{"id":147,"date":"2008-04-23T00:44:16","date_gmt":"2008-04-22T22:44:16","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=147"},"modified":"2008-04-23T00:44:16","modified_gmt":"2008-04-22T22:44:16","slug":"in-seinem-essen-stochert-er-nicht-so-rum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=147","title":{"rendered":"In seinem Essen stochert er nicht so rum&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Im Dienste der Wissenschaft (und meines Geldbeutels) war ich mal wieder unterwegs, zum Labor am Johanniterufer. Als &#8220;alter Hase&#8221; habe ich Bescheid von der neuen Serie erhalten, bevor der Aufruf f\u00fcr Versuchspersonen \u00fcber den Univerteiler gelaufen ist.<\/p>\n<p>Ich war wohl zwanzig Minuten zu sp\u00e4t dran, was mir nat\u00fcrlich unangenehm ist, zumal ich vor Ort einen sehr guten Ruf genie\u00dfe, aber der Doc hatte das gar nicht bemerkt, weil er zu tief in sein Netsurfing vertieft und ich au\u00dferdem der einzige Proband an jenem Tag war. Letzten Donnerstag, hei\u00dft das.<\/p>\n<p>Diesmal sollte man aus zwei Dutzend Bildern, die in schneller Reihenfolge auf dem Bildschirm erschienen, den Prozentsatz einer bestimmten Art von Bildern sch\u00e4tzen, also zum Beispiel die lachenden Gesichter unter den 24 Bildern, die lachende, \u00e4rgerliche und neutrale Gesichter zeigten. Es ging auch wieder um Cortisolinjektion per Verweilkan\u00fcle und um eine Blutabnahme, die ich zwar nicht f\u00fcr diesen Versuch brauchte (weil meine letzte noch g\u00fcltig ist), aber f\u00fcr den n\u00e4chsten, voraussichtlich im Mai.<\/p>\n<p>Wirklich von Bedeutung dabei war nur der Vorgang der Blutabnahme. In der Regel gibt es mit meinen Venen keine Probleme, trotz einer Kurve der Vene in meiner linken Armbeuge, aber diesmal war das alles ein bisschen verhext. Zuerst machte Doc Steffen einen Anstich, der zu nichts f\u00fchrte, dann einen zweiten, dann kam der Abteilungsleiter, Professor Sch\u00e4chinger, herein, und sorgte daf\u00fcr, dass ich ein D\u00e9ja-vu hatte.<\/p>\n<p>Vor 10 Jahren:<br \/>\nIn der Brigadesanit\u00e4tsstelle. Der SanGefreite desinfiziert meinen Arm und will Blut abnehmen. Da kommt der SanFeldwebel rein und ruft: <em>&#8220;Ach, loss mi des mache, i hob des scho lang nimmer g&#8217;macht.&#8221;<\/em> Sprach&#8217;s und ging ans Werk.<\/p>\n<p>Vor 5 Tagen:<br \/>\nIm Labor am Johanniterufer. Doc Steffen hat meine \u00fcbliche vene beim zweiten Versuch verfehlt und \u00fcberlegt sich, den rechten Arm zu nehmen. Da kommt der Professor rein uns ruft: <em>&#8220;Klappt das nicht? Soll ich das mal versuchen?&#8221;<\/em> Sprach&#8217;s und ging ans Werk, nachdem er sich vergewissert hatte, dass der massiv aussehende Kerl auf dem Stuhl nicht aggressiv w\u00fcrde, wenn er einen Fehler machte&#8230; wie dem auch sei, ich hatte also die Ehre, vom Chef pers\u00f6nlich angezapft zu werden. Ohne Erfolg allerdings.<\/p>\n<p>Der gab dann gleich auf und \u00fcberlie\u00df dem Dr. med. wieder das Feld. Der probierte den rechten Arm aus, obwohl das mit der Verkabelung eng werden w\u00fcrde, aber wenn der linke nicht wollte? Aber auch aus dem rechten Arm war nichts zu holen, entweder waren meine Venen heute sensibel oder das Personal hatte einen schlechten Tag.<br \/>\n<em>&#8220;Sollen wir&#8217;s lassen? Wir k\u00f6nnen das mit dem Blut abnehmen auch machen, wenn der n\u00e4chste Versuch ansteht &#8211; das k\u00f6nnten wir uns halt komplett sparen, wenn&#8217;s heute geht, und in die Vene m\u00fcssen wir wegen der Infusion heute sowieso.&#8221;<\/em><br \/>\n<em>&#8220;Ach was, jetzt bin ich schon mal da&#8230;&#8221;<\/em><br \/>\nAlso besann er sich auf einen Trick, den er mir zu merken empfahl.<br \/>\nUnd zwar verwendete er bei diesem f\u00fcnften Stich nicht nur ein flexibles Band, um das Blut im Arm anzustauen, sondern den &#8220;Schwimmfl\u00fcgel&#8221; vom altmodischen Bluttdruckmessger\u00e4t. Und da klappte das ganz wunderbar, auch wenn er diesmal die so genannte &#8220;An\u00e4sthesistenvene&#8221; verwendete, die nicht umsonst diese Bezeichnung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen erz\u00e4hlte er, dass ein Team aus Luxemburg gerade eine Untersuchung mit dem Thema &#8220;Stress und Schmerz&#8221; durchf\u00fchre, mit Anspielung auf <em>&#8220;James Bond 007: Goldfinger&#8221;<\/em>. Da gibt es doch diese Szene, wo der weltweit beliebteste Brite mit einem Laser der L\u00e4nge nach in zwei Teile geschnitten werden soll &#8211; und die Luxemburger schnallen die H\u00e4nde ihrer Probanden fest und lassen einen roten Strahl darauf zu und dar\u00fcber gleiten. Nat\u00fcrlich ist es kein Laser, stattdessen handelt es sich, wild ausgedr\u00fcckt, um einen Partikelstrahl, und wenn man es einfach ausdr\u00fccken will, dann sagt man, dass eine D\u00fcse einen feinen, roten Strahl aus feinen Sandk\u00f6rnchen auf die Haut schie\u00dft.<br \/>\nIch wei\u00df jetzt allerdings nicht, ob der Partikelstrahl selbst irgendwelche Schwerzen hervorrufen soll oder ob man sich wegen der Analogie und der Beliebtheit der Filmserie darauf verl\u00e4sst, dass der Proband in Erwartung von irgendwas Furchtbarem dann unter Phantomschmerzen leidet&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dienste der Wissenschaft (und meines Geldbeutels) war ich mal wieder unterwegs, zum Labor am Johanniterufer. Als &#8220;alter Hase&#8221; habe ich Bescheid von der neuen Serie erhalten, bevor der Aufruf f\u00fcr Versuchspersonen \u00fcber den Univerteiler gelaufen ist. 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