{"id":1274,"date":"2010-09-19T00:01:56","date_gmt":"2010-09-18T22:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1274"},"modified":"2017-10-22T12:44:02","modified_gmt":"2017-10-22T10:44:02","slug":"trier-spielt-ohne-sandsacke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1274","title":{"rendered":"Trier spielt ohne Sands\u00e4cke"},"content":{"rendered":"<p>Am 11. September diesen Jahres war ich Helfer beim diesj\u00e4hrigen \u201eTrier spielt\u201c Event, wieder am Viehmarkt, und es waren einige Dinge anders.<\/p>\n<p>Als erstes kam ich eine Viertelstunde zu sp\u00e4t. Nat\u00fcrlich hatte ich den Samstagsfahrplan der Trierer Busse wieder einmal erfolgreich verdr\u00e4ngt, sodass ich den Bus um Viertel vor Acht verpasste. P\u00fcnktlich um Viertel nach Acht kam der n\u00e4chste Bus, aber in geistiger Umnachtung stieg ich den falschen, der in die entgegengesetzte Richtung f\u00e4hrt. Die Haltestelle Uni S\u00fcd kann da t\u00fcckisch sein, wenn man nicht aufpasst, weil dort wegen des Wendepunkts Busse f\u00fcr beide Richtungen verkehren, anstatt auf leicht auszumachenden verschiedenen Stra\u00dfenseiten.<\/p>\n<p>Den Fehler bemerkte ich schnell, als der Bus geradeaus \u00fcber die Kreuzung fuhr, und nicht rechts nach Olewig abbog. Ich stieg an der n\u00e4chsten Haltestelle aus, \u00fcberquerte die Stra\u00dfe und wollte an der Haltestelle gegen\u00fcber auf den richtigen Bus warten, der allerdings schon ein paar Minuten Versp\u00e4tung aufwies. Und nach zehn Minuten immer noch nicht in Sicht war. War es m\u00f6glich, dass der Bus, den ich nehmen wollte, in exakt dem Moment vorbeigefahren war, als ich im falschen Fahrzeug gerade von der Sitzplatzsuche abgelenkt war?<\/p>\n<p>Ich ging schnell zur\u00fcck nach Hause, setzte mich um 0835 auf mein Fahrrad und fuhr in die Stadt. Um etwa 0845 war ich da und meldete mich bei der Chefin der City-Initiative.<\/p>\n<p>Keine Panik, sagte die, wir sind ja auch grade erst hergekommen. Die Kollegen packten in dem Moment das Zeltgest\u00e4nge aus. Ich brachte mein Fahrrad in die Tiefgarage und versteckte es hinter einem L\u00fcftungsschacht, ging nach drau\u00dfen, und half, das Zelt aufzubauen.<\/p>\n<p>Eingangs hatte ich meine gesammelten Erfahrungen daf\u00fcr genutzt, ein paar Verbesserungen vorzuschlagen, zum Beispiel, uns f\u00fcr die Verteilung des Spielsands Schaufeln anstatt nur die \u00fcblichen Besen zur Verf\u00fcgung zu stellen, den Stand wegen des Windkanals woanders hinzustellen, die Gasflaschen vom Lieferanten (Westfalengas) am durch den versiegelten Verschluss versteckten Ventil markieren zu lassen, damit die \u00d6ffnung nicht von unserem Infostand weg zeigt, und die Stadtreinigung zu bitten, auch am Nachmittag vorbeizuschauen, um den einzigen M\u00fclleimer vor Ort zu leeren, damit sich in dessen direkter Umgebung nicht wieder Getr\u00e4nkeflaschen, Windeln, und aller m\u00f6glicher anderer M\u00fcll ansammeln.<\/p>\n<p>Wir bekamen, wie \u00fcblich, nur zwei Besen anstatt der gew\u00fcnschten Schaufeln, aber das Problem wurde auf andere Art ideal gel\u00f6st: Die Baustofffirma erkl\u00e4rte sich bereit, den Sand nicht einfach abzukippen, sondern ihn gleich bei Lieferung mit dem Radlader zu verteilen, wodurch statt der \u00fcblichen drei Haufen, die nach und nach vor allem durch die Kinder abgetragen wurden, ein gleichm\u00e4\u00dfiges Sandbett von ca. vier Metern Breite, zehn oder zw\u00f6lf Metern L\u00e4nge, und einer Tiefe von vielleicht vierzig Zentimetern geschaffen wurde.