{"id":1727,"date":"2011-05-29T20:40:15","date_gmt":"2011-05-29T18:40:15","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1727"},"modified":"2017-10-22T12:31:57","modified_gmt":"2017-10-22T10:31:57","slug":"king-of-kylltal-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1727","title":{"rendered":"King of Kylltal (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p>Der Mittwoch, das hei\u00dft der 18. Mai, verlief also im Gro\u00dfen und Ganzen wie der Dienstag, mit Ausnahme des Besuchs der Damen und Herren in adretter B\u00fcrokleidung. Man bemerkte auch gleich eine gesteigerte Disziplin: Pakete wurden mit ausgew\u00e4hlter Vorsicht behandelt und die meisten Wagen waren etwas herausgeputzt worden &#8211; nur &#8220;mein&#8221; Sprinter sah aus wie &#8216;ne Sau &#8211; was daran liegt, dass Mike als Einwohner von Ehrang als einziger Fahrer den Sprinter nicht mit nach Hause nimmt, sondern in der Halle stehen l\u00e4sst und seinen Roller nimmt. Dumm auch, dass ausgerechnet heute ein LKW Versp\u00e4tung hatte und das Band daher mehr als eine halbe Stunde still stand und die Fahrer nicht weg konnten. <\/p>\n<p>Bei den Inspektoren handelte es sich um zwei Herren und eine Dame vom Mutterunternehmen, die von Herrn R. und einer \u00f6rtlichen Sachbearbeiterin begleitet wurden. Die Pr\u00fcferin von Transoflex sei pingelig, hie\u00df es, und sie habe auch schon einem Fahrer wegen einer Verfehlung Hausverbot erteilt.<br \/>\nIch h\u00e4tte mal nicht bemerkt, dass die Gruppe in die Fahrzeuge hineingeschaut h\u00e4tte, wohl zu unserem Gl\u00fcck. Was allerdings zu bemerken war, war die explosionsartige Aufl\u00f6sung der Gruppe der Fahrer am (gerade ruhenden) Band, als die Pr\u00fcfer n\u00e4her kamen, und pl\u00f6tzlich war ich der einzige, der inquisitorische Fragen gestellt bekam, zum Beispiel, wie man Plasmafernseher transportiert. Nun, als erfahrener Umzugshelfer wei\u00df ich, dass man sie nicht liegend transportiert, weil etwas auf die Sichtfl\u00e4che fallen k\u00f6nnte. Im Sprinter kann man sie auf das Trittbrett der Seitent\u00fcr stellen, da werden sie vorn von den anderen Paketen und hinten von der T\u00fcr stabilisiert, und gro\u00df vor und zur\u00fcck k\u00f6nnen sie auch nicht rutschen. Eine kurze Reihe weiterer Fragen, bis Mike wieder erschien, blockte ich ganz einfach damit, dass dies erst mein zweiter Tag sei und dass ich bislang Klaviere und Teppiche transportiert habe, die einfacher zu handhaben sind als ein Haufen kleiner Pakete.<br \/>\nKaum zur\u00fcck wurde Mike zum Thema Umgang mit Gefahrgut befragt:<br \/>\n<em>&#8220;Fl\u00fcssiges Gefahrgut transportiert man am besten in einer Wanne,&#8221;<\/em> sagte er zum Beispiel.<br \/>\n<em>&#8220;Und wo ist Ihre Wanne?&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ich hab grad keine dabei, aber ich hab heute auch kein Gefahrgut.&#8221;<\/em><br \/>\nWorauf der Pr\u00fcfer sich umdrehte und mit t\u00f6dlicher Sicherheit ein Paket mit Gefahrgutaufkleber aus unserem Haufen pfl\u00fcckte, das zudem unter Nichtbeachtung des &#8220;oben&#8221; Pfeils aufgestellt war. W\u00fcrde ich meine Gedanken unter dem Internetjargonbegriff &#8220;facepalm&#8221; zusammenfassen, w\u00e4re das noch ein Euphemismus.