{"id":1763,"date":"2011-06-12T16:15:49","date_gmt":"2011-06-12T14:15:49","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1763"},"modified":"2017-10-22T12:25:53","modified_gmt":"2017-10-22T10:25:53","slug":"king-of-kylltal-teil-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1763","title":{"rendered":"King of Kylltal (Teil 5)"},"content":{"rendered":"<p>Die Routine erweitert sich, der Spa\u00df r\u00fcckt weiter in den Vordergrund. Ein paar organisatorische Dinge muss ich allerdings noch besser in den Griff bekommen. <em>&#8220;Apotheken Umschau&#8221;<\/em> in Kombination mit einer Expresslieferung in Gerolstein &#8211; immer noch ein Zeitkiller, den ich durch besseres Packen angehen muss. Dazu kommen noch abgelegenere Lieferorte wie Dudeldorf oder Bleckhausen, die sich nicht in &#8220;runde&#8221; Touren einbinden lassen, sondern eine Ausbeulung in der Route verursachen. Daran wird sich nichts \u00e4ndern, aber ich k\u00f6nnte es durch bessere Selbstorganisation ein wenig kompensieren.<\/p>\n<p>Wichtiges Element dabei ist das Scannen der Pakete bei der Abnahme vom Band. Bei Unsicherheit muss man die im System angegebenen fehlenden Sendungen unter den bereits vorhandenen Paketen suchen, und zwar bevor man sie einl\u00e4dt. Letzte Woche hatte ich einen Eimer mit W\u00fcrzmittel f\u00fcr ein griechisches Restaurant \u00fcbersehen, er stand also im einger\u00e4umten Auto, war aber mangels Scan als fehlend angezeigt; rauskramen h\u00e4tte zu viel Zeit gekostet und es musste eine Behelfsl\u00f6sung gefunden werden. Dazu kam es, weil mein Scanner nicht immer piept, wenn er scannt, der hat seine besten Tage hinter sich, das bedeutet, ich merke nicht unbedingt, wenn der Scanner den Barcode nicht als etwas lesbares erkennt. Wenn das Ger\u00e4t &#8220;etwas&#8221; erkennt, aber nicht als Barcode, erhalte ich eine Fehlermeldung auf dem Display, aber sowohl erfolglose als auch erfolgreiche Scans, wenn er also alles richtig oder gar nichts scannt, gehen nicht mit einem optischen Signal einher, die Unterscheidung kann man nur anhand des gedachten Ger\u00e4uschs machen, das nicht immer so will, wie ich es brauche. Das Kabel der Ladestation ist jedenfalls hin, das ist einem Kabelbruch zum Opfer gefallen, das hei\u00dft, das erste, was ich am Morgen mache, ist ins B\u00fcro zu gehen und mir aus dem &#8220;VOLL&#8221; Stapel einen der wenigen vollen Akkus zu nehmen. Zwei bis vier liegen da in der Regel rum, und wenn ich keinen kriege, muss ich nach Stromausfall alle Pakete mittels der so genannten Rollkarte ausliefern, das hei\u00dft Unterschrift des Kunden auf Papier und manuelle Dateneingabe des dar\u00fcber sicherlich nicht gerade gl\u00fccklichen B\u00fcropersonals.<br \/>\nGutes Scannen am Morgen spart mindestens zehn Minuten Zeit, gutes Einr\u00e4umen in sinnvoller Stoppreihenfolge kann sicherlich bis zu einer Stunde sparen, die man im Laufe des Tages nicht mit Umr\u00e4umen und Suchen im Laderaum verbringt. Ortskenntnis spart ebenfalls bestimmt eine Stunde Zeit, denn man muss sich vorstellen, dass man bei \u00fcber 100 Paketen zwischen 40 und 60 Stopps hat, und wenn man jedesmal eine Minute oder so mit dem Navi verbringen muss, kann man sich ja ausrechnen, wie viel Zeit dabei \u00fcber den Tag fl\u00f6ten geht. Der Kauf der Stra\u00dfenkarte hat mir jedenfalls schon einige Zeit gewonnen. <\/p>\n<p>Andere