<\/p>\n<p>Den Stand versetzen wollte die Organisation allerdings nicht. Man k\u00f6nnte das Zelt zwar ebenso woanders festmachen, aber an der Ecke vom B\u00fcrohaus Lehr kann man es leichter ausmachen, wenn man zwischen Innenstadt und Viehmarkt unterwegs ist, muss man dran vorbei. \u00d6konomische Erw\u00e4gungen.<\/p>\n<p>Das mit der Markierung der Gasflaschen hatte auch nicht so recht geklappt, aber wir hatten das Gl\u00fcck, dass der Gashahn in eine akzeptable Richtung zeigte, sodass das Aufblasen der Ballons keine Probleme machte.<\/p>\n<p>Immerhin, man hatte es geschafft, die Stadtreinigung in die Pflicht zu nehmen. Die kamen sogar zweimal am Nachmittag und entleerten den M\u00fclleimer. Wir haben nicht einmal zu M\u00fcllsammeln raus gemusst, und ich habe nur ein paar wenige Papierst\u00fccke aufgesammelt, die mir auffielen. Die Besucher entsorgten ihren Abfall geradezu vorbildlich.<\/p>\n<p>Das Zelt baute sich ebenso umst\u00e4ndlich auf, wie immer. Das hei\u00dft, das Gest\u00e4nge tat seinen Dienst, aber der \u00dcberzug war doch schon sehr mitgenommen. Der war ein St\u00fcckchen zu klein und hatte bereits Risse an den Kanten, wo er eng an den Stangen ansa\u00df, zum Teil mit so genanntem Panzertape geflickt. Und das Ding wollte nicht ganz drauf \u2013 letztendlich war die Plane oben irgendwie festgeklemmt, lie\u00df sich aber nicht so weit herunter ziehen, als dass wir die Haken am unteren Ende der Fu\u00dfstange h\u00e4tten befestigen k\u00f6nnen. Das Gezerre sorgte f\u00fcr einen weiteren Riss in dem Plastikgewebe. Aber immerhin stand das Ding dann. Nun zur Standsicherung\u2026 wo sind die Sands\u00e4cke?<\/p>\n<p>Es gab dieses Jahr keine Sands\u00e4cke. Nicht etwa aus Kostengr\u00fcnden, nein, so weit ist die City-Initiative dann doch noch nicht, es hie\u00df, der Sand sei irgendwie verunreinigt und als gesundheitsgef\u00e4hrdend eingestuft worden, und neue Sands\u00e4cke seien der Feuerwehr noch nicht zur Verf\u00fcgung gestellt worden. Aber wie dem auch sei, keine Sands\u00e4cke zu haben, bedeutet, dass sogar die leichteste Brise den Infostand verschieben kann. In unserer Ausr\u00fcstungskiste fand sich ein rot-wei\u00dfes Baustellenband, und wir benutzten das, um das Zelt an vorhandene Pfosten zu binden. Sah ein bisschen affig aus, nach Baustelle halt, aber was besseres gab\u2019s nicht.<\/p>\n<p>Ein Blick in die Ausr\u00fcstung offenbarte auch unsere Hauptsponsoren: Cinemaxx und Europapark. Die Kinokette hatte drei Kinogutscheine f\u00fcr Kinder zur Verf\u00fcgung gestellt, die wir nach Gutd\u00fcnken verteilen konnten, also an solche Kinder, die nicht \u00e4lter als 11 Jahre waren und uns positiv auffielen. Warum drei? Warum nicht vier? Mit drei Boxen ist es ja unm\u00f6glich, ein Geschlechtergleichgewicht bei den Beschenkten einzuhalten\u2026 aber ob das jemanden interessiert?<\/p>\n<p>Der Europapark begl\u00fcckte uns jedenfalls nicht nur mit einem kleinen Pappaufsteller seines Maskottchens, sondern auch mit zehn mal vier Freikarten f\u00fcr den Park. Im Gegenzug verteilten wir Werbebrosch\u00fcren des Parks zusammen mit unseren Programmfaltbl\u00e4ttern, was ich gern \u00fcbernehme, weil mir dann das Zuknoten der Luftballons erspart bleibt. Interessant fand ich die Anweisung, die Faltbl\u00e4tter bis 13 Uhr unter die Leute zu bringen und die \u00fcbrigen danach mit der Zusatzgabe eines kleinen T\u00fctchens Gummib\u00e4rchen schmackhafter zu machen.