{"id":1806,"date":"2011-07-23T20:06:02","date_gmt":"2011-07-23T18:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1806"},"modified":"2017-10-22T12:23:44","modified_gmt":"2017-10-22T10:23:44","slug":"king-of-kylltal-teil-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1806","title":{"rendered":"King of Kylltal (Teil 7)"},"content":{"rendered":"<p>Es passiert so viel, dass ich mir nicht alles merken kann und an den vergangenen drei oder vier Wochenenden hatte ich immer was vor, sodass sich nicht die Gelegenheit ergab, was ins Blog zu schreiben. Eigentlich m\u00fcsste ich mir gleich w\u00e4hrend der Fahrt Notizen machen, um ausgereifte Eintr\u00e4ge in dieses Blog schreiben zu k\u00f6nnen, denn anders muss ich mich auf kurze Eindr\u00fccke und subjektive Erinnerung verlassen, was nie gut sein kann. <\/p>\n<p>Es gibt da z.B. Leute, die bei ihren Nachbarn unbeliebt sind.<br \/>\nErste Gelegenheit: <em>&#8220;Ich nehme f\u00fcr jeden in dieser Stra\u00dfe gern Pakete an, aber nicht f\u00fcr den!&#8221;<\/em><br \/>\nZum Gl\u00fcck fand sich ein anderer Nachbar, der das Paket annahm. <\/p>\n<p>Zweite Gelegenheit: <em>&#8220;Nein, f\u00fcr diese Frau nehme ich keine Pakete an, und Sie werden in der ganzen Stra\u00dfe auch sonst niemanden finden &#8211; das ist n\u00e4mlich eine ziemliche Hexe.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Na ja, wenn man alt wird und Familie und Freunde gestorben sind, dann wird man doch schon mal etwas eigen.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Nee, ich glaub, die war schon immer so&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\nIch warf eine Nachricht in den Briefkasten, kam tags darauf zur\u00fcck und fand die Empf\u00e4ngerin vor &#8211; sie sei nicht zuhause gewesen, weil sie zum Mittagessen oft in die Kantine des nahen Krankenhauses gehe. Sie erschien mir eigentlich ganz nett und gab mir sogar ein Trinkgeld.  <\/p>\n<p>Dritte Gelegenheit: <em>&#8220;Wenn Sie was f\u00fcr meine Cousine da h\u00e4tten, gern, aber nicht f\u00fcr die Amerikaner nebenan.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Warum das denn?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Mit denen haben wir keinen Kontakt.&#8221;<\/em><br \/>\nDie Empf\u00e4ngerin passte mich dann aber noch vom Balkon aus ab, im Morgenmantel und mit Gurkenmaske im Gesicht. <\/p>\n<p>Generell scheinen die US Soldaten einen schweren Stand in der deutschen Nachbarschaft zu haben, zumindest die, die nur kurzzeitig da sind und wenig Kenntnisse in der Landessprache besitzen. Sagt doch bei anderer Gelegenheit einer zu mir, als ich ihm ein Paket f\u00fcr eine Nachbarin in die Hand dr\u00fcckte:<br \/>\n<em>&#8220;Wenn Sie was f\u00fcr die Frau D. haben und die ist nicht da, k\u00f6nnen Sie auch zu mir kommen. Zu denen da dr\u00fcben brauchen Sie nicht zu gehen, das sind Amerikaner.&#8221;<\/em> Der Klang seiner Stimme verriet einige negative emotionale Ladung, also verzichtete ich auf die Frage, was dieser Umstand mit irgendwas zu tun haben k\u00f6nnte.<br \/>\nWoanders habe ich einen Kunden, der regelm\u00e4\u00dfig Sauerstoffflaschen erh\u00e4lt. Als er mal nicht da war, ging ich zur Nachbarst\u00fcr und fand dort einen eben solchen Amerikaner vor, der sich aber trotz mangelhafter Deutschkenntnisse sofort bereit erkl\u00e4rte, die beiden Zylinder anzunehmen und daf\u00fcr zu unterschreiben, und immerhin handelt es sich dabei um ein (wenn auch minderes) Gefahrgut. <\/p>\n<p>Lustige Begebenheit am Altersheim Gerolstein: Direkt neben dem Wareneingang, wo ich die Pappkisten stapele, bevor ich die Unterschrift an der Rezeption hole, befindet sich ein Raucherraum, beide mit gro\u00dfer Glast\u00fcr zum Innenhof. Und da sa\u00df im Raucherraum eine f\u00fcllige Alte und qualmte. Ich parkte, stellte den Motor ab, und als ich ausstieg, herrschte sie mich an, ob ich denn ausgerechnet hier parken m\u00fcsse.<br \/>\n<em>&#8220;Ja klar muss ich, hier ist doch der Wareneingang.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;So eine Unversch\u00e4mtheit!&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Wo soll ich denn sonst parken?