang nicht gef\u00e4llt, kann ich nicht sagen, aber ganz unwahrscheinlich ist es nicht, und vielleicht war es auch nur zuf\u00e4llig, das alle von mir beanstandeten Dialoge mit Damen \u00fcber F\u00fcnfzig gef\u00fchrt wurden.<br \/>\nZum einen muss man trotz Navi und Karten hin und wieder nach dem Weg fragen. Wenn Felix nun nach ein paar S\u00e4tzen merkt, dass die gefragte Person nicht in der Lage ist, binnen k\u00fcrzester Zeit die gew\u00fcnschte Information zu liefern (die Gefragten leiteten Ihre Erinnerung zum gew\u00fcnschten Detail auf Umwegen \u00fcber gewisse &#8220;Landmarken&#8221; her), dann w\u00fcrgt er das Gespr\u00e4ch mitten im Satz ab: <em>&#8220;Ja, ist in Ordnung, danke, wir finden das schon&#8221;<\/em>, was von der Wortwahl zwar nicht falsch ist, aber von seinem Tonfall her unmissverst\u00e4ndlich Unzufriedenheit mit dem Sprecher ausdr\u00fcckt, und das kann keinem Gespr\u00e4chspartner entgangen sein. <\/p>\n<p>Es kam im Zusammenhang mit der Wegfindung auch zu einem Telefongespr\u00e4ch, das mich irgendwie erstaunte, denn er rief irgendeine Bekannte an, die wohl in der N\u00e4he wohnte, uns aber nicht weiterhelfen konnte. Als das klar wurde, nahm ich mein Telefon und redete mit Mike, der mir binnen zehn Sekunden eine L\u00f6sung anbot, die auch funktionierte. Warum Felix hier nicht die naheliegendste Option &#8211; den Disponenten &#8211; gew\u00e4hlt hat, ist mir v\u00f6llig schleierhaft. Bef\u00fcrchtete er, durch eine solche R\u00fcckfrage als inkompetent dazustehen?<\/p>\n<p>Zum anderen war ich entsetzt, als wir bei einer Gelegenheit bei einer Dame um die Siebzig oder \u00e4lter klingelten, die zum ersten Mal einen Scanner, auf dem man mit einem stumpfen Plastikgriffel unterschreibt, zu Gesicht bekam. Da ich das Ger\u00e4t in der Hand hielt, sagte ich <em>&#8220;Unterschreiben Sie bitte in der Mitte von dem hellen Feld, einfach mittenrein&#8221;<\/em>, weil viele Kunden am unteren Rand des Sichtfensters unterschreiben wollen und damit die H\u00e4lfte der Signatur &#8220;abschneiden&#8221;. Die Dame l\u00e4chelte etwas verlegen und schrieb ihren Namen genau dorthin, wo wir ihn brauchten. Ich kommentiere das in der Regel nicht weiter, bedanke mich lediglich und w\u00fcnsche einen sch\u00f6nen Tag, aber Felix sagte in dem Moment <em>&#8220;Ja, richtig &#8211; genau so!&#8221;<\/em>: in einer Art, wie man mit kleinen Kindern redet, die es beim Basteln im Kindergarten zum ersten Mal geschafft haben, eine vorgegebene Figur aus einem Blatt Papier auszuschneiden. Dass er bei einem anderen Kunden wegen eines allgemeinen widrigen Umstands das Wort &#8220;Schei\u00dfe&#8221; in den Mund nahm, konnte man noch halbwegs mit Humor nehmen (ich bat ihn dennoch, derlei zu unterlassen), aber hier war ich der Meinung, dass er zu weit gegangen war und wies ihn beim Weiterfahren darauf hin.<br \/>\n<em>&#8220;Alte Leute verstehen die Technik doch gar nicht, die freuen sich doch, wenn man sie lobt.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Du kannst mit denen trotzdem nicht reden wie mit kleinen Kindern!