<\/p>\n<p>Also, die Veranstaltung sollte bis 18 Uhr laufen; die Erfahrung sagt mir, dass um 13 Uhr der Hauptbetrieb \u00fcberhaupt erst losgeht, und dass die Leute auch um 17 Uhr immer noch Programmhinweise annehmen \u2013 obwohl es wenig Sinn macht, weil einige Veranstalter dann bereits einpacken.<\/p>\n<p>Um zehn Uhr stand alles bereit und sie Sache konnte losgehen. Die Wolkendecke riss kurz danach auf und bescherte uns den sch\u00f6nsten Sonnenschein, bestes Veranstaltungswetter, und damit auch recht viele Besucher, obwohl ich mich an hektischere Zeiten erinnern kann. F\u00fcr mich bedeutete das aber auch, dass ich die kommenden Stunden in der prallen Sonne stand. Meine M\u00fctze hatte ich vergessen, und ich wurde nur gesch\u00fctzt durch das Extra an Haarwuchs, der mich derzeit dank mangelnder Gelder f\u00fcr einen neuen Haarschneider ziert. Bringt nat\u00fcrlich wegen meiner Geheimratsecken rein gar nichts, und am Nachmittag hatte ich einen Sonnenbrand im Gesicht und an den Armen.<\/p>\n<p>In Sichtweite unseres Stands befand sich die Jugendorganisation des Deutschen Alpenvereins, Kieser Training, das Spa\u00dfbad Cascade aus Bitburg, Greenpeace, und die Junge Union.<\/p>\n<p>Der Alpenverein hatte ein paar tragf\u00e4hige B\u00e4nder in 50 cm H\u00f6he gespannt und bot Balancetraining an. Die Verantwortliche erz\u00e4hlte mir, dass viele Kletterer das als eine Art Ausgleich betrieben, und abgesehen davon handele es sich um eine gute \u00dcbung f\u00fcr Gleichgewichtssinn und Muskeln, die man auch in der eigenen Wohnung machen kann, sofern man entsprechende Halterungen besitzt. Ich lehnte das Angebot eines Testlaufs dankend ab, ich habe zuwenig Vertrauen in meine Geschicklichkeit. Als sie mir dann grinsend anbot, sie k\u00f6nne auch &#8220;Handchen halten&#8221;, hat sie nat\u00fcrlich genau das falsche gesagt, um mich davon zu \u00fcberzeugen, es zu versuchen, aber ich nehme das mit Humor.<\/p>\n<p>Die beiden Damen vom Kieser Training boten Kraftaufbauspiele f\u00fcr Kinder an, weil es heute scheinbar verbreitet ist, dass man selbst in der Grundschule nicht mehr fangen spielt, und Kr\u00e4ftemessen, wie wir das in der achten Klasse machten (ich erinnere mich gut an die Szene, wie ich den Klassenraum durchquerte, w\u00e4hrend f\u00fcnf andere Jungs an Beinen, Armen, und H\u00fcfte versuchten, mich daran zu hindern), sei oftmals als Keimzelle von Gewalt oder als Ursache von Verletzungen verp\u00f6nt.<\/p>\n<p>Sechs Dinge hatten die beiden zu bieten: Vier gute und zwei schlechte.<\/p>\n<p>Schlecht 1: Luftballon aufpusten, zuknoten, und dann zertreten. Der Schnellere gewinnt. Geschicklichkeit und Lungenkraft werden gefordert, aber meines Erachtens st\u00f6rt man Besucher erstens mit dem Geknalle, und zweitens erh\u00f6ht sich dadurch das M\u00fcllvolumen.<\/p>\n<p>Schlecht 2: <em>\u201eMesse Deine Kraft!\u201c<\/em> Die Kinder sollten dazu einmal mit der linken und einmal mit der rechten Hand auf eine mechanische Waage dr\u00fccken und die Zahlen auf einen Zettel eintragen. Der Zettel fungierte dann als Los f\u00fcr ein kleines Gewinnspiel. Ich sprach die beiden darauf an, dass man damit doch bestenfalls den Einsatz der K\u00f6rpermasse messen k\u00f6nne.<em><br \/>\n\u201eDas ist nat\u00fcrlich richtig, aber das wissen doch die Kinder nicht.\u201c<br \/>\n\u201eEs w\u00e4re wohl besser, die Waage daf\u00fcr an die Wand zu h\u00e4ngen?\u201c<br \/>\n\u201eIch glaube nicht, dass die Sparkasse Trier von der Idee begeistert w\u00e4re.