&#8221;<\/em><br \/>\nWorauf sie die T\u00fcr zum Hof unwirsch zumachte und ich mir ein Lachen nicht verkneifen konnte. Ihre Windeln und Spezialnahrung will sie wohl haben, aber die Anlieferung soll scheinbar unsichtbar erfolgen &#8211; und im Vergleich zu dem, was sie sich freiwillig in die Lungen zieht (ich erinnere: 4500 Giftstoffe), sind die gefilterten Abgase des Sprinters eigentlich eher harmlos. <\/p>\n<p>Dieser Job hindert mich an einer Sache, die auff\u00e4llig ist, wie kaum eine andere. Das ist zwar am meisten meine Aktivit\u00e4t auf YouTube, f\u00fcr das ich seit Wochen keinen Nerv mehr hatte, was ich bedauere, aber ich meine was anderes, n\u00e4mlich Essen.<br \/>\nIch leide bestimmt keinen Hunger, aber folgende Ph\u00e4nomene lassen sich feststellen: Morgens um kurz nach Vier mehr als eine Scheibe Brot zu essen, ist nicht gut f\u00fcr meinen Magen, der erst nach Acht bereit f\u00fcr &#8220;Input&#8221; ist. W\u00e4hrend der Fahrt ist nicht gut essen, von daher trinke ich im Laufe des Arbeitstags eine Flasche Orangensaft &#8211; der immerhin knapp 140 Gramm Zucker enth\u00e4lt (und damit etwa viermal so viel wie ein Liter des ber\u00fcchtigten Zitronentees, den ich seit 25 Jahren konsumiere). Knurrt der Magen zu sehr, kaufe ich mir in Gerolstein ein Fladenbrot. Das lege ich aufs Armaturenbrett und rei\u00dfe kleine St\u00fccke davon ab, w\u00e4hrend ich fahre. Zwischen zwei und vier Uhr am Nachmittag \u00fcberkommt mich ab und zu ein Leistungstief, wo mir die Augen zuzufallen drohen, das ich durch Kaugummikauen (das bringt eine verst\u00e4rkte Blutzirkulation im Kopf) auffange. Und wenn ich nach Hause komme, kann ich auch nicht mehr essen, als zum Sattwerden notwendig, weil jeder Bissen dar\u00fcber hinaus meinen Magen am n\u00e4chsten Morgen noch belastet. Im Endergebnis habe ich w\u00e4hrend der vergangenen beiden Monate zehn Kilo abgenommen und habe damit erstmals seit Herbst 1997 wieder die Marke von 90 kg unterschritten. Ich wog vor einer Woche mit Kleidung und ohne Schuhe 89 Kilo.<\/p>\n<p>Mittlerweile kenne ich meine Touren fast auswendig, brauche also nur noch selten ein Navigationsger\u00e4t. Ich kenne auch meine Kurven auf der Strecke und wie schnell man sie fahren kann.<br \/>\nZun\u00e4chst muss ich feststellen, dass der in <a href=\"http:\/\/www.animenewsnetwork.com\/encyclopedia\/anime.php?id=395\" title=\"Initial D auf ANN\" target=\"_blank\"><strong>&#8220;Initial D&#8221;<\/strong><\/a> vorgef\u00fchrte Trick, die Reifen einer Seite in die Rinne an der Kurveninnenseite zu klemmen, tats\u00e4chlich funktioniert, denn durch den H\u00f6henunterschied zur Fahrbahn werden die R\u00e4der am wegrutschen gehindert und die Neigung des Fahrzeugs entgegen der Fliehkraft gibt zus\u00e4tzliche Stabilit\u00e4t. Das hat mich bereits vor mindestens einer Kollision bewahrt, weil mich ohne Rinne die Tr\u00e4gheit der Masse auf die Gegenfahrbahn gebracht h\u00e4tte. Das funktioniert allerdings nur mit einer befestigten Rinne, also nicht mit Schotter oder so, und ich wei\u00df sehr wohl, wo ich mir das erlauben kann und wo nicht.<br \/>\nAuf Strecken, wo man mangels B\u00e4umen die Stra\u00dfe jenseits der Kurven sehen und auf Gegenverkehr pr\u00fcfen kann, l\u00e4sst sich so ein Sprinter auf nasser Fahrbahn durchaus auch schon mal durch die Kurve driften.<br \/>\nEs gibt auch einen bestimmten Ortseingang, wo das gefahrlos zu bewerkstelligen ist &#8211; die Hauptstra\u00dfe f\u00fchrt am Ort vorbei, da gilt Tempo 60 und mit 60 fahre ich in die Kurve (deren direkte Umgebung hindernisfrei ist). Allein die entgeisterten Blicke der Zuschauer sind das wert. <\/p>\n<p>\u00dcbrigens Tempo: Da fuhr ich zu einem Fris\u00f6r, bog rechtwinklig in seinen geschotterten Hof ab, f\u00fcnfzig Meter bis zur T\u00fcr. Links neben dem Haus, in v\u00f6lliger Sicherheit, spielten drei oder vier Kinder. Wenn ich auf der kurzen Strecke 20 km\/h gefahren bin, d\u00fcrfte das hoch gesch\u00e4tzt sein. Um nicht umst\u00e4ndlich wenden zu m\u00fcssen, fuhr ich einen Bogen \u00fcber eine (ungepflegte) Grasfl\u00e4che, wo ich eine Bodenvertiefung \u00fcbersah, weswegen das Fahrzeug kr\u00e4ftig schaukelte, was von Kunden beobachtet wurde.<br \/>\n&#8220;<em>Da spielen doch Kinder! Sie k\u00f6nnen doch nicht mit so schnell die Einfahrt runterfahren!