&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Letztendlich waren wir relativ fr\u00fch zuhause, das hei\u00dft zuerst waren wir um 1615 im Depot, weil dort mein Wagen stand. Trotz der Sperrung der Autobahnauffahrt Ehrang und dem Gezuckel im Schritttempo in die Stadt hinein d\u00fcrfte ich fr\u00fcher zuhause gewesen sein als er, weil er in Wittlich wohnt, und \u00fcber die Autobahn nach Wittlich zu fahren, ist dieser Tage kein Spa\u00df. Wegen einer Baustelle und einspuriger Verkehrsf\u00fchrung staut sich der Verkehr zur Feierabendzeit vor der entsprechenden Abfahrt immer kilometerlang.<\/p>\n<p>Mike und Peter haben mich am Folgetag gefragt, wie es denn gelaufen sei (weil Felix sich schnell den Ruf eines schwierigen Arbeitskollegen erworben hat, <em>&#8220;der ist irgendwie seltsam, oder?&#8221;<\/em>), und ich kam nicht drumherum, sein Fahrverhalten anzusprechen &#8211; denn so, wie er derzeit f\u00e4hrt, ist es nach meiner Einsch\u00e4tzung nur eine Frage der Zeit, bis er einen Unfall hat, selbst verursacht oder nicht, beides ist schlimm, oder seinen F\u00fchrerschein wegen eklatanter \u00dcberschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung verliert &#8211; oder beides. <\/p>\n<p>Allgemein muss man sagen, dass die Tour durchs Moseltal eine landschaftlich sehr sch\u00f6ne und organisatorisch einfach strukturierte ist. Sie beinhaltet nur die Orte direkt an der Mosel, mit wenig Abweichung vom Moseltal, anders als meine Tour, die an der breitesten Stelle im Norden durchaus 20 km Durchmesser hat, wo Fehler in der Tourplanung sich gravierend auf die Feierabendzeit auswirken k\u00f6nnen. H\u00e4tte Felix nicht so hektisch gearbeitet, h\u00e4tten wir mindestens 90 Minuten fr\u00fcher zuhause sein k\u00f6nnen, denn vom Schwierigkeitsgrad der Planungsanforderungen ist diese Tour &#8220;pillepalle&#8221;, wie wir bei der Armee sagten &#8211; und beim Paketdienst sagt man &#8220;Lutschtour&#8221;. <\/p>\n<p>Eine besondere Anforderung seiner Tour ist allerdings das effiziente Ausnutzen der vorhandenen Br\u00fccken und ein Mangel an Touralternativen bei zeitkritischen Lieferungen. Meine Tour ist wie ein Kreis mit einer zentralen Tangente, ich kann je nach Zielort des Expresses die Tour relativ flexibel umstellen. Seine Tour dagegen ist sehr linear und ein Expresspaket f\u00fcr das hintere Ende der Tour geht immer mit einem Zeitverlust einher.<br \/>\nZur Verdeutlichung muss ich hervorheben, dass meine Eifeltour drei Hauptrouten hat, die alle ab Kyllburg abzweigen. Bis dorthin ist die Sache fast linear, und Abweichungen treten nur auf, falls Landscheid im Osten und Preist oder Gindorf im Westen auf dem Plan stehen.<br \/>\nAb Kyllburg kann die Sache kompliziert werden.<br \/>\nDie westliche Route f\u00fchrt ab Kyllburg \u00fcber Malbergweich nach Neidenbach, Balesfeld, Burbach, Wallersheim und Weinsheim. Die mittlere Route f\u00fchrt von Kyllburg aus die Kyll hoch \u00fcber Densborn nach M\u00fcrlenbach und Birresborn und schlie\u00dflich Gerolstein. Die \u00f6stliche Tour l\u00e4uft an Steinborn, Wallenborn, Oberstadtfeld, Neunkirchen, Neroth nach Pelm und von dort aus Richtung Westen nach Gerolstein. Schwirzheim ist von all diesen drei Routen die Verl\u00e4ngerung, \u00fcber die man wiederum recht linear nach Olzheim, Reuth, Ormont und Hallschlag gelangt.