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Gut 1: Gutes altes Sackh\u00fcpfen. Bis zu einer auff\u00e4lligen rosa Kreidelinie. Was einige Kinder nicht daran hinderte, im Eifer des Gefechts die Linie zu \u00fcbersehen und den Weg bis zum n\u00e4chsten Hindernis fortzusetzen.<\/p>\n<p>Gut 2: Gutes altes Tauziehen. Leider zogen nie mehr als zwei Leute gleichzeitig an einer Seite, denn Tauziehen macht erst ab einen halben Dutzend Leute pro Team Spa\u00df.<\/p>\n<p>Gut 3: Man denke sich ein Quadrat auf dem Boden und in dem Quadrat ein Seil mit vier Enden, f\u00fcr jede Seite eins. Es sollen vier Leute gleichzeitig ziehen und wer das Quadrat als erster betritt, hat verloren.<\/p>\n<p>Gut 4: Man denke sich ein weiteres Quadrat auf dem Boden, in dem sich ein kreisf\u00f6rmiges Seil befindet. In dieser Variante befinden sich die vier Spieler innerhalb des Seils, und gewonnen hat der, der als erster mit beiden F\u00fc\u00dfen das Quadrat verlassen hat.<\/p>\n<p>Ein bisschen ungl\u00fccklich gew\u00e4hlt war der Aufsteller ihres Stands, der als Blickfang fungieren sollte. Das Verh\u00e4ltnis von horizontaler Stehfl\u00e4che, Masse, und vertikaler Plakatfl\u00e4che war schlicht ung\u00fcnstig f\u00fcr den Au\u00dfeneinsatz. Der Wind blies das Ding mehrfach um, obwohl er nie wirklich auffallend stark war, und nachdem wir Getr\u00e4nke- und Apfelkisten zum beschweren auf die F\u00fc\u00dfe gestellt hatten, brachen die F\u00fc\u00dfe bei der n\u00e4chsten Brise schlicht ab. Das 600 Euro teure Plakat mit Aufsteller hing dann halt irgendwie an der Mauer der Sparkasse rum.<\/p>\n<p>Dankenswerterweise verschenkte der Stand von Kieser \u00c4pfel. Zusammen mit dem selbst mitgebrachten Wasser macht einer davon mein Mittagessen aus, denn Versorgung f\u00fcr die Mitarbeiter gibt es hier schon lang nicht mehr. Es gab mal Fastfood Gutscheine oder direkte Materialspenden in Form von Saftpaketen und Joghurtbechern. Ich erfuhr heute, dass letztes Jahr sogar die Erlaubnis ausgegeben worden war, aus der Kasse des Infostands etwas zu nehmen, um Getr\u00e4nke oder eine Kleinigkeit zu essen zu besorgen. Ich hatte davon nichts geh\u00f6rt, und man hatte es auch wieder ersatzlos gestrichen, nachdem wohl der eine oder andere ungeb\u00fchrlich viel Geld f\u00fcr die Eigenversorgung entnommen hatte. Mit Quittung und allem drum und dran, keine Heimlichtuerei oder so, aber mehr, als die City-Initiative stillschweigend vorausgesetzt hatte. Anstatt also ein Limit anzugeben, bzw. ein Budget einzurichten, oder anderweitig eine L\u00f6sung zu finden, wurde die ganze Sache verworfen. Sehr bedauerlich.<\/p>\n<p>Die Cascade aus Bitburg veranstaltete so was wie Eierlaufen. Fr\u00fcher, als ich ein Kind war, da bekam man einen Essl\u00f6ffel mit einem Ei, den man in einer Hand hielt und halten musste, w\u00e4hrend man einen Hindernisparcours lief. Nur gab es hier keine L\u00f6ffel und keine Eier, sondern eine Art Tablett und darauf ein 0,5 l Becher Wasser. Die Aufgabe war, \u00fcber eine Kiste, um eine l\u00e4ngs auf dem Boden liegende Stange, und um einen Klotz herum zu balancieren und den hindernisfreien R\u00fcckweg so schnell wie m\u00f6glich zu absolvieren. Hier wurden Zeiten und Wassermengen festgehalten, um Freikarten f\u00fcr das Schwimmbad zu verlosen. Wieder einmal verstanden einige Kinder die Anweisungen nicht vollst\u00e4ndig und bew\u00e4ltigten die Hindernisse auch auf dem R\u00fcckweg, oder zogen sich geknickt zur\u00fcck, wenn sie nach drei Schritten ihr Wasser versch\u00fcttet hatten, obwohl das keine Rolle spielte.