&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ich bin gar nicht schnell gefahren, da war nur dieses Loch da&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Das ist ja unverantwortlich! So wie ein Wilder hier&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ich bin h\u00f6chstens Zwanzig gefahren&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\nWeitere Kommentare zu meinem rabaukenhaften Fahrstil folgten, die nicht den Anschein erweckten, dass das, was ich sagte, auch irgendwie in den Gehirnen der Beobachter angekommen sein k\u00f6nnte. Ich h\u00e4tte nat\u00fcrlich gern erkl\u00e4rt, dass das menschliche Gehirn kein gutes Werkzeug zur Erfassung von Geschwindigkeiten ist, und dass sich die menschliche Wahrnehmung leicht von Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten beeinflussen l\u00e4sst, wie zum Beispiel dem Schaukeln des Fahrzeugs, was beim Beobachter einen rein subjektiven Eindruck \u00fcberh\u00f6hter Geschwindigkeit weckt, der objektiv nicht haltbar ist. Aber ich schien aus dem kommunikativen Akt eh ausgeschlossen zu sein und letztendlich muss ich davon ausgehen, dass die Damen eh nichts von dem verstanden h\u00e4tten, was mir spontan durch den Kopf ging.<\/p>\n<p>Die Fehler anderer Fahrer kommen auch irgendwie zu Tage, wenn es um den Umgang mit Kunden geht. Manche lassen mich wissen, dass ich die Postsendung einfach vor der T\u00fcr stehen lassen solle, worauf ich klarstellen muss, dass ich das aus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht kann. <em>&#8220;Die anderen Fahrer haben das auch so gemacht.&#8221;<\/em> Was die anderen Fahrer gemacht haben, interessiert mich nicht, denn f\u00fcr den Empfang muss jemand eine Unterschrift leisten, und ich werd einen Teufel tun und Unterschriften f\u00e4lschen, wenn auch mit Einverst\u00e4ndnis des Kunden. Ich erkl\u00e4re also, dass f\u00fcr ein solches Vorgehen eine so genannte Anliefervereinbarung mit dem Unternehmen geschlossen werden muss, worauf der Kunde oft genug feststellt, dass er keinen Platz zum Abstellen hat, und der muss gegeben sein. Wenn ich Pakete auf &#8220;Anliefervereinbarung&#8221; da lasse, obwohl keine solche existiert, kostet das eine Vertragsstrafe von 200 Euro.<\/p>\n<p>Ebenfalls 200 E kosten gewisse Werbesendungen f\u00fcr \u00c4rzte. Ich habe keine Ahnung, was da drin ist, aber der Versender will alles genau gemacht haben: Der Empf\u00e4nger muss pers\u00f6nlich den Lieferschein unterschreiben und seinen Stempel draufdr\u00fccken. Bei einem Paket habe ich das vergessen (weil es anders als die anderen aussah) und gab das Paket der Apothekerin im selben Haus, weil der Arzt im Urlaub war. Das B\u00fcro in Trier war nicht begeistert und hielt den Lieferschein, der an den Versender zur\u00fcck sollte, zur\u00fcck, damit ich das Paket (50 g) zur\u00fcckholen und nach dem Urlaub korrekt mit neuem Lieferschein ausliefern konnte, um nicht diese Strafe zahlen zu m\u00fcssen. Jeder der Empf\u00e4nger stimmte mir zu, dass diese Vorgabe von Seiten des Versenders eine Idiotie sonder gleichen sei, da der Wert des Inhalts in keiner Weise die Vertragsstrafe rechtfertige.<\/p>\n<p>Die Woche, in der ich Geburtstag hatte, war schon hart. Jene Woche fing eigentlich bereits am Freitag Abend nach der Tour an, weil ich nach der R\u00fcckgabe des Renault &#8220;Master&#8221; an den Vermieter einen etwas kleineren Sprinter erhielt &#8211; v\u00f6llig versifft und zugedreckt und entsprechend stinkend, und ich durfte den ganzen Tag drin fahren. \u00dcberall M\u00fcll, Getr\u00e4nkespritzer und Tabakflocken.