{"id":1264,"date":"2010-09-01T19:15:57","date_gmt":"2010-09-01T17:15:57","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1264"},"modified":"2013-01-13T17:36:58","modified_gmt":"2013-01-13T16:36:58","slug":"eiserne-herzen-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1264","title":{"rendered":"Eiserne Herzen (3\/3)"},"content":{"rendered":"<p>Zuletzt ein Spiel, das ich f\u00fcr eine mutige Entscheidung hielt: Polen.<br \/>\nNun ja, vielleicht ist Polen eine mutige Entscheidung, wenn man wei\u00df, was kommt, aber nichts dagegen tut.<br \/>\nDas Spiel beginnt am 01. Januar 1936, und als erstes muss die Armee auf den aktuellen Stand gebracht werden. Dann besetzten die Deutschen das Rheinland. Gro\u00dfbritannien und Frankreich schweigen betreten und ballen die Faust in der Hosentasche \u2013 aber Polen reagiert! Indirekt. Ohne besonderen Grund fege ich mit 45 Divisionen durch die Tschechoslowakei und \u00d6sterreich, um den Deutschen die Ausgangsbasis f\u00fcr den Angriff auf Polen zu nehmen. Europa reagiert nerv\u00f6s. Ungarn, Jugoslawen und Rum\u00e4nen verlegen eilig Truppen an ihre Grenzen. Nur die Deutschen nehmen die Sache locker. Nur, was mache ich da eigentlich?<br \/>\nIch nehme \u00fcber Winter noch ein paar Modernisierungen vor und Ende Fr\u00fchjahr 1937 erkl\u00e4re ich dem Deutschen Reich den Krieg. Warum auch nicht? Die Deutschen haben zu diesem Zeitpunkt 48 Divisionen, die Polen 45. Ein geringf\u00fcgiger und unbedeutender Unterschied, beachtet man die Leistungsf\u00e4higkeit der KI. Am 18. Juli 1937 kapitulieren die letzten deutschen Divisionen im Kessel von Essen und das Deutsche Reich wird von Polen annektiert. Aus irgendeinem Grund kann ich keinen Marionettenstaat einrichten. Vielleicht ist das f\u00fcr den stolzen F\u00fchrer der Achsenm\u00e4chte nicht vorgesehen?<br \/>\nMan soll \u00fcbrigens kaum glauben, wie schnell der Aufstand von General Franco in Spanien zusammenbricht, wenn die Deutschen ihm nicht helfen.<\/p>\n<p>Da nichts besseres auf der Agenda steht und ein Krieg die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung an Verbrauchsg\u00fctern senkt, wende ich mich als n\u00e4chstes Italien zu. Eine gute \u00dcbung, da Italien \u00fcber Kolonien verf\u00fcgt. Und zu \u00dcbungszwecken baue ich eine Einsatztruppe von neun Luftlandedivisionen inklusive der notwendigen Transportmaschinen auf.<br \/>\nDen italienischen Stiefel aufzur\u00e4umen, ist keine gro\u00dfe Sache. Die Ostseeflotte verlegt ins sch\u00f6ne Mittelmeer, Sardinien f\u00e4llt. Sizilien wird ausgebombt. Noch sitzen die Italiener stark in Afrika, zumindest ihre Flotte, was einen konventionellen Angriff \u00fcber den Teich hinweg verhindert, weil sie alle meine Transporter versenken w\u00fcrden \u2013 so eine Landung dauert mehrere Stunden, was der Flotte des Verteidigers Zeit gibt, sich an Ort und Stelle einzufinden und einzugreifen, und mangels gen\u00fcgend starker Kampfeinheiten kann ich die Landungsflotte nicht vor ihrer Vernichtung bewahren. Es schlug die Stunde der Fallschirmj\u00e4ger.