{"id":1235,"date":"2010-08-15T18:41:15","date_gmt":"2010-08-15T16:41:15","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1235"},"modified":"2013-01-13T16:54:04","modified_gmt":"2013-01-13T15:54:04","slug":"eiserne-herzen-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1235","title":{"rendered":"Eiserne Herzen (1\/3)"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWORLD WAR II GRAND STRATEGY\u201c<\/strong> steht gro\u00df auf dem Cover \u00fcber dem eigentlichen Titel:<\/p>\n<p><strong>\u201eHEARTS OF IRON II\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p>Ein sehr viel versprechender Titel, mit vielen viel versprechenden Optionen. Aber so grand ist die Strategy am Ende doch nicht.<\/p>\n<p>Aus erz\u00e4hlerischen Gr\u00fcnden will ich ein paar Eindr\u00fccke vom Spielablauf der Beschreibung der Inhalte und Mechaniken voranstellen.<\/p>\n<p>Im ersten Durchgang habe ich Persien gespielt, um mir in Ruhe die Spielprinzipien anzusehen, also ohne alsbald in einen Krieg verwickelt zu werden, obwohl nat\u00fcrlich die Briten und die Sowjets den Iran quasi besetzt hatten, um den s\u00fcdlichen Nachschubweg in die UdSSR offen zu halten.<\/p>\n<p>Ich habe es geschafft, meine Armee aufzustocken und modern zu halten. Hui, f\u00fcnf Infanteriedivisionen mit Panzerwagenbrigaden! An Panzer und Luftwaffe war nat\u00fcrlich nicht zu denken \u2013 allein um eine neue Infanteriedivision bauen zu k\u00f6nnen, muss der Perser die urspr\u00fcngliche Industriekapazit\u00e4t schon ausbauen, wenn man die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung (das hei\u00dft die nationale Unruhe) nicht vernachl\u00e4ssigen, oder nicht ungeb\u00fchrlich lange warten will, bis die mit unzureichenden Ressourcen aufgestellte Division endlich mal fertig wird.<\/p>\n<p>Diplomatisch konnte ich kleine Erfolge feiern: Mittels Beeinflussung waren die T\u00fcrken und Afghanen mit mir auf einer politischen Linie und der Handel florierte. Jeder will \u00d6l. Aber warum sie kein milit\u00e4risches B\u00fcndnis mit mir eingehen wollten, erkl\u00e4rt sich mir nicht durch einen Blick in die Anleitung. Daraus geht zwar hervor, dass man eigene B\u00fcndnissysteme (au\u00dferhalb von Achse und Allianz) aufstellen k\u00f6nne, aber wie viel mehr als das gleiche politische System wird daf\u00fcr verlangt? Vielleicht war ich milit\u00e4risch dann doch zu schwach, um als B\u00fcndnisf\u00fchrer durchzugehen. Die Afghanen zum Beispiel hatten dreimal so viele Divisionen wie ich, aber es handelte sich dabei um billige Milizen.<\/p>\n<p>Die Zeit verging, Deutschland schluckte \u00d6sterreich, das Sudetenland, die Tschechoslowakei, schlie\u00dflich Polen, Benelux, Frankreich, und Skandinavien, lieferte sich \u00fcber dem Kontinent Luftschlachten mit den Briten, und im November 1941 kam der gro\u00dfe Moment: Die Deutschen marschierten in die UdSSR ein. Dabei waren sie mit den Finnen, den Italienern, den Ungarn, den Vichyfranzosen, den Slowaken, und den Rum\u00e4nen verb\u00fcndet. S\u00fcdlich der Donau fiel interessanterweise nie ein Schuss (vielleicht mal abgesehen von Albanien, wo die Italiener einmarschierten). S\u00fcdosteuropa blieb frei, sowohl von deutscher Besatzung als auch von britischer Agitation.<\/p>\n<p>Theoretisch lief die Sache gut f\u00fcr die Alliierten: Das freie Frankreich und Gro\u00dfbritannien eroberten alle italienischen Gebiete in Afrika, mit Ausnahme der w\u00fcstesten W\u00fcstenregionen \u2013 scheinbar bewegt sich keine Truppe je in ein Gebiet, dessen infrastrukturelle Entwicklung mit 0 % angegeben ist. Dann h\u00e4tten sie ja eigentlich nach Sizilien h\u00fcpfen k\u00f6nnen. Taten sie aber nicht. Keiner wei\u00df, warum. Stattdessen erkl\u00e4rte Venezuela dem Deutschen Reich den Krieg \u2013 und landete mit einer Division in Norwegen. Die Deutschen bereinigten die Situation schnell wieder, aber immerhin hatte eine Art Landung stattgefunden!<\/p>\n<p>Mit dem L\u00f6wenanteil der deutschen Truppen im Osten h\u00e4tten die Alliierten sich aussuchen k\u00f6nnen, wo sie die Festung Europa angreifen, aber sie lie\u00dfen es einfach bleiben, und begn\u00fcgten sich damit, hier und da taktische Bomber einzusetzen und dann und wann deutsche Schiffe zu versenken.