<br \/>\nIch frage mich allerdings, woher die das viele Wasser hatten, denn einen Tank oder einen Hydrantenanschluss habe ich nirgendwo gesehen.<\/p>\n<p>Die Junge Union bot Torwandschie\u00dfen an, und die f\u00fcnf Jungs und M\u00e4dels des konservativen Nachwuchses, die da sa\u00dfen, machten einen denkbar unmotivierten Eindruck. Was die da machten, h\u00e4tte auch einer allein bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was soll man \u00fcber Greenpeace sagen? Die informierten \u00fcber die Gefahren der Atomkraft und warben f\u00fcr alternative Energiequellen. Sie verschenkten aber auch kleine Sticker, die einige junge Besucher an Kleidung und Gesicht anbrachten, wodurch Greenpeace auch einen \u00fcberfl\u00fcssigen Beitrag zur Abfallentstehung leistete.<\/p>\n<p>Irgendwann erschienen drei junge Leute einer scheinbar alternativen Medienanstalt. Sie f\u00fchrten ein langes Videointerview mit dem noch j\u00fcngeren Greenpeacevertreter und ein kurzes mit der Teamleiterin unseres Infostands, wobei sie scheinbar mehr \u00fcber alternative, und vor allem vegetarische, Ern\u00e4hrungsweisen sprachen, als sie sich tats\u00e4chlich daf\u00fcr interessierten, was wir eigentlich machten.<\/p>\n<p>Ich muss anmerken, dass wir von Westfalengas scheinbar beschissen wurden. Wir hatten eine Gasflasche f\u00fcr den Viehmarkt, und die reicht erfahrungsgem\u00e4\u00df f\u00fcr etwa 600 Ballons, anders ausgedr\u00fcckt: bis etwa 15 Uhr. Stattdessen ging uns nach nicht einmal 200 Ballons das Helium aus, das hei\u00dft um etwa 13 Uhr, als die meisten Besucher \u00fcberhaupt erst ankamen. Ein totaler Witz. Die \u00fcbrigen St\u00e4nde berichteten \u00e4hnliches, allein der Stand in der Simeonstra\u00dfe, am anderen Ende der Innenstadt, hatte zwei Flaschen, die bis in den sp\u00e4ten Nachmittag reichten. Ich fand auch das Papiersiegel an der Drehkappe zerrissen vor. Der St\u00f6psel am Ventil selbst, den man wie den Verschluss einer Getr\u00e4nkedose abziehen muss, war allerdings intakt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das kommende Jahr, das ich hoffentlich nicht mehr in Trier erleben muss, sollte ich anregen, Luftpumpen zur Verf\u00fcgung zu stellen, gern Fahrradluftpumpen, aber idealerweise elektrisch, oder eben Gasflaschen mit Pressluft, damit die Infost\u00e4nde wenigstens normale Luftballons verteilen k\u00f6nnen. Wir haben da so manches lange Gesicht an dem Nachmittag gesehen.<\/p>\n<p>Was wir interessanterweise gar nicht gesehen haben, sind die halbstarken Kinder und Jugendlichen \u201emit Migrationshintergrund\u201c der Anfangsjahre, die am liebsten t\u00fctenweise Luftballons abgreifen oder einfach nur provozieren wollen. Richtig entspannend.<\/p>\n<p>Um 1530 ging ich zur Pause. Ausnahmsweise nicht in die Stadt, um mir anzusehen, was es sonst noch gibt und wie \u00fcblich nach dem Befinden der anderen Infost\u00e4nde zu fragen, sondern in den Gr\u00fcnstreifen der S\u00fcdallee. Ob es am Wetter lag oder an der relativ kurzen Nacht kann ich nicht sagen, ich f\u00fchlte mich jedenfalls m\u00fcde und d\u00f6ste auf einer Parkbank sitzend eine Stunde vor mich hin.<\/p>\n<p>Zwischen 1630 und 1700 verteilte ich noch ein paar Programmhefte, die Brosch\u00fcren vom Europapark waren tats\u00e4chlich alle, obwohl ich nicht ein einziges Gummib\u00e4rchen in der Hand gehabt hatte. Aber viel ging in der halben Stunde nicht mehr weg und dann stellten wir die Verteilung ein. Zwischen f\u00fcnf und sechs flaute der Betrieb sp\u00fcrbar ab, um Viertel vor Schluss haben wir noch ein T-Shirt verkauft. \u00dcber ein Dutzend sind wir wohl insgesamt losgeworden.