<\/p>\n<p>Die sollten versuchsweise auf dem zumindest nicht durch Landeinheiten verteidigten Dodekanes landen, das ist eine Inselgruppe vor der K\u00fcste der T\u00fcrkei. Jetzt bemerkte ich das Konzept, nach dem in diesem Spiel Luftlandungen behandelt werden: Die Weltkarte besteht nicht nur aus einzelnen Provinzen, sondern auch aus Gebieten, die grob den Nationalstaaten entsprechen, und Regionen, die man vielleicht mit Bundesl\u00e4ndern vergleichen kann, so wie u.a. die Provinzen Stuttgart und Freiburg die Region \u201eBaden W\u00fcrttemberg\u201c bilden. Als Ziel f\u00fcr Fallschirmj\u00e4ger kann man keine einzelnen Provinzen, sondern nur Regionen ausw\u00e4hlen. Der Dodekanes geh\u00f6rt zur Region \u201e\u00d6stliches Mittelmeer\u201c, und wenn ich die Region als Ziel markiere, dann landen die Fallschirmj\u00e4ger automatisch auf Kreta. Und nirgendwo sonst. Ob ich an Kreta interessiert bin, oder ob ich Kreta selbst besitze, spielt \u00fcberhaupt keine Rolle. Jede Region hat eine Art Hauptprovinz, und nur dort kann man luftlanden.<br \/>\nDann lasse ich den Dodekanes halt bleiben und lande gleich in Libyen.<br \/>\nItalienische Truppen gibt es dort kaum, und Benghazi ist schnell genommen. Da das Ausladen in einem besetzten Hafen im Nullkommanichts geht, lande ich ein paar Heeresdivisionen aus und nehme die Luftlandearmee zur\u00fcck nach Italien zur Auffrischung, bevor ich sie inmitten der libyschen W\u00fcste absetze, w\u00e4hrend die Armee an der K\u00fcste entlang nach Westen auf Tripolis vorgeht.<br \/>\nDabei entdecke ich, dass Luftversorgung nach dem gleichen Muster abl\u00e4uft wie Luftlandung: Versorgungsg\u00fcter werden nicht dort abgesetzt, wo die Armee sie braucht, sondern in der jeweiligen Hauptprovinz der Region. Was f\u00fcr ein Quatsch ist denn das? Denn das hei\u00dft doch, dass es unm\u00f6glich ist, eine eingekesselte Armee aus der Luft zu versorgen, egal wie klein die Armee, und egal wie gro\u00df die Luftflotte ist, wenn die eingeschlossene Truppe nicht zuf\u00e4llig in der \u201erichtigen\u201c Provinz sitzt!<\/p>\n<p>Nach der Eroberung Libyens war die italienische Flotte verschwunden, hatte sich in Luft aufgel\u00f6st. Ich konnte ungest\u00f6rt auf dem Dodekanes landen, und anschlie\u00dfend \u00c4thiopien und Somalia befreien. Ich begl\u00fcckte die Afrikaner noch mit je einem modern ausgestatteten Hafen und entlie\u00df sie dann in die Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Dann war niemand mehr da, der Stunk machen konnte. Mit Ausnahme der Japaner, aber an die kam ich nicht ran. Nur irgendwann 1939 erhielt ich noch eine Meldung, dass der deutsche Au\u00dfenminister Ribbentrop von Polen eine Verkehrstrasse zwischen Pommern und Ostpreu\u00dfen forderte. Dabei gab es weder ein deutsches Au\u00dfenministerium, noch einen deutschen Staat. D\u00e4mliche Skripte!<br \/>\nIch spielte noch mit dem Gedanken, mich mit den Russen anzulegen, aber wozu? Da die Spannung des Spiels gezwungenerma\u00dfen mit den Deutschen steigt und f\u00e4llt, gab ich das Spiel dann Mitte 1939 auf.<\/p>\n<p><strong>Die Konzepte im Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Prinzipiell handelt es sich weder um ein runden- noch um ein echtzeitbasiertes Strategiespiel. Oben rechts im Hauptbildschirm l\u00e4uft eine Uhr, eine Stunde nach der anderen vergeht, je nach gew\u00e4hltem Szenario vom 1. Januar 1936 bis zum 31. Dezember 1947. Die Geschwindigkeit, mit der die Stunden vergehen, l\u00e4sst sich im Men\u00fc einstellen, und die Zeit kann jederzeit zu planerischen Zwecken angehalten werden.<\/p>\n<p>Der Ansatz ist eigentlich klasse. In Strategiesimulationen, die den Zweiten Weltkrieg zum Thema haben, hat man als Spieler \u00fcblicherweise die Auswahl zwischen den haupts\u00e4chlich beteiligten Gro\u00dfm\u00e4chten, aber Hearts of Iron 2 geht an das Maximum des M\u00f6glichen: Man kann jeden Staat spielen, der 1936 auf dem Globus zu finden war. Okay, es gibt Ausnahmen. Liechtenstein, Andorra, oder Monaco wird man vergeblich suchen. Aber man findet zum Beispiel Uruguay. Oder Nepal. Oder Albanien. Oder Luxemburg. Schon mal von Tannu Tuva geh\u00f6rt? Oder von Guangxi?