<br \/>\nIch fuhr los und stellte bald fest, dass der Wassertank der Scheibenwischanlage leer war, und bei sch\u00f6nem Wetter brauche ich schon ein paar Liter von Trier bis Gerolstein, um die \u00dcberreste der zerschellten Insekten von der Scheibe zu wischen. Schmetterlinge haben darunter die widerlichsten Innereien: Das ist ein schmieriges wei\u00dfes Zeug, das wasserabweisend wie Fett daherkommt. Der Scheibenwischer verteilt es lediglich, und runter geht es nur mit einem Schwamm und Seifenwasser. Ich wollte also an der Shelltankstelle in Herforst Wasser aufnehmen, fand aber die \u00fcblichen Gie\u00dfkannen nicht. Als ich den Tankwart fragte, sagte der doch zu mir, ich k\u00f6nne in der Waschanlage Wasser holen und wies auf den M\u00fcnzautomaten dort! Davon bekam ich binnen einer Sekunde einen solchen Hals, dass ich bis Gerolstein alle Flugleichen ignorierte und mir das Wasser dort an der ED-Tankstelle holte. Na, bei den Idioten tanke ich bestenfalls dann, wenn ich keine andere Wahl habe, und das kann passieren &#8211; nach Herforst gibt es n\u00e4mlich in meinem gesamten Einsatzgebiet keine Shelltankstelle mehr, und nur f\u00fcr die habe ich eine Tankkarte. Ich habe in der Umgebung von Pr\u00fcm, wo meine Tankanzeige ansprang, per Navi nach der n\u00e4chsten Shelltankstelle gesucht: Da wurden nat\u00fcrlich Trier und Herforst angezeigt, aber westlich war die n\u00e4chste in Bitburg (wo ich auf den letzten Liter noch hinfuhr) und \u00f6stlich gibt es eine bei Wittlich, und im Norden meines Gebiets erstreckt sich bereits Nordrhein-Westfalen, wo hinzufahren ein echter Umweg w\u00e4re.<br \/>\nNat\u00fcrlich kann es sein, dass lediglich die Daten meines Navis veraltet sind, aber ich h\u00e4tte beim Herumfahren auch nie eine der ben\u00f6tigten Tankstellen gesehen. Vielleicht frage ich bei Gelegenheit mal die Kollegen von UPS oder DPD.<\/p>\n<p>Am Freitag Abend schrubbte ich also vier Stunden lang die Fahrerkabine und habe dabei noch nicht einmal die Glasfl\u00e4chen angefasst, die waren erst am Sonntag dran. Glasreiniger reichte nicht aus, um die durchs Rauchen &#8220;get\u00f6nte&#8221; Scheibe wieder klar zu bekommen, da musste was sch\u00e4rferes her. Sonntags waren also noch einmal zwei weitere Stunden f\u00fcr die Fenster innen und au\u00dfen und die Karosserie allgemein f\u00e4llig.<br \/>\nDabei hatte ich mir die Au\u00dfenseite ersparen wollen. Ich erinnerte mich, dass jemand sagte, dass man bei Hess in Trier West den Sprinter g\u00fcnstig durch die Waschanlage fahren k\u00f6nne, und da es in Gerolstein ebenfalls eine Vertretung dieser kleinen Kette gibt, fuhr ich dorthin. Nun, man konnte da das Auto waschen lassen, f\u00fcr einen F\u00fcnfer, aber der Sprinter passt nicht in die Anlage hinein und eigentlich sei dieser Service nur f\u00fcr Kunden. Also selber machen.<br \/>\nAlternativ versuchte ich mich an einer SB-Station mit Hochdruckreiniger. Pustekuchen. Ein Hochdruckreiniger sp\u00fclt nur groben Schmutz herunter, von dem nur ein bisschen zwischen Plastikteilen sa\u00df. Der feine Staub, der sich bei feuchter Witterung auf dem Lack absetzt, l\u00e4sst sich mit einem Hochdruckreiniger gar nicht entfernen. Die Dinger sind nur auf rauhen Oberfl\u00e4chen zu gebrauchen. Ein weicher Schwamm bringt den Staub dagegen ohne M\u00fche und ohne M\u00fcnzeinwurf ab, man muss also schon d\u00e4mlich sein, wenn man diesen SB-Stationen f\u00fcr den Hochdruckreiniger \u00fcber die erste Erfahrung hinaus Geld in den Rachen wirft.<br \/>\nAbgesehen von all dem hatten die Hinterreifen keinen Millimeter Profil mehr, wurden aber nach zwei Tagen ersetzt. Das Schloss der Heckt\u00fcr brauchte auch etwas Zuwendung, was allerdings Peter besorgte, weil dies eindeutig \u00fcber meine F\u00e4higkeiten ging. Bis dahin fuhr ich einen Tag mit einer Heckt\u00fcr, die nicht richtig zuging und bei Ersch\u00fctterungen aufschwang. Daran \u00e4nderte auch der Expander nichts, den ich anband, der sorgte nur daf\u00fcr, dass die T\u00fcr auch wieder zuschwang. Lustig war das nicht. <\/p>\n<p>Dann begann die Woche wirklich. Immerhin ekelte ich mich nicht mehr vor dem Auto, aber an drei von f\u00fcnf Tagen kam ich erst nach Sieben nach Hause und brauchte wirklich das ganze Wochenende danach, um mich von der Belastung zu erholen, was durch meine Heimfahrt in den Gau erschwert wurde.