<br \/>\nHat man Stopps nur auf zweien der drei Routen, kann man einen bequemen Halbkreis fahren, aber wenn Stopps auf allen drei Routen liegen, die durch die Eifelh\u00fcgel getrennt sind, wird die Sache kompliziert und kilometerlastig. Knapp 300 km pro Tag sind etwa Durchschnitt, aber je nach Lage der Zielorte kann diese Zahl in Extremf\u00e4llen um vierzig Kilometer unter- oder \u00fcberschritten werden, was inklusive der Zeit, die man f\u00fcr Stopps braucht, eine Stunde ausmachen kann. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?attachment_id=1848\" rel=\"attachment wp-att-1848\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Tourgebiet-2-130.jpg\" alt=\"\" title=\"Tourgebiet\" width=\"770\" height=\"1377\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1848\" srcset=\"https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Tourgebiet-2-130.jpg 770w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Tourgebiet-2-130-167x300.jpg 167w, https:\/\/codealpha.bidan.de\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Tourgebiet-2-130-335x600.jpg 335w\" sizes=\"auto, (max-width: 770px) 100vw, 770px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie man sieht, hat mein Einsatzgebiet eine Form wie ein verzerrtes Abbild der beiden Amerikas. Die gelbe Linie (ohne rote Punkte) im S\u00fcdwesten ist die luxemburgische Grenze. Ihr Gegenst\u00fcck im Nordwesten ist die Grenze Belgiens. Der s\u00fcdlichste Punkt ist Trier\/Ehrang, wo ich aber nur losfahre, zun\u00e4chst nach Zemmer\/Rodt, wo der erste Stopp in der Regel liegt. Der n\u00f6rdlichste Punkt ist Scheid, von wo aus es noch zwei oder drei Kilometer bis nach Nordrhein-Westfalen sind. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Dienstag hatte Mike zumindest (und scheinbar nur) mir und Kelvin gegen\u00fcber die Weisung gegeben, wegen der Auslieferung von &#8220;Wort und Bild&#8221; (das ist der Verlag, der die <em>Apotheken Umschau<\/em> ver\u00f6ffentlicht) eine halbe Stunde fr\u00fcher da zu sein &#8211; also stand ich um 0330 auf und stand um 0430 in der Halle. Oder eher vor der Halle, als zweiter in der Reihe hinter Kelvin, denn das Hallentor war geschlossen. Ich ging also um die Halle herum und betrat sie \u00fcber die LKW-Rampe, um das Tor zu \u00f6ffnen. Drinnen: g\u00e4hnende Leere, noch nicht einmal die Luxemburg-Fahrer waren da, nur die Leute, die am Band arbeiten, standen mit Falli an der Rampe und rauchten. Was denn mit &#8220;Wort und Bild&#8221; sei, wollte ich wissen, aber keiner wusste was davon, und der Rest der Mannschaft traf auch erst zur gewohnten Zeit ein und wusste ebenso wenig von Wort und Bild. Der geile Mike hatte sich im Tag vertan &#8211; die <em>Apotheken Umschau<\/em> kam erst am Mittwoch.<\/p>\n<p>Das hie\u00df also zwei Tage in Folge um halb Vier aufstehen und am Mittwoch hoben die zus\u00e4tzlichen Pakete meine Paketzahl auf \u00fcber 170. Der Tag wurde lang, aber immerhin wurde ich alles innheralb der \u00fcblichen Gesch\u00e4ftszeiten los und es war auch kein Express dabei, der mir Stress gemacht h\u00e4tte. Aber Papierpakete sind schwer, die \u00fcbelsten Auslieferungen sind Wort und Bild und Kopierpapier, und interessanterweise kriegen deswegen eben Kopierl\u00e4den und andere Betriebe mit Bedarf f\u00fcrs B\u00fcro die f\u00fcr den Fahrer unangenehmeren Lieferungen als zum Beispiel Werkst\u00e4tten und Metallverarbeiter, oder auch die Vertragsh\u00e4ndler der Waldarbeitsger\u00e4te wie Viking, Sabo oder Stihl, deren Pakete in den seltensten F\u00e4llen etwas schweres enthalten. In dem Bereich fallen nur Rasenm\u00e4her wirklich auf.