<\/p>\n<p>Das Spielen der Kleinen kann spa\u00dfig sein, auch, wenn sie von den gr\u00f6\u00dferen Nachbarn mit hoher Wahrscheinlichkeit \u00fcberrollt werden. Luxemburg f\u00e4llt der Wehrmacht zum Opfer, Albanien wird von den Italienern geschluckt, Nepal ist \u00fcberhaupt ein britischer Marionettenstaat, Tannu Tuva geht fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in der UdSSR auf, und Guangxi im geeinten China. Die Chancen daf\u00fcr sind hoch, aber nicht bei 100 %. Das macht den Reiz aus.<\/p>\n<p>Man muss als Nationenverwalter keinen Anteil am Zweiten Weltkrieg haben oder suchen. Als S\u00fcdamerikaner, weit ab vom Schuss, kann man ziemlich ungest\u00f6rt sein eigenes S\u00fcppchen kochen. Auch als kleine, neutrale Nation in Europa oder Asien kann man versuchen, das beste aus der Situation zu machen. Der Iran z.B. k\u00f6nnte unter Aufbietung seines gesamten mit \u00d6lexporten geschmierten Potentials, das nie und nimmer f\u00fcr Panzer oder Luftwaffe reicht, seine Infanteriekr\u00e4fte ausbauen und Afghanistan schlucken. Oder die T\u00fcrkei. Oder beide. Die Polen k\u00f6nnten sich ranhalten und mit der Eroberung der potentiellen deutschen B\u00fcndnispartner beginnen, bevor diese der Achse beitreten und damit ihr industrielles Potential dem falschen Pool zukommen lassen. Oder die Deutschen, solange sie noch schwach sind, gleich \u00fcberrennen. Die M\u00f6glichkeiten sind jedenfalls gegeben.<\/p>\n<p>Das im Spiel enthaltene Tutorial ist eine super Sache, um sich mit den Steuerungselementen und den Optionsmen\u00fcs bekannt zu machen, wenn man v\u00f6llig neu in das Spiel einsteigt. Man muss einen Plan in der Tasche haben, wenn man das Spiel gewinnen will, denn hinter dem Mann an der Front muss eine funktionierende Kriegswirtschaft stehen, und die wiederum braucht brauchbaren Input aus Rohstoffen (\u00d6l, Erz, seltene Materialien, Energie, Geld, und Nachschubg\u00fcter) einerseits, und verschiedenen Forschungsgebieten andererseits. Und man muss (oder sollte vielleicht) Schwerpunkte setzen, was man dem Mann an der Front in die Hand gibt. Man kann nicht alles haben, daf\u00fcr reichen die Kapazit\u00e4ten nicht aus. Wenn aus der geostrategischen Situation heraus klar ist, dass man haupts\u00e4chlich in Landkonflikte verwickelt wird, wird man dem Heer und der Luftwaffe den Vorzug geben und die Marineforschung auf das Notwendigste beschr\u00e4nken. Wenn der gro\u00dfe Feind oder man selbst sich wirtschaftlich auf ein globales Koloniensystem st\u00fctzt, dann wird man der Marine viel mehr Aufmerksamkeit widmen m\u00fcssen, und statt normaler Infanterie eher zu Marineinfanterie und vielleicht Luftlandetruppen neigen.<\/p>\n<p>Die Versorgung mit Rohstoffen funktioniert bequem, wenn man eine Landmacht ist. Probleme gibt es, wenn man sie aus \u00fcberseeischen Gebieten beziehen muss und obendrein auch noch ein Feind mit Marine drau\u00dfen lauert. Feindliche U-Boote durchk\u00e4mmen dann die Meere zwischen Kolonie und Mutterland, und immer wieder werden Konvois und\/oder Eskorten versenkt.<br \/>\nDem kann man auf zwei Arten entgegenarbeiten: Erstens sollte man gen\u00fcgend solcher Schiffe gebaut haben, damit die Rohstoffversorgung nicht zum Erliegen kommt. Konvois und Eskorten sind ein zus\u00e4tzlicher Produktionspunkt neben Transportflotten (die nur Truppen transportieren) und Zerst\u00f6rern, die f\u00fcr offensive Zwecke in Schlachtflotten eingebunden werden. Zweitens kann man die Effizienz der Eskorten durch Marineforschung (\u201eZerst\u00f6rer\u201c) erh\u00f6hen.