<br \/>\nDer Donnerstag lief auch nicht optimal, h\u00e4tte aber schlimmer sein k\u00f6nnen, und Melanie hatte sich bereit erkl\u00e4rt, an meinem Geburtstag mit auf Tour zu gehen, auch, um zu sehen, was ich eigentlich mache. Der Donnerstag war verregnet und ich habe eine Reihe von Konzentrationsfehlern gemacht, die mich nur erneut lehrten, mich vom Stress nicht hetzen zu lassen, denn eigentlich hatte ich bei der Bundeswehr bereits begriffen, dass man Dinge nicht schneller machen soll, als man kann, weil man sonst genau deswegen vermeidbare Fehler macht. Denn merke: Der Ausbilder hetzt Dich, damit Du Deine Sachen richtig machst und den Stress ausblenden lernst. Die Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit ist nur ein Nebeneffekt. <\/p>\n<p>Am Freitag gab&#8217;s dann Geld: 1254 E netto. Nicht die Welt und objektiv bestimmt lang nicht das Wahre bei meinem Bildungshintergrund, aber f\u00fcr mich in meiner Situation eine ganze Menge. Mein Konto war seit Jahren nicht mehr vierstellig.<br \/>\nJetzt muss ich nur noch das Arbeitsamt dazu bewegen, mir die Hartz-IV Rate zu zahlen, die ich im Juni nicht erhalten habe, wegen der Unklarheiten meines Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses (ich habe zwar Geld aber immer noch keinen Vertrag!?). Da ich im Juni keinerlei Geld verdient oder erhalten habe, steht mir f\u00fcr den Monat noch etwas zu, das war mir in einem Vortrag des von mir beschriebenen Herrn Colling erst vor kurzem erz\u00e4hlt worden, aber nat\u00fcrlich brach zun\u00e4chst ein Sammelsurium von Antrags- und Nachweisformularen auf mich herein &#8211; aber dass mich das abschreckt, k\u00f6nnen die Jungs und M\u00e4dels von der Dasbachstra\u00dfe vergessen. Ich kann von einem Monatsgehalt nicht zwei Mieten UND meine \u00fcbrigen Lebenshaltungskosten zweier Monate bestreiten!<\/p>\n<p>Die Woche drauf war das genaue Gegenteil: Alles ging glatt und fl\u00fcssig, ich war dreimal zwischen Drei und Vier mit der Tour fertig und entsprechend fr\u00fch zuhause.<br \/>\nIch war sogar mal recht fr\u00fch in Reuth, fr\u00fch genug, um die m.E. gut aussehende Sprechstundenhilfe noch anzutreffen. Das einzig st\u00f6rende am Haus den Tierarzts, das zu einem Bauernhof geh\u00f6rt, sind die vielen Fliegen. Wenn ich mit dem Ausladen fertig bin, habe ich anschlie\u00dfend mindestens ein halbes Dutzend davon im Laderaum und trage so zur Festigung der Erbanlagen der Reuther Hausfliegen bei, weil einige davon mit nach Trier kommen und die dortige Population mit ihren Genen auffrischen.<\/p>\n<p>Mittwochs rettete mich ein Niederl\u00e4nder vor einer Geldstrafe: Ich fahre oft die Autobahn von Pr\u00fcm Richtung Wittlicher Kreuz runter, wo ich auf die Autobahn nach Trier wechsele. Dort wird das Tempo auf 120-100-80-60 heruntergeregelt, aber bislang fuhr ich die Engstelle, wie jeder andere auch, mit 80, und die sanfte Kurve bereitet einem dabei keinerlei Schwierigkeiten. Aber just an jenem Tag war ein Niederl\u00e4nder im Wohnmobil unterwegs, und ich habe Niederl\u00e4nder als sehr vorsichtige Fahrer kennengelernt, die wohl auf Grund der Beschaffenheit ihrer Heimat keine Serpentinen kennen und an den Stra\u00dfenrand fahren, um mich vorbeizulassen. Das genannte Wohnmobil nun fuhr in die Engstelle und hatte hinter sich bereits eine Reihe von Autos angesammelt, ich war der f\u00fcnfte und sicher nicht weniger unmutig \u00fcber die Verz\u00f6gerung wie die anderen. Zuerst sah ich den Polizeiwagen auf der gesperrten Spur stehen, dann den Blitzapparat. Ein erschreckter Blick auf den Tacho &#8211; 55 &#8211; sicher!<\/p>\n<p>Wo ich von der Polizei rede, erw\u00e4hne ich auch den Mitarbeiter von Gerolsteiner, an dessen Privatadresse ich drei schwere Pakete zu liefern hatte. Es waren etwa 30 Grad im Schatten und er bot mir als erstes was zu trinken an, sogar eisgek\u00fchlt.<br \/>\n<em>&#8220;Auf die Pakete warte ich schon sehns\u00fcchtig,&#8221;<\/em> sagte er.<br \/>\n<em>&#8220;Was ist denn drin, wenn ich fragen darf?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Haha, ein Schnaps\/Lik\u00f6r aus dem Elsass. Hat nur 35 Umdrehungen, brennt also nicht so, und man hat beim Trinken das Gef\u00fchl, in eine reife Birne zu bei\u00dfen. Super Zeug. Sammelbestellung mit den Nachbarn.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ist nat\u00fcrlich toll, wenn das Zeug nach dem schmeckt, aus dem es gemacht wird. Ich dachte, auch die Eifel sei f\u00fcr solche Sachen bekannt?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ja schon, aber den hier gibt&#8217;s nur da unten; hab ich zuf\u00e4llig auf einem Wochenendtrip entdeckt.