<br \/>\nAber bei zahlreichen Papierlieferungen am selben Tag, wie zum Beispiel Wort und Bild, merke ich, dass mir der Tag noch f\u00fcr den Rest der Woche in den Knochen steckt und meine Einsatzf\u00e4higkeit sp\u00fcrbar einschr\u00e4nkt. Ich habe keine Schmerzen, aber eine gewisse Mattigkeit h\u00e4lt sich dann bis ins Wochenende.<\/p>\n<p>Hinzu kam ein Softwarefehler, den ich auszubaden hatte. Am Morgen hatte ich ein Paket f\u00fcr eine Apotheke per Scanner in Empfang genommen, worauf das Ger\u00e4t meldete, dass ich die Daten manuell eingeben solle, was am laufenden Band wegen der Ablenkung und des Zeitaufwands nie gut ist. Doch diesen Vorgang verga\u00df ich zun\u00e4chst, weil das jede Woche zwei- oder dreimal vorkommt.<br \/>\nAls ich der fraglichen Apotheke allerdings ihre Pakete brachte, die ausgerechnet am selben Tag wie Wort und Bild noch 18 weitere Sendungen erhielt, stellte ich fest, dass von 31 angezeigten Paketen nur 30 vorhanden waren. Ich verbrachte eine ganze Weile mit der Suche nach dem Paket, dessen Absender im Scanner mit &#8220;Office Dep&#8221; angegeben war. Den Mitarbeitern vor Ort sagte das nichts und sie wussten auch nichts von einer solchen Bestellung. Um die Sache zu verk\u00fcrzen, fragte ich Mike um Rat, der mir empfahl, das eine Paket aus dem Stopp zu l\u00f6sen und auf <em>&#8220;Annahme verweigert&#8221;<\/em> zu setzen, damit ich die 30 vorhandenen quittiert bekam. <\/p>\n<p>Immerhin, der Donnerstag war beinahe entspannend, die Expresse nach Gerolstein konnten problemlos zugestellt werden. Ich musste aus Zeitgr\u00fcnden allerdings die direkte Route \u00fcber das Kylltal nehmen und hatte ansonsten nur Kunden auf der Westroute, was mir einen Abstecher nach Wallenborn im Osten bescherte, der mich eine dreiviertel Stunde kostete.<br \/>\nBeim Gespr\u00e4ch mit unserem B\u00fcropersonal am Morgen kl\u00e4rte sich die Sache mit dem fehlenden Paket vom Mittwoch: Ein echter Superheld &#8211; das Phantomp\u00e4ckchen.<br \/>\nEs sei nicht auszuschlie\u00dfen, dass der Scanner das selbe Paket zweimal erfasse, zum Beispiel, wenn der Barcode senkrecht zur Schachtel\u00f6ffnung verlaufe. Dann kann es passieren, dass sich eine Falte bildet, die einen oder auch mehrere der Striche des Strichcodes verberge und somit einen unterschiedlichen Code vort\u00e4usche. Ich hatte das Paket wohl zuf\u00e4llig ein zweites Mal gescannt, das Ger\u00e4t hatte den Strichcode anders gelesen und wegen der unbekannten Daten eine manuelle Eingabe verlangt, wodurch ein Packst\u00fcck entstand, das nicht existiert.<\/p>\n<p>Aber der Freitag zeigte, dass ich das Wochenende n\u00f6tig hatte, denn ich hatte doch Probleme bei der Konzentration&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemischte Woche, wie gemischtes Eis ohne das Geschmackserlebnis, aber ebenso k\u00fchl die meiste Zeit und mit einigen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten. 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