Neuigkeiten beziehen sich zum einen auf einen kurzzeitigen Wagenwechsel, weil Montag und Dienstag zu wenig Fracht f\u00fcr mich da war, um mit dem Sprinter zu fahren. Ich bekam daher einen Vito, ebenfalls von Mercedes Benz. Es dauerte ein paar Minuten, bis ich die Handbremse gefunden hatte, da es sich um eine Fu\u00dfbremse handelt. Man tritt sie mit dem linken Fu\u00df fest und l\u00f6st sie mit Hilfe eines Zuggriffs mit der linken Hand&#8230; au\u00dferdem zeigte die Tachonadel die Geschwindigkeit in km\/h an, w\u00e4hrend die LCD-Anzeige mir die mph, Meilen pro Stunde, pr\u00e4sentierte&#8230; warum auch immer. Die H\u00f6chstgeschwindigkeit ist h\u00f6her als beim Sprinter, aber ich fahre eh nicht schneller als 120, mal abgesehen von \u00dcberholman\u00f6vern. St\u00f6rend fand ich auch die ungewohnte Fu\u00dfstellung am Gaspedal, was sich als verkrampfter Unterschenkel bemerkbar machte. Au\u00dferdem war zuwenig Luft in den Reifen (wobei ich nirgendwo den \u00fcblichen Aufkleber mit den notwendigen Druckangaben fand und mich nach meinen eigenen Erfahrungswerten f\u00fcr diese Art von Auto richtete) und rechts vorne ist das Profil an der Au\u00dfenseite stark abgefahren&#8230; es quietschte in einigen Kurven, die ich mit dem schwereren Sprinter sonst problemlos fahren konnte. Die Motorhaube bekam ich \u00fcberhaupt nicht auf. Ich fand nur einen Hebel, der in Frage zu kommen schien, unter der Lenks\u00e4ule, den ich runterdr\u00fcckte, aber an der Haube tat sich nichts. Vermutlich handelte es sich lediglich um den Feststellhebel f\u00fcr den Lenkradwinkel. Das Wasser f\u00fcr die Waschanlage reichte jedenfalls gl\u00fccklicherweise.<\/p>\n<p>Weiterhin befindet sich unter unseren Kunden ein Hersteller von Schutz- und Arbeitskleidung, und ich brauchte dringend neue Schuhe, da die Fersen der alten, die ich, ich glaube, zu Weihnachten 2008 bekommen habe, v\u00f6llig durchgelatscht waren. Ich kaufte daher ein Paar halbhohe Arbeitsschuhe der Sicherheitsstufe 2 f\u00fcr 110 Euro (und mein Dank geht an Alex, der mir diesen notwendigen Kauf noch vor meiner ersten Gehaltszahlung durch eine Leihgabe m\u00f6glich gemacht hat). Sie sehen gut aus, sind bequem, und haben den erforderlichen Zehenschutz in Form gleich zweier integrierter Stahlkappen. Kettens\u00e4gensicherheit und Durchtrittschutz, wie sie die Stufe 3 bietet, brauche ich nicht, aber die Stahlkappen sind im Depot Vorschrift (ohne dass der Arbeitgeber auch nur einen Zuschuss beim Kauf dieser speziellen Schuhe gew\u00e4hrt), und da ich den ganzen Tag in den Schuhen verbringe, ist Bequemlichkeit ein Muss. Die alten Stiefel lie\u00df ich gleich im Laden und der Angestellte versprach, sie f\u00fcr mich in den Container zu werfen. Die taugen nicht mal mehr f\u00fcr die Schuhspende. Ich \u00fcbe mich derzeit auch bewusst darin, den Fu\u00df anders aufzusetzen, damit die Abnutzung der Sohlen nicht so punktiert einseitig ist, an der Ferse hinten rechts. Aber es ist schwer, den pers\u00f6nlichen Gang zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>In dieser Woche stand ich auch am Haupttor des Flughafens Spangdahlem und bat die (deutschen) Angestellten des <em>&#8220;Pass &#038; ID Office&#8221;<\/em>, die Empf\u00e4nger zu kontaktieren, denn die m\u00fcssen rauskommen, weil ich nicht rein darf. Oft steht auf den Paketen nur die Nummer