<br \/>\nWenn man das m\u00f6chte, kann man die Planung der Konvois automatisieren und der Computer wird Konvoischiffe und Zerst\u00f6rer zuteilen, aber ob man mit dem zugeordneten Verh\u00e4ltnis von Transportern und Kampfschiffen einverstanden ist, bleibt dem jeweiligen Spieler \u00fcberlassen. Ein Zerst\u00f6rer auf zehn Transporter mutet wenig an, wogegen andere Konvois auch mal mehr Zerst\u00f6rer als Transporter bekommen, ohne, dass ein nachvollziehbarer Grund f\u00fcr die Priorit\u00e4tensetzung vorl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Forschung ist eine gro\u00dfe Sache in diesem Spiel. Das Forschungsmen\u00fc teilt sich in eine nicht geringe Anzahl von Teilbereichen, unter denen man seine Priorit\u00e4ten ausw\u00e4hlen kann.<br \/>\n\u201eIndustrie\u201c fasst ganz verschiedene Dinge zusammen, zum Gro\u00dfteil nat\u00fcrlich verbesserte Herstellungstechniken (z.B. Flie\u00dfbandproduktion, die die Herstellungszeit von Einheiten verk\u00fcrzt), aber auch Radar-, Nuklear-, Raketen-, Computer-, Verschl\u00fcsselungs-, und Agrartechnik.<br \/>\nUnter \u201eInfanterie\u201c erforscht man verschiedene Infanterieformen, von den gew\u00f6hnlichen Landsern abgesehen gibt es technische Entwicklungen f\u00fcr Kavallerie, motorisierte und mechanisierte Infanterie, Fallschirmj\u00e4ger, Gebirgsj\u00e4ger, und Marineinfanterie, sowie logistische Neuerungen.<br \/>\nDer Bereich \u201ePanzer und Artillerie\u201c dient der Erforschung neuer Divisionen von leichten und mittleren Panzern, schweren Panzerbrigaden, und verschiedenen Formen von Artillerie, Rohr- oder Raketen, selbst fahrend oder gezogen, Flak oder Pak.<br \/>\nUnter \u201eMarine\u201c kann man neue Schiffstypen entwickeln und weiterentwickeln, die \u00fcbliche Reihe von U-Booten und Zerst\u00f6rern bis zu Schlachtschiffen und Flugzeugtr\u00e4gern, in den technischen Variationen von Vorkriegsstandard bis zu atomgetrieben (sofern man Atomtechnologie unter \u201eIndustrie\u201c erforscht).<br \/>\nDer Abschnitt \u201eFlugzeuge\u201c ist ebenso selbsterkl\u00e4rend, es gibt Abfang-, Begleit-, und Mehrzweckj\u00e4ger, taktische und strategische, sowie Marinebomber, Stukas und Lufttransporter.<\/p>\n<p>Des weiteren gibt es drei Gebiete f\u00fcr Doktrinen, f\u00fcr Land-, Wasser- und Luftgefechte. Theoretisch gibt es mehrere Richtungen, in die man jeweils forschen kann, wie Massenangriffstaktiken, Feuerkraftfokus oder Mobilit\u00e4t beim Heer, verbesserten Flugtaktiken bei der Luftwaffe, oder verschiedenen Seekampfschwerpunkten bei der Marine, was den Einheiten Boni auf potentielle Eigenschaften gibt, die zu positiven Ereignissen w\u00e4hrend der Schlachten f\u00fchren k\u00f6nnen. In der Praxis ist es bei den technisch fortgeschrittenen Staaten allerdings so, dass diese bereits die grobe Richtung vorgegeben haben. Man kann also als Deutscher z.B. nicht (mehr) statt Mobilit\u00e4ts- (= Blitzkrieg-) den Feuerkraftfokus w\u00e4hlen. Eine einmal gew\u00e4hlte Richtung eliminiert alle Alternativen.<\/p>\n<p>Zuletzt ist da das Kapitel \u201eGeheimwaffen\u201c. Dort entwickelt man aus der Raketentechnik die kriegerischen Anwendungen wie Raketen allgemein (sowohl Interkontinental- als auch Luft-Luft-, Luft-Boden-, und Boden-Luft-Raketen) und D\u00fcsenflugzeuge, setzt die bislang friedliche Atomforschung in Nuklearwaffen und atomgetriebene Schiffe um, bringt aber auch fr\u00fche elektronische Rechner \u2013 Computer \u2013 hervor, um die Forschung weiter zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Diplomatie ist ebenfalls ein Lieblingsthema des Spiels.