<br \/>\nEinzig der Wind frischte am sp\u00e4ten Nachmittag noch etwas auf und wir mussten das Zelt ab und zu festhalten, damit es nicht abhob. Das Herumfliegen von Faltbl\u00e4ttern und T-Shirts lie\u00df sich leider nicht immer vermeiden, aber es h\u00e4tte schlimmer sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir hatten dieses Jahr auch den ersten Fall einer Reklamation \u2013 an einem neu gekauften T-Shirt hatte sich die Naht gel\u00f6st. Nichts gro\u00dfes, f\u00fcnf Zentimeter nur, mit mittelm\u00e4\u00dfigen N\u00e4hkenntnissen war das wieder in Ordnung zu bringen, aber die Kundin war halt etwas entt\u00e4uscht. Da half es ihr nat\u00fcrlich nicht, dass ich versichern konnte, dass mein T-Shirt seit f\u00fcnf Jahren keinerlei Sch\u00e4den durch Tragen und Waschen erlitten hatte. Sie war aber in der Tat die einzige bekannte Ausnahme.<\/p>\n<p>Immerhin hatte ich die besondere Ehre, dass mich die Trierer Weink\u00f6nigin pers\u00f6nlich am Infostand besuchte. Nat\u00fcrlich nicht in ihrer Funktion als Weink\u00f6nigin, und eigentlich wollte sie zum Stand der Jungen Union, aber um f\u00fcnf Uhr Nachmittags war von denen nichts mehr zu sehen. Blieb mir also die Gelegenheit, ihr zum 25. Geburtstag zu gratulieren und ihr alles Gute f\u00fcr die anstehenden Klausuren zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Dann abbauen und verpacken ab 18 Uhr \u2013 und das obligatorische Sandkehren.<br \/>\nEiner der Kollegen vom Stand hat sich f\u00fcr sieben Uhr verabredet, und warum? Weil er noch nie am Viehmarkt eingesetzt war und keine Ahnung hatte, dass zwar um sechs offiziell Feierabend ist, dass uns das Verladen des Spielsands aber oft genug bis um sieben aufh\u00e4lt, und genau so kams. Das hei\u00dft, ich h\u00f6rte etwa zehn Minuten fr\u00fcher auf als er, weil der Kiefernholzstiel des Besens meinen pers\u00f6nlichen Reinigungsstil nicht mitmachte. Stattdessen hatte ich einen Besen f\u00fcr Siebenj\u00e4hrige einerseits und einen leichten und gut in der Hand liegenden Schlagstock andererseits. Mir reichten aber die beiden Blasen am Daumenansatz, die ich mir bei Sandkehren geholt hatte aus, also f\u00fchlte ich mich beim Zusehen nicht allzu schlecht. Der Kollege kehrte ja auch nicht allein, da waren noch vier Leute von der Baustofffirma mit Besen, Schippe, und Radlader.<\/p>\n<p>Wir verabschiedeten uns letztendlich und ich barg mein Fahrrad aus der Tiefgarage. Ich widerstand dann auch gleich der Versuchung, mich einfach mit dem Fahrrad in den Bus zu stellen und nach Hause zu fahren. Ich versp\u00fcre eine Abneigung gegen Leute, die sich mit einem voll funktionsf\u00e4higen Fahrrad in den Bus stellen, weil sie die Steigung zur Uni hoch scheuen.\u00a0Wer hart zu anderen ist, muss auch hart zu sich selbst sein, ich kann mich ja schlecht von meinen eigenen Prinzipien ausnehmen, weil es mir gerade in den Kram passt. Stattdessen bin ich also \u00fcber K\u00fcrenz selbst zum Weidengraben hoch geradelt, aber Spa\u00df gemacht hat das nach dem Tag keinen mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. September diesen Jahres war ich Helfer beim diesj\u00e4hrigen \u201eTrier spielt\u201c Event, wieder am Viehmarkt, und es waren einige Dinge anders. Als erstes kam ich eine Viertelstunde zu sp\u00e4t. 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