<\/p>\n<p>Die Wehrmacht indes hielt sich einige Wochen am Dnjepr auf (Fluss\u00fcberquerungen geben dicke Abz\u00fcge auf die Offensivkraft), brachen dann aber durch und sa\u00dfen im Fr\u00fchjahr 1942 in Moskau. Von da an ging\u2019s f\u00fcr die Russen nur noch r\u00fcckw\u00e4rts, und immerhin dauerte es bis 1944, bis die Deutschen in Wladiwostok angekommen waren. Irgendwann streiften sie an der persischen Nordgrenze vorbei und interessierten sich kein bisschen f\u00fcr dieses erd\u00f6lreiche Land ohne B\u00fcndnispartner, das sie mit einer einzigen Armee h\u00e4tten ausradieren k\u00f6nnen, ohne milit\u00e4rische Konsequenzen zu f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Immerhin interessant zu beobachten (in der Statistik) war, dass die Deutschen in ihren 200 Divisionen gerade mal sechs Panzerdivisionen hatten (und etwas mehr als ein Dutzend motorisierte Infanteriedivisionen) \u2013 scheinbar ist die KI darauf ausgelegt, m\u00f6glichst Rohstoff sparend zu operieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend all dieser Zeit tat ich als Schah nichts anderes, als st\u00e4ndig darauf zu warten, dass eine Forschung oder ein Bauauftrag fertig sein w\u00fcrde. Nicht sehr spannend, so als Kriegsunbeteiligter. Aber ich wollte ja auch erst mal sehen, wie der Hase l\u00e4uft und wie die Bedienelemente funktionieren.<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Spiel, gleich in die Vollen. Ich spiele die Sowjetunion. Ich sorge erst mal daf\u00fcr, dass alle Truppen auf h\u00f6chstem Stand sind und bem\u00fche mich, ein Drittel der Gesamtst\u00e4rke als Panzerdivisionen zur Verf\u00fcgung zu haben, und zwei Drittel der Panzerdivisionen erhalten eine Brigade schwerer Panzer vom Typ KV-2. Teuer, aber effektiv: Lange, bevor die Deutschen sich irgendwie regen, missf\u00e4llt mir der japanische Angriff auf China. Die mit Japan verb\u00fcndete Mandschurei tut mir den Gefallen, meinen Verb\u00fcndeten Mongolei anzugreifen. Die Nationalchinesen kriegen schwer was auf den Deckel. Ich biete Chiang Kai-shek ein B\u00fcndnis an. Er lehnt ab. Ich biete Mao ein B\u00fcndnis an: Er lehnt ab. Sind die gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig? Die Folgen des Nicht-b\u00fcndnisses bekomme ich sp\u00e4ter selbst zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Zuerst wird die Mandschurei \u00fcberrollt, und die Landverbindung zwischen dem japanisch besetzten Korea und den japanischen Truppen in Nordchina gekappt. Die Kapitulation der Mandschurei f\u00fchrt zun\u00e4chst dazu, dass mein Verb\u00fcndeter Mongolei zwei Provinzen derselben zugesprochen bekommt, ob mir das passt oder nicht. Schlie\u00dflich erobert die Rote Armee Korea. Die Kwantung Armee ist in Nordchina zwischen den chinesischen Truppen und der Roten Armee eingeklemmt, ich hole zum Todessto\u00df aus\u2026 und komme nicht weiter. Warum? Weil die Chinesen nicht meine Verb\u00fcndeten sind. Das hei\u00dft, sie helfen nicht bei der Versorgung meiner Truppen. Sto\u00dfe ich \u00fcber die Grenzprovinzen hinaus vor, geht meinen Truppen der Nachschub aus, die Panzer k\u00f6nnen nicht mehr rollen, die Soldaten haben nichts zu essen. Stillstand. Die Operationen beschr\u00e4nken sich auf die Abwehr japanischer Gegenoffensiven. Oder \u201ejapanischer Nadelstiche\u201c, das trifft es eher.<\/p>\n<p>Ich habe neben der Armee auch die Luftwaffe kr\u00e4ftig gef\u00f6rdert: Ich habe drei Luftflotten mit taktischen Bombern und eine Luftflotte mit strategischen Bombern (Stand von 1939 halt), und die dazu geh\u00f6renden Begleitj\u00e4ger, und nutze diese, um die japanische Flotte m\u00fcrbe zu machen. Leider ist das nicht effektiv genug. Dann entdecke ich, dass die Provinzen Kanazawa und Fukuoka keine Verteidigungsgarnison aufweisen. Aha!