<br \/>\nInnenpolitisch kann man in jedem Jahr eine Reform durchf\u00fchren, also ob man mehr zur Diktatur oder mehr zur Demokratie neigt, ob die Politik eher dem linken oder dem rechten Spektrum zuzuordnen ist, ob man Pazifist oder Kriegstreiber ist, eher isolationistisch auftritt oder aktive Intervention bevorzugt, ob man freie M\u00e4rkte oder lieber Planwirtschaft will, und so weiter. Jede dieser Entscheidungen hat Vor- und Nachteile \u2013 so muss eine Diktatur weniger IK f\u00fcr Konsumg\u00fcter ausgeben, um die Bev\u00f6lkerung zufrieden zu stellen, als eine vom Konsum verw\u00f6hnte Demokratie, und w\u00e4hrend Berufsheere eine h\u00f6here Organisationsstruktur aufweisen, k\u00f6nnen Einheiten aus Wehrpflichtigen mit weniger Aufwand an IK aufgestellt werden.<\/p>\n<p>Je nach Konstellation dieser Schieber hat man als Spieler Einfluss auf die Zusammensetzung des eigenen Kabinetts, das aus dem Staatsoberhaupt, dem Regierungschef, Ministern f\u00fcr \u00c4u\u00dferes, R\u00fcstung, Sicherheit und Geheimdienst, sowie dem Chef des Generalstabs und den Kommandeuren der Teilstreitkr\u00e4fte besteht. Jeder Minister bringt Vor- und Nachteile mit sich. Genau genommen gibt es ein paar Minister, die Vor- und Nachteile haben, w\u00e4hrend andere nur Vor-, und wieder andere nur Nachteile aufweisen. Je nach politischer Situation ist die Auswahl aber begrenzt, und manchmal bleibt nur die Wahl zwischen dem Teufel, der \u201e-20 % auf Geldproduktion\u201c hat, und dem Beelzebub, der die Senkung der Unruhe behindert.<\/p>\n<p>Durch Klicken auf die entsprechenden Flaggen in der linken Leiste erh\u00e4lt man eine \u00dcbersicht \u00fcber den diplomatische Status verschiedener Nationen, welche B\u00fcndnisse sie unterhalten, mit wem sie Krieg f\u00fchren, ob sie Gebietsanspr\u00fcche an jemanden stellen, usw. Darunter sieht man das Kabinett des Staates und grobe Informationen \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeit der einzelnen Minister. Oben rechts erscheinen die diplomatischen Optionen, von denen die meisten eine finanzielle Investition notwendig machen.<\/p>\n<p>Einen Krieg zu erkl\u00e4ren kostet zumindest kein Geld, muss aber mit einem Anstieg der nationalen Unruhe, einem Absinken der betroffenen Staatenbeziehung auf den Minimalwert von -200, und den sonst logischen Folgen bezahlt werden.<br \/>\nGanz teuer ist es, einen Putsch anzuzetteln, um eine freundlich gesinnte Regierung einzusetzen, und ob der gelingt, h\u00e4ngt irgendwie von der Unruhe des Zielstaats ab und von den F\u00e4higkeiten der Minister f\u00fcr Sicherheit und Nachrichtendienste. Interessanterweise kann man keinen Staatsstreich bei einer Nation versuchen, mit der man sich im Krieg befindet.<br \/>\nBilliger kommt es vielleicht, eine Nation nur zu beeinflussen. Dazu f\u00f6rdert man freundlich gesinnte Politiker finanziell, was bei geringem Erfolg zu einem Anstieg des Zahlenwerts f\u00fcr diplomatische Beziehungen f\u00fchrt, und bei gr\u00f6\u00dferem Erfolg zu einer Ann\u00e4herung der innenpolitischen Einstellungen des Zielstaats an die eigenen Werte.<br \/>\nHandelsabkommen k\u00f6nnen angeboten und aufgel\u00f6st werden. Das kostet kein Geld, aber der Bruch eines Abkommens belastet nat\u00fcrlich die diplomatischen Beziehungen.