&#8221;<\/em><br \/>\nEr zeigt mir eine Flasche, deren Inhalt von goldgelber Farbe ist. Macht einen guten Eindruck, auch von der Konsistenz her. Als ich ihm dann schildere, dass ich selten zum Trinken komme, weil ich kaum einen kenne, der hochprozentiges trinkt, sagt er grinsend:<br \/>\n<em>&#8220;So, jetzt biste f\u00e4llig!&#8221;<\/em> und schickt seinen Sohn in den Vorratsraum, damit der eine angebrochene Flasche vom letzten Jahr holt. Als ich etwas einwenden will, winkt er ab: <em>&#8220;Keine Panik, nur ein halbes Gl\u00e4schen. Du musst ja noch fahren.&#8221;<\/em><br \/>\nUnd das Getr\u00e4nk ist gar nicht \u00fcbel. Es schmeckt in der Tat nach reifer Birne, ist also f\u00fcr meinen Geschmack eine Spur zu s\u00fc\u00df, mit entsprechend medizinischem Nachgeschmack &#8211; aber gegen eine Flasche f\u00fcr einen Schluck dann und wann h\u00e4tte ich rein gar nichts einzuwenden. Vielleicht h\u00e4tte ich mir die Marke merken sollen&#8230; irgendwas mit &#8220;Katz~&#8221; oder &#8220;Katzen~&#8221;, glaube ich.<\/p>\n<p>Abschlusshighlight der Woche war die Fahrt mit Melanie und das Abendessen bei <em>Nick&#8217;s Diner<\/em> in Herforst. Ich habe keine Ahnung, wer Nick sein soll, denn ich war auf Empfehlung eines amerikanischen Kunden dort, der mir versprach, dass die Hamburger dort richtig gut seien, seit &#8220;der T\u00fcrke&#8221; den Laden \u00fcbernommen habe, allerdings sei die Pizza daf\u00fcr v\u00f6llig ungenie\u00dfbar. In einem Anfall von Gr\u00f6\u00dfenwahn bestellten wir jeder einen &#8220;Big Food&#8221; Burger, ein Unget\u00fcm von knapp 30 cm H\u00f6he mit 360 Gramm Fleisch, das nur durch einen Spie\u00df in der Mitte aufrecht erhalten werden kann. Die Bedienung empfahl Messer und Gabel.<br \/>\nF\u00fcr einen Burger war das vom Geschmack gar nicht schlecht, h\u00e4tte ich etwas vergleichbares bei Burger King gegessen, w\u00e4re mir kotz\u00fcbel geworden, aber zum Abschluss a\u00df ich noch ein Eis &#8211; mein Geldbeutel und mein aktuelles K\u00f6rpergewicht erlauben das nach meiner Ansicht. Der Burger mit Pommes kostet 7,90 E, das erscheint mir ein angemessener Preis, gemessen an meinem S\u00e4ttigungsgrad.<br \/>\nDennoch esse ich das nicht noch einmal, die Fleischmenge ist einfach zu viel f\u00fcr mich. Ich gehe bestimmt noch einmal hin, belasse es dann aber bei einem Cheeseburger, die ebenfalls nicht klein sind und auch nur f\u00fcnf-Euro-irgendwas kosten. <\/p>\n<p>Auch mein &#8220;Bandnachbar&#8221; Kelvin (Name ge\u00e4ndert) nutzt seine Lieferfahrten \u00fcbrigens f\u00fcr &#8220;Familienausfl\u00fcge&#8221;, wie er es nennt. Dann packt er am Nachmittag Frau und Kind in den Wagen und f\u00e4hrt mit denen durch die Gegend. Dort, wo die Fahrer Dan und Engel (Namen ge\u00e4ndert) ihre Bassboxen montiert haben, hat Kelvin, sechs Jahre j\u00fcnger als ich, einen Kindersitz eingebaut. Wie ich ihn einsch\u00e4tze, ohne vorher die Meinung des Chefs eingeholt zu haben.<\/p>\n<p>Fahrer DJ (Name ge\u00e4ndert) ist ein knappes Jahr j\u00fcnger als ich, verheiratet, macht Musik, spielt mehrere Instrumente und komponiert im Bereich Electronica. Wir unterhielten uns ein bisschen und als er erfuhr, dass ich fr\u00fcher Songtexte geschrieben habe (vor 13 Jahren), bat er mich, ihm einen Text zu schreiben zum Thema <a href=\"http:\/\/soundcloud.com\/shaneeffet\/shane-effet-daipsy-feel-it\" title=\"\"Feel it\" auf SoundCloud\" target=\"_blank\"><em>&#8220;Feel it&#8221;<\/em><\/a>. Vielleicht f\u00e4llt mir was ein&#8230; ein Problem k\u00f6nnte allerdings sein, dass das St\u00fcck bereits existiert und ich meine Inspiration, so ich eine finde, in ein vorgegebenes Rhythmusmuster pressen muss, was fr\u00fcher nicht notwendig war, weil ich einfach ein spontan sich anbietendes Versma\u00df verwendete und Felix, Tobi und Pascal dann die Melodie um den Text herum montierten, und nicht umgekehrt. Meine Bandbreite von <em>SailorMoon<\/em> zu <em>Sepultura<\/em> und dann zum Techno-Remix <em>&#8220;Otaku Hardcore Revolution&#8221;<\/em> war jedenfalls zu viel f\u00fcr sein Vorstellungsverm\u00f6gen eines umfassenden menschlichen Musikgeschmacks, aber mit dem ist gut auszukommen. Nur ist er derzeit auch Montags nicht ganz so fit, weil er an Wochenenden die Renovierung seines Hauses vorantreibt. Er scheint auch entsprechend Fehler zu machen und das Ger\u00fccht macht die Runde, dass seine Tage gez\u00e4hlt seien.