<\/p>\n<p>Dann muss ein Flottenbauprogramm her. Ich brauche neun Transportflotten, um eine ganze Armee auf einmal transportieren zu k\u00f6nnen. Aber erst muss ich die feindliche Marine ausschalten und baue dazu eine gro\u00dfe U-Boot Flotte. U-Boote erscheinen geradezu unheilig effektiv. Sie versenken im Laufe des folgenden Jahres ein Gro\u00dfkampfschiff nach dem anderen, Schlachtschiffe, Kreuzer, und Tr\u00e4ger, bis nur noch ein paar Kreuzer und zwei Dutzend Zerst\u00f6rer \u00fcbrig sind. Dabei dauerte eine Schlacht drei Monate, was meinem siegreichen Admiral eine unglaubliche Anzahl an Erfahrungspunkten bescherte, und damit einen unglaublichen Effizienzbonus f\u00fcr seine Truppen.<\/p>\n<p>Anfang 1941 landen zwei sowjetische Armeen in Japan, wenige Wochen sp\u00e4ter sind die Hauptinseln, sowie Okinawa, Iwojima, Hainan, und Taiwan, erobert. Aber Japan offiziell annektieren geht nicht: Die Hauptstadt wird im Falle der Eroberung woanders hin verlegt, und die japanische Hauptstadt befindet sich neuerdings auf einer kleinen Pazifikinsel au\u00dferhalb meiner Reichweite. Und in dieser dem\u00fctigenden Situation greifen die Japaner Pearl Harbor an. Mit was eigentlich? Keine Ahnung. Sie l\u00f6sen jedenfalls die Option \u201eAngriff\u201c aus (sie h\u00e4tten es auch lassen k\u00f6nnen), vielleicht reicht das schon, vielleicht muss nicht wirklich ein Angriff gef\u00fchrt werden? Wer wei\u00df. Die Amerikaner machen jedenfalls kurzen Prozess: Wenige Wochen sp\u00e4ter ergeben sich die Japaner den Amerikanern, die setzen einen Marionettenstaat ein \u2013 und meine Eroberungen sind nichtig. Ohne, dass ich ein W\u00f6rtchen mitreden konnte, ist Japan unter amerikanischer F\u00fchrung wieder frei und meine Truppen stehen auf einem St\u00fcck Land, von dem aus sie nicht versorgt werden k\u00f6nnen. Also rein in den Transporter und zur\u00fcck nach Korea.<\/p>\n<p>Die verlangen \u00fcbrigens auch bald ihre Unabh\u00e4ngigkeit, aber man wei\u00df ja, wohin das f\u00fchrt: Kurz danach l\u00f6st sich die Volksrepublik Korea im Norden und die Teilung ist perfekt. Warum auch immer! Schlie\u00dflich wurde die Teilungslinie damals durch den russischen Vormarsch im Sommer 1945 bestimmt, und meiner endete doch erst am S\u00fcdende der Halbinsel! Dumme Skripte.<\/p>\n<p>Mittlerweile band der Westen meine Aufmerksamkeit. In Vorbereitung auf den deutschen Angriff hatte ich meine Verteidigungslinie hinter den Dnjepr zur\u00fcckgezogen, auf die paar Westprovinzen konnte ich verzichten, gerade im Hinblick auf die Verlegung der Industrie hinter den Ural. Die Finnen hatte ich beruhigt, indem ich die stalinschen W\u00fcnsche ignorierte und keinen Winterkrieg anzettelte. Von Norden w\u00fcrde nichts kommen, auch wenn die Deutschen in Norwegen sa\u00dfen. \u00d6stlich der baltischen Staaten sa\u00dfen meine Truppen am Nordufer der D\u00fcna eingegraben. Dort ergab sich eine Schwachstelle bei Smolensk, weil da kein Fluss war. Im S\u00fcden war eine \u00e4hnliche Situation durch die L\u00fccke zwischen Dnjepr und Dnjestr entstanden, dem Grenzfluss zum feindlichen Rum\u00e4nien. Im Vertrauen auf meine Panzer wollte ich diese L\u00fccken halten.<\/p>\n<p>Aber es wollte nicht. Deutsche und Rum\u00e4nen holten sich blutige Nasen, hatten aber eine lokale \u00dcbermacht, und erzwangen unter schwersten Verlusten die R\u00e4umung der Linie und meinen R\u00fcckzug hinter den s\u00fcdlichen Dnjepr. Auch im Norden st\u00e4ndig neue Angriffe, die meine Truppen zu taktischen R\u00fcckz\u00fcgen zwangen. Die jeweilige Nachbararmee musste eingreifen, warf die Deutschen zur\u00fcck, und wurde wegen der Aufgabe ihres Verschanzungsbonus zum n\u00e4chsten Ziel. Die unglaublichen Verluste \u00fcberstiegen bald die industrielle Kapazit\u00e4t und als der Zusammenbruch vor der T\u00fcr stand, brach ich das Spiel ab und begann ein neues, sowjetisches, Spiel \u2013 allerdings mit einer Strategie in der Tasche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWORLD WAR II GRAND STRATEGY\u201c steht gro\u00df auf dem Cover \u00fcber dem eigentlichen Titel: \u201eHEARTS OF IRON II\u201c. Ein sehr viel versprechender Titel, mit vielen viel versprechenden Optionen. Aber so grand ist die Strategy am Ende doch nicht. Aus erz\u00e4hlerischen Gr\u00fcnden will ich ein paar Eindr\u00fccke vom Spielablauf der Beschreibung der Inhalte und Mechaniken voranstellen. 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