<br \/>\n\u201eVerhandlungen er\u00f6ffnen\u201c ist genau das, nur geht es hier nicht um Handel, sondern eher um Tausch, zum Beispiel von Provinzen. Dieser Punkt ist im Handbuch unter \u201eOffene Verhandlungen\u201c zu finden\u2026 keine sinnige \u00dcbersetzung von \u201eopen negotiations\u201c.<br \/>\nDes weiteren gibt es die M\u00f6glichkeit, jemandes Unabh\u00e4ngigkeit zu garantieren, einen Nichtangriffspakt vorzuschlagen oder aufzuheben, jemanden ins eigene B\u00fcndnis einzuladen, oder aus einem B\u00fcndnis auszutreten, Truppen an Verb\u00fcndete zu senden, einen Durchmarschbefehl f\u00fcr die eigenen Truppen zu fordern, oder gleich den Oberbefehl \u00fcber die verb\u00fcndeten Truppen zu \u00fcbernehmen \u2013 vorausgesetzt, die betroffenen Politiker stimmen dem zu.<\/p>\n<p>Man sollte ganz zu Beginn einstellen, welche Nachrichten man deutlich angezeigt bekommt, und ob diese den Zeitablauf unterbrechen sollen oder nicht. Es ist empfehlenswert, sich auf das wichtigste zu beschr\u00e4nken, sonst verbringt man sehr viel Zeit damit, Nachrichtenfenster wieder zu schlie\u00dfen. Jede Nachricht kann jederzeit \u00fcber das \u201eLogbuch\u201c abgerufen werden, der Unterschied besteht darin, dass man sich die M\u00fche machen muss, dem Ablauf der internationalen Ereignisse bewusst zu folgen. Aber das meiste davon ist unwichtig.<\/p>\n<p>Nicht ganz unwichtig sind die verschiedenen Darstellungen, die man sich auf die Karte projizieren lassen kann. Neben der Standardansicht gibt es zum Beispiel eine Wetterkarte. Schlechtes Wetter unterst\u00fctzt grunds\u00e4tzlich den Verteidiger, also m\u00f6chte man vielleicht den Wetterbericht ansehen, bevor man eine Offensive in Auftrag gibt. Weiterhin gibt es eine Ansicht, die \u00fcber Partisanent\u00e4tigkeit in den einzelnen (eroberten) Provinzen Auskunft gibt. Diesen Widerstandsgruppen muss man mit Garnisonsdivisionen und Polizeibataillonen begegnen. Interessant ist auch die Darstellung der Wirtschaft, wo man sehen kann, welche Rohstoffe es in den jeweiligen Provinzen gibt. Man sollte sich bei seinen Angriffen aber weniger von Rohstoffen, als eher von einer haltbaren Frontlinie leiten lassen.<br \/>\nZuletzt erw\u00e4hnenswert ist die Gel\u00e4ndekarte. Berg- und H\u00fcgelregionen sind nicht nur leichter zu verteidigen, sondern auch schwerer zu durchqueren, man sollte also aufpassen, wo man hinl\u00e4uft.<\/p>\n<p><strong>Spielerleichterung<\/strong><\/p>\n<p>Gibt es ein Spiel ohne Cheats? Es gibt zwar auch hier die \u00fcblichen W\u00f6rter und Phrasen, die man w\u00e4hrend des Spiels irgendwie eingibt, worauf man unrealistische Vorteile erh\u00e4lt, es gibt aber originellere Methoden.<\/p>\n<p>Die Spiele werden unter anderem in Dateien mit der Endung .eug gespeichert. Diese Dateien kann man mit dem Texteditor \u00f6ffnen und einfach alle Werte \u00e4ndern, die man verbessern m\u00f6chte. Zum Beispiel kann man den Namen eines im Spiel vorkommenden Wissenschaftlers suchen und dessen Spezialgebiete \u00e4ndern. Oder man sucht sich einen General und gibt ihm irgendwelche F\u00e4higkeiten. Man muss sich nur an die in der Datei verwendete Syntax halten. Was man nicht tut, ist den Fertigkeitswert einer Person erh\u00f6hen; stattdessen setzt man die Werte auf &#8220;1&#8221; fest &#8211; weil dieser Wert nur eine Aussage dar\u00fcber macht, wieviel die Dienste dieses Forschungsteams kosten. Der Fertigkeitswert macht keine Aussage \u00fcber die Forschungsgeschwindigkeit. Das Vorhandensein eines Spezialgebiets gibt einen Bonus, das ist alles.<\/p>\n<p><strong>Taugt es was?