<\/p>\n<p>Elmo (Name ge\u00e4ndert), Anfang Vierzig, f\u00e4hrt LKW und erz\u00e4hlt gern von den alten Tagen beim Fernverkehr wie ein pensionierter Seemann (<em>&#8220;Damals, am Nordpolarkreis, das war mal kacke! Keine Klimaanlage! Mitternachtssonne! Da wurdest Du in der Schlafkabine gekocht! Da oben steht ja kein Baum, nichts, was Schatten spendet!&#8221;<\/em>). Er l\u00e4dt durch seine Art geradezu ein, dass man Witze \u00fcber ihn macht, und er nimmt sie mit Humor. Wenn das B\u00e4ckerauto um kurz vor Acht vor der T\u00fcr klingelt, ruft die ganze Halle seinen Namen (<em>&#8220;ELMO! DEIN FR\u00dcHST\u00dcCK IST DA!&#8221;<\/em>)&#8230; da tr\u00e4umt so mancher Rockstaranw\u00e4rter nur von. Letztlich rollte er auf einer Ameise durch die Halle, breitete die Arme aus wie Kate Winslet auf der &#8220;Titanic&#8221; und rief: <em>&#8220;Guck mal, ein fliegender Kobold!&#8221;<\/em><\/p>\n<p>\u00c4hnlich oft wird nur Fallis Name (auch ge\u00e4ndert) gerufen, der dann aber schon mal wie das HB-M\u00e4nnchen in die Luft geht und durch die Halle br\u00fcllt &#8211; was die Halle mit lautem Lachen zur Kenntnis nimmt (und er nimmt es auch nicht wirklich \u00fcbel). Falli ist in erster Linie im B\u00fcro besch\u00e4ftigt und f\u00e4hrt, wenn die Halle leer ist, mit der Kehrmaschine durch, \u00fcbernimmt bei Engp\u00e4ssen aber auch schon mal Fahrten nach Luxemburg und Belgien.<\/p>\n<p>Da auch ein Fahrer mit dem Namen Murat im Depot arbeitet, habe ich dem einen oder anderen den t\u00fcrkischen Film <em>&#8220;D\u00fcnyay? Kurtaran Adam&#8221;<\/em> (<em>&#8220;Der Mann, der die Welt rettet&#8221;<\/em>) empfohlen, auch bekannt als <em>&#8220;Turkish Star Wars&#8221;<\/em>, und von mir wegen der Namen der Protagonisten als <em>&#8220;Murat und Ali im Weltraum&#8221;<\/em> bezeichnet (weswegen ich seinen Namen jetzt nicht ge\u00e4ndert habe). Ich muss bei Gelegenheit mal die Reaktionen einholen, denn vor ein paar Jahren konnte man den Film an einem St\u00fcck auf Google Video sehen.<\/p>\n<p>Nennen wir noch den Kurden aus dem Irak, auch einige Jahre j\u00fcnger als ich. Kam als Zw\u00f6lfj\u00e4hriger nach Deutschland, spricht Kurdisch, Arabisch und Deutsch (und Trierer Dialekt), eigentlich mehrheitlich Sprachen, von denen so mancher Sicherheitsdienst wie der BND gern profitieren m\u00f6chte. Obwohl nicht unsympathisch ist er allerdings derma\u00dfen unverl\u00e4sslich, dass er einem Klischeestudenten gerecht werden k\u00f6nnte und hat sich sein polizeiliches F\u00fchrungszeugnis v\u00f6llig zerschossen. Vergangene Woche kam er tats\u00e4chlich in der Halle an, bevor das Band anlief &#8211; zum ersten Mal, seit ich da arbeite. Der Kurde kam noch nie vor Sechs oder halb Sieben.<br \/>\nDabei hat er mit Bitburg eine gem\u00fctliche Stadttour und ist oft genug vor drei Uhr Nachmittags wieder zuhause, obwohl er zwischendurch Pausen zum Essen oder auch ein Nickerchen macht. Sieben Cheeseburger zum Fr\u00fchst\u00fcck, eine Stunde sp\u00e4ter ein D\u00f6ner, noch eine Stunde sp\u00e4ter Teilchen vom B\u00e4cker, wie Mike berichtete. Dabei sieht er eigentlich recht drahtig aus. Er habe st\u00e4ndig wieder Hunger, k\u00f6nne aber nicht viel auf einmal essen, wobei die Definition von &#8220;viel&#8221; subjektiv ist, denn nach sieben Cheeseburgern m\u00fcsste ich vermutlich kotzen.<br \/>\n<em>&#8220;Dann rauch doch mal weniger Gras, hm?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ich rauch kein Gras mehr, seit vier Jahren. Damals hab ich das Doppelte gefressen.&#8221;<\/em><br \/>\nEs kommt aber hinzu, dass er gern auf Partys und in Clubs geht, und man munkelt, dass er nicht selten von dort ohne Umweg \u00fcbers Bett zur Arbeit komme. Aber vielleicht h\u00e4lt er sich ja mit der P\u00fcnktlichkeit der letzten beiden Tage, denn immerhin geht er damit seinen Nachbarn am Band auf den Keks, die f\u00fcr ihn seine Pakete runternehmen m\u00fcssen. Was ihn aber nie daran gehindert hat, eine gro\u00dfe Klappe zu haben, wenn auch im Scherz. Neben maskulinen Beleidigungen f\u00fcr andere Fahrer, die mal ein Paket verpassen (die aber in gleicher M\u00fcnze zur\u00fcckzahlen, weil er ja die selben Fehler macht und noch mehr davon), singt er neben deutschen Schlagern, Popsongs und Werbejingles auch schon mal die verp\u00f6nte dritte Strophe des Deutschlandlieds und beklagt sich \u00fcber die heutige Jugend und was aus Deutschland geworden sei (<em>&#8220;Damals, als ich hier angefangen habe&#8230;&#8221; &#8220;Ja, was war denn damals vor vier Monaten?