{"id":157,"date":"2008-06-15T20:54:44","date_gmt":"2008-06-15T18:54:44","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=157"},"modified":"2013-01-05T22:24:30","modified_gmt":"2013-01-05T21:24:30","slug":"minami-ke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=157","title":{"rendered":"Minami-ke"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8220;Minami-ke&#8221;<\/em> (<em>&#8220;Die Familie Minami&#8221;<\/em>) ist ein reiner Slice-of-Life Anime \u00fcber das mehr oder weniger allt\u00e4gliche Leben der Minami-Schwestern Haruka (17), Kana (14) und Chiaki (11). Die Serie verfolgt keinerlei durchgehende Geschichte, und von ein paar kleinen Anspielungen und den eingef\u00fchrten Charakteren abgesehen, kann man sie auch in beliebiger Reihenfolge ansehen, deshalb \u201creiner Slice-of-Life Anime\u201d. Was man wissen muss, ist, dass die drei Schwestern aus einem ungenannten Grund ohne ihre Eltern in einem Apartment wohnen, und dass die \u00e4lteste Schwester die Rolle der Mutter f\u00fcr die j\u00fcngeren beiden \u00fcbernimmt. Der einzige \u00e4ltere Verwandte ist Takeru, ein Cousin der M\u00e4dchen, den sie aber nichtsdestotrotz \u201cOnkel\u201d (\u201cOji-san\u201d) nennen.<\/p>\n<p>Die drei Schwestern sind archetypische Charaktere, also Haruka ist die wohlwollende und warmherzige \u00e4ltere Schwester, Kana das hyperaktive Spatzenhirn, und Chiaki ist die intelligente und introvertierte Realistin, deren humoristische Momente auf ihrem Mangel an Lebenserfahrung beruhen. Weitere Charaktere sind zum Beispiel besagter Takeru, st\u00e4ndig ohne Freundin aber mit ausgepr\u00e4gtem Besch\u00fctzerinstinkt, und eine Reihe von haupts\u00e4chlich weiblichen Freunden der Schwestern.<\/p>\n<p>Man kann &#8211; muss &#8211; ganz eindeutig feststellen, dass die Serie sehr \u201cmoe\u201d ist. Da ist eine Reihe niedlicher M\u00e4dchen, es gibt Entkleidungsszenen und ausgelebten Unsinn, aber man bekommt nichts Explizites zu sehen, es h\u00e4lt sich alles in einem Rahmen, der die Serie uneingeschr\u00e4nkt f\u00fcr Jugendliche geeignet macht. Hinzu kommt ein sehr gutes Charakterdesign, sehr sch\u00f6nes Artwork und \u00fcberzeugende SynchronsprecherInnen, dann wei\u00df jeder, von was f\u00fcr einer Art lockerer Unterhaltung wir sprechen.<\/p>\n<p>Die kom\u00f6dischen Elemente sind in erster Linie Slapstick und Humor durch \u00dcbertreibung, und<span> <\/span>auch der gegebene Grad an \u201ch\u00e4uslicher Gewalt\u201d (vergleiche <em>\u201cCrayon Shin-chan\u201d<\/em>), wenn Kana zum Beispiel unerlaubt Chiakis Kuchen isst, senkt den Spa\u00dflevel in keiner Weise. Viel Humor kommt allerdings auch aus Parodien auf japanische Fernsehnachrichten und Fernsehdramen, in denen jedes Klischee durch den Kakao gezogen wird.<\/p>\n<p>Sehr auff\u00e4llig bleibt ein Element von Beginn bis Ende: Geschlechterrollen.<br \/>\nChiaki hat einen Klassenkameraden namens Makoto, der dazu neigt, aus Ungeschicklichkeit Fehler zu machen und deshalb von Chiaki vom gemeinsamen Hausaufgabenmachen mit Freunden im Minami Haushalt verbannt wird. Makoto allerdings himmelt Haruka an und ist begierig, in die Runde zur\u00fcckzukehren, also er\u00f6ffnet Kana ihm den Plan, dass er sich als M\u00e4dchen verkleiden soll, und stellt ihn\/sie als ihre j\u00fcngere Mitsch\u00fclerin Mako-chan vor. Verwicklungen unterschiedlichster Art und Druck von Kana zwingen ihn, das Doppelleben aufrecht zu erhalten, das hei\u00dft, in der Schule ist er Makoto und bei den Minami-Schwestern ist er Mako-chan.<\/p>\n<p>Und dann gibt es da noch T\u00f4ma. T\u00f4ma ist ein M\u00e4dchen, aber auf Grund der Tatsache, dass sie mit drei \u00e4lteren Br\u00fcdern zusammenlebt (das hei\u00dft, sie hat kein weibliches Vorbild), ist sie in der Tat einer der klarsten F\u00e4lle von Tomboy, die man jemals sehen wird. Sie l\u00e4sst jedoch keinen Zweifel daran, dass sie ein M\u00e4dchen ist, bis Chiaki sich aus irgendeinem Grund dazu entschlie\u00dft, die ein paar Monate \u00e4ltere T\u00f4ma zu ihrem j\u00fcngeren Bruder zu erkl\u00e4ren. Daher, wann immer sie die Minamis besucht, schl\u00fcpft T\u00f4ma in die Rolle eines Jungen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich generiert dieser Widerspruch einen eigenen Humor, wo auch sonst als in Strand-, Onsen- und Schwimmbadepisoden, da Mako-chan ihre wahre Identit\u00e4t vor Chiaki und Haruka geheim h\u00e4lt, w\u00e4hrend T\u00f4ma, warum auch immer, ihr wahres Geschlecht vor Kanas Klassenkameraden Fujioka versteckt (der sich in Kana verliebt hat). Es macht Spa\u00df, diese Konflikte zu beobachten und wie sich das Verhalten und die Sprache der Betroffenen \u00e4ndert, wenn sie in die jeweils andere Rolle schl\u00fcpfen. Interessant ist dabei, zu bemerken, dass T\u00f4ma eine tiefere Stimme hat als Makoto (die Sprecherinnen sind beide weiblich).