<\/p>\n<p>Die Tour selbst verlief an sich ereignislos, aber die R\u00fcckfahrt durfte ich \u00fcbernehmen, damit sich Mike ein Bild von meinem Fahrverm\u00f6gen machen konnte. Trotz der kurzen Schlafzeit war ich die ganze Zeit erstaunlich wach und aufmerksam. Ich nehme an, dass ich wegen der Aufregung und Nervosit\u00e4t verst\u00e4rkt auf Adrenalin lief, was meine von dem langen Spielabend am Tag zuvor herr\u00fchrende M\u00fcdigkeit unterdr\u00fcckte, aber noch einmal sollte ich das nicht wagen.<br \/>\nAuf der Autobahn s\u00fcdlich von Spangdahlem klatschte dann wieder etwas auf die Frontscheibe. Meiner Gewohnheit entsprechend schaltete ich sofort den Sprinkler ein, um das Zeug wegzuwischen, bevor es im Fahrtwind antrocknete. Der Scheibenwischer bewegte sich etwa 45\u00b0 weit, dann flog der rechte einfach weg und Halterung kratzte auf der Scheibe. Soviel dazu. Mike telefonierte mit Peter, damit der neue Wischerbl\u00e4tter besorgte, aber der war heute nach Belgien gefahren und w\u00fcrde wohl erst sp\u00e4t zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Und obwohl ich kein Angestellter bin, erhielt ich an jenem Abend den Sprinter mit nach Hause, mit der Aufforderung, am kommenden Tag um 0515 wieder da zu sein.<br \/>\nIch nahm mir am Abend einen Eimer Wasser, einen Schwamm, Viss und Fensterreiniger, und machte mich daran, die Fahrerkabine zu s\u00e4ubern. Es blieb auch nicht bei einem Eimer Wasser, stattdessen wurden es drei tiefbraune. Daf\u00fcr konnte man dann die eigentlichen Farben der Fahrerkabine wieder erkennen, die zuvor unter einem grauen Schleier oder braunen Schlieren, die von Stra\u00dfenstaub und angetrockneten Getr\u00e4nkeresten stammten, verborgen waren.<br \/>\nZum Abschluss wurde meine Hose mitsamt des elektronischen Z\u00fcndschl\u00fcssels in der Waschmaschine gewaschen, was aber scheinbar keine Funktionseinschr\u00e4nkung zur Folge hatte.<\/p>\n<p>Da ich danach keine Motivation mehr versp\u00fcrte, was anderes zu machen, als mein Gehirn auf Durchzug zu schalten, lie\u00df ich den Computer aus und sah noch kurz irgendwas auf ARTE, bevor ich um Viertel vor Zehn ins Bett ging. Die volle Stunde erlebte ich nicht mehr.<\/p>\n<p>Von einer gewissen Neugier getrieben, wie denn mein Vermittler auf das Praktikum reagierte, las ich dann am Morgen um Viertel vor F\u00fcnf noch schnell meine Mails und fand darin ein ziemliches Kuckucksei.<br \/>\n<em>InPersona<\/em> machte mich darauf aufmerksam, dass ich gesetzlich verpflichtet sei, an der Ma\u00dfnahme teilzunehmen, und ich m\u00f6ge bitte am Donnerstag, also heute, wie verabredet um 0800 erscheinen, um alles weitere zu besprechen.<br \/>\nIch fuhr also erst mal ins Depot, unterrichtete die Disponenten von der Situation und half bis 0700 beim Sortieren. Mein Vermittler hatte mittlerweile angerufen und die Zusendung eines Praktikumsvertrags versprochen, der von der Firma auszuf\u00fcllen sei.<br \/>\nDann durfte ich bis zum M\u00e4usheckerweg zu Fu\u00df gehen, weil keine Bushaltestelle auf dem Weg Fahrzeiten f\u00fcr die Linie 7 anzeigte, nur f\u00fcr die 87, die um die fragliche Uhrzeit nicht mehr fuhr. <\/p>\n<p>Bei der Arbeitsvermittlung angekommen, erl\u00e4uterte ich der Angestellten die Lage, und mein Tonfall muss wohl etwas gereizt gewesen sein. Ich zwang mich jedenfalls zur Ruhe und die Situation entspannte sich deutlich. Nach einer kurzen Unterredung, in der ich ausf\u00fchrte, dass ich allen notwendigen Stellen meine derzeitige Besch\u00e4ftigung angezeigt hatte, deutete sie an, dass ich gern auch wieder zum Depot zur\u00fcckkehren k\u00f6nne, aber ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass die Fahrten vermutlich bereits begonnen hatten.