eines Geb\u00e4udes und die Zimmernummer, aber kein Name, und die wenigsten Absender schreiben eine Telefonnummer drauf. Da stand ich also und hatte ein P\u00e4ckchen, als dessen Empf\u00e4nger <em>&#8220;Louis Little Dog&#8221;<\/em> angegeben war. Ein Scherzkeks scheinbar, der Haustierbedarf verschickte. Daneben aber eine Mobilfunknummer, und man sagte mir, dass es vom Telefon dieses B\u00fcros aus nicht m\u00f6glich sei, Mobilfunknummern \u00fcberhaupt anzurufen. Ich rief den Kunden also selbst an, sprach aber erst mal auf die Mailbox.<br \/>\nSp\u00e4ter rief mich der Kunde an und sagte, er sei Louis Little Dog, scheinbar, damit ich den Bezug zwischen Anruf und P\u00e4ckchen herstellen konnte. Der Anrufer sagte, es sei wichtig, die Lieferung zu erhalten, weil es sich um das Geschenk zu einer Abschlussfeier am Samstag handele (f\u00fcr einen Hund?), und versprach, am kommenden Tag, Freitag, gegen elf Uhr am Eingang zu sein, da ich in der Regel um diese Zeit dort bin, und ich versprach, ihn kurz anzurufen, sobald ich in der N\u00e4he war.<br \/>\nTags drauf rief er mich zwischen 0930 und 1000 selbst an und fragte, ob das mit elf Uhr klappe, ich war zuversichtlich, trotz <em>&#8220;Apotheken Umschau&#8221;<\/em> und 12-Uhr-Express nach Gerolstein &#8211; letztendlich kam ich um Elf an, dr\u00fcckte ihm zehn Minuten sp\u00e4ter sein Paket in die Hand und d\u00fcste dann nach Gerolstein, wobei ich alle anderen Lieferungen zwischen Spangdahlem und dem Expressempf\u00e4nger aus Zeitgr\u00fcnden ignorieren und nach hinten verschieben musste, weil ich f\u00fcr die Strecke Spangdahlem-Gerolstein etwa 45 Minuten ben\u00f6tige. Au\u00dferdem teilte mir der Empfang mit, dass heute ein besonderer Tag (&#8220;Act of Duty Day&#8221; oder sowas) sei, an dem man eh niemanden im B\u00fcro antreffen w\u00fcrde.<br \/>\nWie dem auch sei, ich traf den Kunden und er zeigte mir ein Ausweisdokument, auf dem <em>&#8220;Louis Little Dog<\/em>&#8221; stand. In dem Moment rechnete ich schon damit, dass gleich jemand hinter anderen geparkten Autos hervorspringen und mich bei der Versteckten Kamera willkommen hei\u00dfen m\u00fcsste und fragte ihn herrlich spontan, ob seine Eltern ihn vielleicht hassten. Hm, der Blick in seinen Augen sprach von Entgeisterung, aber eine Sekunde sp\u00e4ter sagte er, dass dies tats\u00e4chlich sein Name sei und zeigte mir die R\u00fcckseite seiner Sportjacke: Er war ein Abk\u00f6mmling amerikanischer Ureinwohner aus North Dakota. Ich war v\u00f6llig perplex, zum einen wegen des irrsinnigen Hergangs dieser ganzen Geschichte und zum anderen wegen meines eklatanten Mangels an diplomatischem Taktgef\u00fchl, das von meinem Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber der Empf\u00e4ngerangabe und der \u00fcberraschenden Aufl\u00f6sung vollig weggesp\u00fclt worden war. Der Typ hei\u00dft tats\u00e4chlich so und &#8220;Little Dog&#8221; ist sein Familienname. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Routine erweitert sich, der Spa\u00df r\u00fcckt weiter in den Vordergrund. Ein paar organisatorische Dinge muss ich allerdings noch besser in den Griff bekommen. &#8220;Apotheken Umschau&#8221; in Kombination mit einer Expresslieferung in Gerolstein &#8211; immer noch ein Zeitkiller, den ich durch besseres Packen angehen muss. 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