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, prinzipiell schon. Da man sich den  Staat, den man spielen m\u00f6chte, beliebig aussuchen kann, ist es m\u00f6glich,  intuitiv einen Schwierigkeitsgrad festzulegen, den es so im Spiel nicht  gibt.<\/p>\n<p>Das Planen, Bauen und Befehlen macht schon Spa\u00df, und  nat\u00fcrlich ist es viel interessanter, einen Krieg zu f\u00fchren, als darauf  zu achten, dass der Rohstoffimport mit dem Wirtschaftswachstum Schritt  h\u00e4lt. Das politische Taktieren hat etwas f\u00fcr sich, aber noch ist mir  nicht ganz klar geworden, was mir die Au\u00dfenpolitik eigentlich bringt,  sieht man einmal von der Rohstoffeinfuhr ab. Es ist zum Beispiel v\u00f6llig  schleierhaft geblieben, was es bringt, einen anderen Staat politisch zu  beeinflussen.<\/p>\n<p>Grafisch kommt das Spiel eher spartanisch daher,  aber es ist erstens auch nicht mehr ganz neu, und zweitens muss ein  Strategiespiel auch nicht grafisch auf dem neuesten Stand sein. Wozu  auch? Es braucht ja nur erkennbare Symbole auf einer Weltkarte.<br \/>\nDie Icons der einzelnen Divisionstypen \u00e4ndern sich je nach Modernisierungsgrad, das reicht meines Erachtens v\u00f6llig aus.<\/p>\n<p>Die Klangeffekte sind ein sch\u00f6ner Punkt. <em>&#8220;Krieg ist die H\u00f6lle, aber der Sound ist verdammt geil!&#8221;<\/em> hie\u00df es bei uns fr\u00fcher, und <em>Hearts of Iron II<\/em> bietet ebenfalls  Kampfger\u00e4usche, wenn es zu feindlichen Begegnungen kommt, gerade bei Luftangriffen und Seegefechten. Mir zumindest  haben Sie gefallen.<\/p>\n<p>In der deutschen Version des Spiels sind  manche Namen bedeutender Nazipers\u00f6nlichkeiten verf\u00e4lscht: G\u00f6hring ist  Gorink, Himmler ist Heimmler, und Hitler ist Hiller. Aber Ribbentrop,  Bormann, und Kaltenbrunner d\u00fcrfen so hei\u00dfen, wie sie nunmal hie\u00dfen.  Interessant war auch zu sehen, dass &#8220;Heimmler&#8221; den Kommandeursposten  einer Armee inne hat. Schwachsinn pur.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich auch wieder einmal schade, dass der vom Computer  gesteuerte Gegner von minderer Qualit\u00e4t ist. Es ist allein schon  auff\u00e4llig, dass der Gegner nur die billigsten Kampfeinheiten,  Infanterie, baut. Vielleicht auch noch kleine Marineeinheiten. Ich  m\u00f6chte jedenfalls vermuten, dass alles andere, was die Deutschen zum  Beispiel in die Schlacht werfen, lediglich modernisierte Versionen der  Einheiten sind, die sie bereits zu Spielbeginn hatten, dass aber zum  Beispiel keine Panzer oder Flugzeuge nachgebaut werden, daf\u00fcr habe ich  bislang viel zu wenige von denen vorgefunden. Das ist einerseits unrealistisch, andererseits senkt der Mangel an motorisierten Einheiten den \u00d6lverbrauch und damit den Bedarf an Einfuhren ganz erheblich. Im Rahmen der beschr\u00e4nkten Logik des Spiels macht das also Sinn, aber begeistert bin ich von diesem Detail dennoch nicht.<\/p>\n<p>Es gibt auch eine  Multiplayer-Option, ich habe sie allerdings nicht ausprobiert. Das  k\u00f6nnte wiederum interessant sein, aber vermutlich ist es auch extrem  zeitintensiv.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuletzt ein Spiel, das ich f\u00fcr eine mutige Entscheidung hielt: Polen. Nun ja, vielleicht ist Polen eine mutige Entscheidung, wenn man wei\u00df, was kommt, aber nichts dagegen tut. Das Spiel beginnt am 01. Januar 1936, und als erstes muss die Armee auf den aktuellen Stand gebracht werden. Dann besetzten die Deutschen das Rheinland. 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