<br \/>\nIch sollte daher also bei den anderen acht oder neun Teilnehmern Platz nehmen und wir k\u00f6nnten ja meinen Lebenslauf durchgehen.<br \/>\nIch traf einen meiner Nachbarn da, stellte fest, dass ich mit Laptoptastaturen nicht klarkomme, und dass nicht alle diese Ma\u00dfnahmen voller Proleten sind &#8211; die knappe H\u00e4lfte der Teilnehmer hatte eine Uni zumindest mal von innen gesehen. Mit einer Abbrecherin unterhielt ich mich kurz \u00fcber Namensethymologie, bevor ich mich zum Thema Lebenslauf belehrten lie\u00df. Die Reihenfolge der einzelnen Punkte solle zeitlich r\u00fcckl\u00e4ufig sein, was ich interessant finde. Man hat mir sowas bereits vor elf Jahren als Option beigebracht, aber mein aktueller Lebenslauf beruht auf einer vom <em>Institut f\u00fcr Bildung und Arbeit<\/em> in Blieskastel abgesegneten Vorlage. Scheinbar hat jeder dieser Bewerbertrainer andere Vorgaben. <\/p>\n<p>Mittendrin ein Anruf von meinem Vermittler: Da stehe einer bei ihm, der wissen wolle, wo der Fahrzeugschl\u00fcssel ist. Ich fasste in meine Hosentasche, der Verdacht best\u00e4tigte sich. Ich sagte also dem Vermittler, wo ich war, und der Bewerbertrainerin, weshalb ich die Ger\u00e4uschkulisse im Seminarraum gest\u00f6rt hatte. <em>&#8220;Dann k\u00f6nnen Sie ja doch noch mitfahren&#8221;<\/em> meinte sie, und genau das tat ich auch.<br \/>\nWozu war ich nun eigentlich hier gewesen? Es gibt ja sicherlich Leute, die was von Praktika und Probeterminen erz\u00e4hlen, um sich vor der Ma\u00dfnahme zu dr\u00fccken &#8211; aber ist meine Geschichte glaubhafter, nur weil ich sie pers\u00f6nlich anwesend erz\u00e4hlt habe?<br \/>\nMike nahm die Geschichte mit Humor, obwohl wir auf diese Weise erst um etwa neun Uhr wegkamen.<br \/>\nEr hatte wohl an der Empfangstheke im Jobcenter gefragt, ob eine Telefonnummer von mir gespeichert sei, aber dort konnte ihm niemand weiterhelfen, weil die entsprechenden Daten dort nicht vorliegen. \u00dcber eine Zwischenstelle kam er dann zu meinem Vermittler, der mich dann anrief und meine Erl\u00f6sung von dem Bewerbertraining ins Rollen brachte. Insgesamt w\u00fcrde ich den Zwischenfall also eher als positiv bewerten.<\/p>\n<p>Peter hatte leider keine Wischerbl\u00e4tter besorgen k\u00f6nnen, wir mussten also bis Gerolstein mit der immer matter werdenden Scheibe auskommen. Dort befindet sich eine Selbstbedienungswaschstation, die neben einem gew\u00f6hnlichen Hochdruckreiniger auch noch ein effektives L\u00f6sungsmittel f\u00fcr Insektenreste bereitstellt. Die Scheibe wurde jedenfalls \u00fcberraschend sauber. <\/p>\n<p>Ich sollte dann die zweite H\u00e4lfte fahren, das hei\u00dft den \u00dcberlandverkehr ab Reuth, den Stadtverkehr in Gerolstein k\u00f6nne ich dann morgen machen. Den rechten Scheibenwischer klappten wir nach vorn, damit ich zumindest die \u00dcberreste in meiner H\u00e4lfte wegwischen konnte, ohne rechts die Scheibe zu verkratzen. Leider fing es zwischendurch ganz heftig zu regnen an, was ich mit einem Wischerblatt bew\u00e4ltigen musste. Es ging, aber die Blindheit im rechten Sichtfeld war nicht angenehm.<br \/>\nHeute lie\u00df mich der Pf\u00f6rtner zu meinem Erstaunen mit in die &#8220;Festung Gerolstein&#8221; fahren, ohne dass diese Entscheidung erkl\u00e4rt wurde, vielleicht nahm es dieser Pf\u00f6rtner weniger genau?