&#8221;<\/em>)<\/p>\n<p>\u00dcber weitere Leute kann ich nicht viel sagen, weil ich wenig Kontakt zu denen habe, die weiter weg am Band stehen. Felix und Hermes (Namen ge\u00e4ndert) zum Beispiel sind neu. Der erstere ist ehemaliger Taxifahrer und kommt mir ein bisschen hypochondrisch vor mit Hang zum Selbstmitleid, Hermes kommt ein bisschen unsicher daher, scheint sonst gut drauf zu sein, und wenn der nicht homosexuell ist, dann wei\u00df ich nicht, wer sonst.<br \/>\nDabei ist uns das Klagen doch allen irgendwie gegeben. Sagte nicht Balzac, dass wir alle immer mehr klagten, als wir tats\u00e4chlich litten? Da muss ich auf Kalaschnikow zur\u00fcckkommen, den selbsternannten &#8220;Eifel-Tornado&#8221; und zweifellos der beste Fahrer im Depot (der sein Auto sogar zu seinem WKW Avatar gemacht hat): Jeden Tag beschwert er sich, was f\u00fcr Extratouren er machen m\u00fcsse und wie umst\u00e4ndlich und lang er dann fahren m\u00fcsse&#8230; und wenn ich ihn tags drauf frage, wie es gelaufen sei?<br \/>\n<em>&#8220;Ach, alles locker! (grins)&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Kalaschnikow kommt am kommenden Montag nach drei Wochen Urlaub wieder zur\u00fcck, und den hat er wegen seines Umzugs auch gebraucht. Seine Tour wurde von Kelvin gefahren und da &#8220;sein&#8221; Auto ja Firmenbesitz ist, blieb es im Depot und wurde ausgerechnet vom Kurden verwendet. Auch Kalaschnikow ist kein Hygienefetischist und hat eindeutig niedrigere Standards als ich (die laut meiner Freundin weit unterdurchschnittlich sind), aber der Kurde geh\u00f6rt zu denen, die sich nichts dabei denken, leere Flaschen und was sich durch seinen Nahrungskonsum ansammelt, im Auto liegen zu lassen. Au\u00dferdem ist in dieser Zeit wohl die Handbremse kaputtgegangen und w\u00e4hrend er parkte, fuhr jemand den rechten Au\u00dfenspiegel ab.<br \/>\nKalaschnikow liebt sein Auto. Er kennt jeden Quadratzentimeter der Karosserie pers\u00f6nlich, f\u00fchrt jegliche Reparaturen selbst aus und l\u00e4sst sich von der Firma lediglich den Materialwert ersetzen. Von den Missgeschicken des Kurden unterrichtet, lie\u00df er ausrichten: <em>&#8220;Am Montag um halb F\u00fcnf bin ich wieder da und um Sieben stirbt er!&#8221;<\/em> \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Na ja, mal abwarten. F\u00fcr die bellenden Vierbeiner auf der Tour, und das sind ein paar, bin ich dieser Tage auch mal in den <em>&#8220;Fressnapf&#8221;<\/em> in Gerolstein gegangen, um ein paar Hundekuchen zu besorgen, nicht zu gro\u00df, nicht zu klein, da Hunde ja in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen daherkommen. Es gibt eine Sorte, deren einzelne St\u00fcckchen etwa einen Kubikzentimeter haben. Als ich das Preisschild sah, wollte ich erst mal wieder weglaufen: &#8220;24,99 E&#8221;.<br \/>\nAber es handelt sich nicht um den Preis pro Kilo, sondern um den 10-Kilo-Preis. Eine gro\u00dfe Handvoll von 100 Gramm kostet also nur 25 Cent, und das nahm ich dann. Dann wird sich wohl auch der misstrauische Kleine in der Brunnenapotheke bald an mich gew\u00f6hnen.<br \/>\nGanz und gar nicht beeindruckt war der kleine Dackel einer Kundin, die Manik\u00fcre und Duftkerzen anbietet. Mike hatte mich bereits vorgewarnt, dass der Dackel v\u00f6llig ignorant sei, aber dass er einen Hundekuchen, direkt vor die Schnauze gehalten, gelangweilt ignorieren w\u00fcrde, h\u00e4tte ich so nicht erwartet. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es passiert so viel, dass ich mir nicht alles merken kann und an den vergangenen drei oder vier Wochenenden hatte ich immer was vor, sodass sich nicht die Gelegenheit ergab, was ins Blog zu schreiben. 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