<\/p>\n<p>Es gibt eine zweite Staffel zur Serie, die sich <em>\u201cOkawari\u201d<\/em> nennt, also <em>\u201cNachschlag\u201d<\/em>, wie man beim Essen so sch\u00f6n sagt. Leider hat die zweite Staffel nichts Neues zu bieten, au\u00dfer einem bebrillten neuen Klassenkameraden von Chiaki. Vielleicht wollten die Produzenten das geschlechtliche Ungleichgewicht beheben, oder aber jemand war der Meinung, dass man etwas brauchte, was an ein romantisches Element heran kommt?<\/p>\n<p>Auf den zweiten Blick muss man vielleicht doch sagen, dass es eine ganze Menge neuer Dinge in <em>\u201cOkawari\u201d<\/em> gibt \u2013 aber sie sind dem Publikum nur schwer oder gar unm\u00f6glich zu erkl\u00e4ren. Es scheint, als habe man die Charaktere in der Show gelassen und alles andere ausgetauscht \u2013 die Schulen, die die Schwestern besuchen, sehen v\u00f6llig anders aus, denn w\u00e4hrend zum Beispiel Harukas Schule in der ersten Staffel ein Standardgeb\u00e4ude war, nach dessen Muster eine Menge Schulen in Japan gebaut sind, erscheint sie in der zweiten Staffel optisch wie eine Eliteanstalt mit toppmoderner Architektur.<\/p>\n<p>Das Haus, in dem die M\u00e4dchen wohnen, sieht ganz anders aus, so war in der ersten Staffel die Treppe\/der Fahrstuhl rechts von der Apartmentt\u00fcr, und neuerdings befindet sich das Apartment ganz rechts im Stockwerk, mit der Treppe zur Linken.<br \/>\nDas Innere des Apartments hat sich v\u00f6llig ver\u00e4ndert \u2013 anfangs war die K\u00fcchenzeile vom Esszimmer mit einem Plastikvorhang abgetrennt, jetzt gibt es eine relativ gro\u00dfe K\u00fcche mit einem Esstisch darin. In der ersten Staffel hatte jede der Schwestern ihr eigenes Zimmer, und in der zweiten Staffel m\u00fcssen sich Chiaki und Kana ein Zimmer teilen, und nat\u00fcrlich sind die M\u00f6bel darin inzwischen ganz andere. Diese Unbest\u00e4ndigkeit ist leider sehr bedauerlich.<\/p>\n<p><em>\u201cOkawari\u201d<\/em> hat sehr sch\u00f6ne und auch sehr lustige Momente, aber insgesamt kommt die zweite Staffel nicht mehr an die Qualit\u00e4t des Originals heran, was nicht zuletzt daran liegt, dass hier versucht wurde, mit einem Plus an Fanservice noch zu punkten. Es ist auch nicht notwendig, <em>\u201cOkawari\u201d<\/em> zu sehen, denn auch hier bleibt es beim Slice-of-Life ohne Storyline und ohne echten Klimax, und alles, was man verpasst, ist ein Nachschlag h\u00fcbscher M\u00e4dchen f\u00fcr jeden Geschmack.<\/p>\n<p>\u00dcbersehen wir nicht die dritte Staffel: <em>&#8220;Okaeri&#8221;<\/em>. Das bedeutet etwa &#8220;Willkommen zuhaus&#8221;. Auch hier sind die Umgebungselemente anders als in Staffel 1, halten sich aber weitgehend an die Umst\u00e4nde in <em>&#8220;Okawari&#8221;<\/em>. Positiv ist zu bemerken, dass man mit dem Humor &#8220;back to the roots&#8221; gegangen ist, das hei\u00dft, der Fanservice wurde wieder zur\u00fcckgefahren, w\u00e4hrend man sich auf die Gagelemente der ersten Staffel besonnen hat. <\/p>\n<p>Wie bereits gesagt, hat mir die Arbeit der SynchronsprecherInnen ganz hervorragend gefallen, und ich habe die Serie \u00fcberhaupt nur angesehen, weil Inoue Marina eine Hauptrolle \u2013 als Kana \u2013 hat. Sie tr\u00e4gt damit ma\u00dfgeblich zu meinem Vergn\u00fcgen und Gefallen an der Serie bei, obwohl ich sagen muss, dass Higuchi Chieko (Tomo in <em>\u201cAzumanga Dai\u00f4\u201d<\/em>) noch einen Tick besser gewesen w\u00e4re.<br \/>\nEine weitere gute Besetzung ist Chihara Minori als Chiaki. Nachdem sie in <em>\u201cSuzumiya Haruhi\u201d<\/em> die Rolle der stillen Nagato Yuki hatte, zeigt sie in <em>\u201cMinami-ke\u201d<\/em> viel Talent f\u00fcr die Stimme der selbstbewussten und oft emotionalen j\u00fcngsten Schwester.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Minami-ke&#8221; (&#8220;Die Familie Minami&#8221;) ist ein reiner Slice-of-Life Anime \u00fcber das mehr oder weniger allt\u00e4gliche Leben der Minami-Schwestern Haruka (17), Kana (14) und Chiaki (11). Die Serie verfolgt keinerlei durchgehende Geschichte, und von ein paar kleinen Anspielungen und den eingef\u00fchrten Charakteren abgesehen, kann man sie auch in beliebiger Reihenfolge ansehen, deshalb \u201creiner Slice-of-Life Anime\u201d. 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