<\/p>\n<p>Am Freitag Morgen&#8230; hatte eine Frau auf der Umgehungsstra\u00dfe bei Biewer irgendein grau bepelztes Tier von der Gr\u00f6\u00dfe eines mittleren Hundes \u00fcberfahren. Das Tier lag jedenfalls auf der Stra\u00dfe, knapp 100 Meter weiter befand sich das Warndreieck und kurz dahinter der Kleinwagen der Frau, die telefonierend auf der Stra\u00dfe rumstand. Das Auto, das einen Schaden vorne links unter dem Scheinwerfer aufwies, stand dabei mitten auf der rechten Fahrspur, scheinbar war sie vor Schreck nicht auf die Idee gekommen, soweit nach rechts zu ziehen, wie m\u00f6glich&#8230; das nur als Randnotiz. <\/p>\n<p>Wir mussten das Auto wechseln, der Sprinter musste wohl zur Inspektion. Ich habe keine Ahnung, wann das festgestellt worden sein soll, sofern der Termin nicht bereits vorher bestand. Wir bekamen einen Renault von AVIS, der sich auff\u00e4llig vom Sprinter unterschied:<br \/>\nDer Renault l\u00e4uft ruhiger und hat eine bessere Innenausstattung, zum Beispiel erkennt der Bordcomputer automatisch das Telefon des Fahrers und erlaubt die Kommunikation \u00fcber Freisprechanlage mit Mikrofon und Lautsprecher. Das Klemmbrett, das man aus der Mittelkonsole ausfahren kann, ist nicht zu verachten. Es gibt auch eine Klimaanlage und der Motor l\u00e4uft so ruhig, dass man ihn nicht f\u00fcr einen Diesel halten w\u00fcrde.<br \/>\nAber leider gibt es auch Nachteile. So hat der Renault einen sp\u00fcrbar gr\u00f6\u00dferen Wendekreis und dieses Exemplar l\u00e4uft extrem niedertourig. W\u00e4hrend der erste und der zweite Gang noch normal laufen, erreicht das Getriebe im dritten Gang erst bei 70 km\/h knapp 3000 Touren, das hei\u00dft, bei Siebzig schaltet man erst in den vierten Gang, der die Grenze von 3000 U\/min bei ca. 100 km\/h erreicht, und der sechste Gang lohnt sich so ab 120.<br \/>\nViel Erfahrung habe ich mit Sechsganggetrieben noch nicht, aber bei jedem anderen Fahrzeug, das ich gefahren bin, waren die Schaltgrenzen etwa bei 30 (dritter Gang), 50 (vierter Gang), und 70 (f\u00fcnfter Gang).<br \/>\nEin wenig st\u00f6rend ist der Anschnallmelder, der ab 20 km\/h piept, wenn man nicht angeschnallt ist. In jedem anderen Szenario w\u00fcrde ich das als eine positive Warneinrichtung bezeichnen, aber bei Lieferungen im Stadtverkehr ist man dann sehr h\u00e4ufig mit An- und Abschnallen besch\u00e4ftigt, was durchaus nervt\u00f6tend sein kann, wenn mehrere Kunden nur wenige Hundert Meter auseinander liegen. <\/p>\n<p>Vor der Abfahrt erhielt ich eine Tankkarte und den Auftrag, das Fahrzeug am Abend vollzutanken und zum Verleih zur\u00fcckzubringen. Zum Bezahlen an der Tankstelle muss ich den Kilometerstand und eine Geheimzahl angeben, allerdings verstand ich die Eselsbr\u00fccke falsch&#8230;<\/p>\n<p>Ich steuerte durch den Gerolsteiner Stadtverkehr und stand auch irgendwann wieder vor der &#8220;Gerolsteiner Festung&#8221;. Aber heute sagte die Pf\u00f6rtnerin: <em>&#8220;Nur eine Person!&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Es handelt sich aber um eine Ausbildungsfahrt.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Die haben Sie doch bereits gestern gemacht!&#8221;<\/em><br \/>\nDa war ich irgendwie platt, dass die sich das gemerkt hatten. Mike blieb dann drau\u00dfen, ich brachte die Ware zum Wareneingang. Vielleicht haben die Angst, dass man ihnen die Kohlens\u00e4ure aus dem Sprudel klaut?<\/p>\n<p>Wir waren fr\u00fcher weggekommen, schon um zehn vor Acht, aber leider kam es zu Verz\u00f6gerungen, die den Vorteil wieder zunichte machten. Der Kollege, der den Renault zuvor gefahren hatte, hatte seinen Geldbeutel mit seinen Papieren liegen lassen. Wir trafen uns in der N\u00e4he von Speicher, aber es kostete halt mindestens zehn Minuten.<br \/>\nMittendrin gab es wolkenbruchartige Regenschauer, da f\u00e4hrt man ja auch langsamer.<br \/>\nUnd am Ende der Fahrt stand wieder Spangdahlem, wo wir uns bei drei Abteilungen im Voraus ank\u00fcndigten. Der erste holte seinen Umschlag ab, und als er gerade wieder gegangen war, wurde wohl eine Art stiller Alarm auf dem Flughafen ausgel\u00f6st: Das Tor wurde von Soldaten verschlossen, niemand durfte das Gel\u00e4nde verlassen und die Pendler stauten sich \u00fcber das gesamte Areal. Niemand wurde durchsucht und dann erst rausgelassen &#8211; es ging gar nichts. Wir warteten eine halbe Stunde, bevor wir abfuhren.<br \/>\nDie Firma hofft, f\u00fcr den Fahrer dieser Tour Zugangsp\u00e4sse zum Flughafen zu erhalten. Dann k\u00f6nnte man einfach die zugewiesenen B\u00fcros und Hallen ansteuern und m\u00fcsste nicht ewig Zeit damit verplempern, vor dem Tor auf die Abholer zu warten. <\/p>\n<p>Wieder waren wir um kurz vor Vier zur\u00fcck in Ehrang. Mike dr\u00fcckte mir ein paar Mitarbeiterklamotten in die Hand und verabschiedete sich, ich fuhr zum Einkaufen und anschlie\u00dfend in die Stadt zur zugewiesenen Tankstelle. Dort r\u00e4chte sich mein Missverst\u00e4ndnis mit der Eselsbr\u00fccke zur Geheimzahl, ich musste erst in der Gegend herumtelefonieren, erreichte zun\u00e4chst keinen, machte mich dann daran, einen Schuldschein auszustellen, als Peter mich anrief und die Sache rettete. Dann musste ich nur noch bei AVIS auf meine Mitfahrgelegenheit warten und kam so relativ sp\u00e4t nach Hause. Aber ich musste am Samstag ja auch erst um halb Neun aufstehen.<\/p>\n<p>Meiner M\u00fctze Schlaf stand leider eine Party im Stockwerk darunter entgegen. Die Musik hinderte mich zun\u00e4chst nicht am Einschlafen, aber um kurz vor Drei erwachte ich wieder. Die Anlage war aufgedreht, sie gab t\u00fcrkische Popmusik zum Besten, es wurde gesungen, getanzt, gelacht, geklatscht, und was Orientalen auf Partys sonst noch zu machen pflegen. Um zehn nach drei hatte ich die Schnauze voll, zog mir eine Hose an, setzte eine ernste Miene auf (f\u00e4llt mir ja angeblich nicht schwer), und behandelte die T\u00fcr der Ruhest\u00f6rer unsanft.<br \/>\nEin junger Mann \u00f6ffnete die T\u00fcr und sah mich besorgt an.<br \/>\n<em><strong>&#8220;K\u00f6nnt Ihr endlich still sein? Ich raste sonst gleich aus!&#8221;<\/strong><\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ja, k\u00f6nnen wir.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Danke.&#8221;<\/em><br \/>\nIch legte mich ins Bett und fand die Nachtruhe wieder hergestellt. <\/p>\n<p>Das Fahren macht mir Spa\u00df, ich empfinde es nicht als Arbeit, von daher kann ich mir vorstellen, noch eine Weile hier zu bleiben. Eher zum Entsetzen meiner Freundin, die noch eiliger aus Trier weg m\u00f6chte, als ich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mittwoch, das hei\u00dft der 18. Mai, verlief also im Gro\u00dfen und Ganzen wie der Dienstag, mit Ausnahme des Besuchs der Damen und Herren in adretter B\u00fcrokleidung. 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