{"id":1002,"date":"2010-02-19T21:23:55","date_gmt":"2010-02-19T20:23:55","guid":{"rendered":"http:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1002"},"modified":"2017-10-22T12:51:07","modified_gmt":"2017-10-22T10:51:07","slug":"ich-kam-ich-sah-und-ging-lieber-wieder-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codealpha.bidan.de\/?p=1002","title":{"rendered":"Ich kam, ich sah, und ging lieber wieder (2\/3)"},"content":{"rendered":"<p>Das gute Gef\u00fchl hielt sich, in Arbeitszeit ausgedr\u00fcckt, gerade mal einige Stunden, und der Bus, der auch beim darauf folgenden und jedem sp\u00e4teren Termin eiskalt war und dessen Heizung sich erst etwa am Bahnhof bemerkbar machte, hatte das wenigste damit zu tun.<br \/>\nAls erstes stellte ich fest, dass sich die Besetzung der Sp\u00fclk\u00fcche scheinbar je nach Wochentag \u00e4nderte.<br \/>\nAls ich freitags zum ersten regul\u00e4ren Arbeitstermin eintraf, war Dennis nicht da, ich habe ihn auch nie mehr gesehen, stattdessen ein anderer mit Namen David (halb-englisch \u201eDee-vid\u201c ausgesprochen, eine Trierer Macke ersten Ranges), h\u00f6chstens Mitte Zwanzig, dunkle Haare, Dreitagebart, schlank, sah ein bisschen aus, als sei er der kleine Bruder meines Kameraden Ritter. \u201eMutti\u201c und Leo waren auch da, und dann noch eine Frau um die F\u00fcnfzig, leicht \u00fcbergewichtig, rotbraunes Haar, deren Gesicht ich intuitiv irgendwo zwischen \u201eMetzger\u201c und \u201eBulldogge\u201c einordnete. Das war die Frau Bohlen, und sie sollte ihrem Namen nach meinem subjektiven Empfinden noch alle Ehre machen.<\/p>\n<p>Die Frau Bohlen wurde von mir auch so genannt, w\u00e4hrend ich alle anderen, mit deren stillem Einverst\u00e4ndnis, duzte. Das hatte nichts mit Respekt ihr gegen\u00fcber zu tun, sondern mit einem von mir einmal vor Jahren ge\u00e4u\u00dferten Prinzip, nach dem ich einerseits nur solche Leute sieze, denen das auf Grund ihres Stands und meiner pers\u00f6nlichen Hochachtung zusteht, und andererseits solche Leute, die ich nicht ausstehen kann. Das klingt m\u00f6glicherweise paradox, aber der Raum dazwischen ist gro\u00df und weit und bislang fahre ich gut damit.<\/p>\n<p>Ich machte an jenem Tag erst einmal mit \u201eMutti\u201c die Hauptk\u00fcche sauber, wobei sie die Fu\u00dfb\u00f6den schrubbte und mir den Auftrag gab, den Speiseaufzug und die Oberfl\u00e4chen der Schr\u00e4nke und die Ablagef\u00e4cher zu reinigen. Kein Problem, Viss schafft alles. Dann ging es an den ersten Sp\u00fclgang, den ich mit der Frau Bohlen absolvierte \u2013 und die ordnete das Geschirr auf Tisch und Ablage ganz anders an, als Dennis es mir beim letzten Mal gezeigt hatte, und dem entsprechend unzufrieden zeigte sie sich auch mit meiner Arbeitsleistung.<br \/>\n(ungeduldig) <em>\u201eWas machst Du denn? Das geh\u00f6rt doch ganz anders da hin!\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eMoment, ich dachte, das w\u00fcrde so und so\u2026\u201c<\/em><br \/>\n(genervt) <em>\u201eNein, das geh\u00f6rt so und so\u2026\u201c<\/em><br \/>\nNun gut, vielleicht hatte ich das auch falsch in Erinnerung, k\u00f6nnte ja sein.<br \/>\nIm Durchgang am Mittag war die Frau Bohlen dann irgendwo anders besch\u00e4ftigt und ich sp\u00fclte mit David. Ich stellte das Geschirr so ab, wie Frau Bohlen es vorgemacht hatte, und sofort sa\u00df mir David im Nacken.<br \/>\n(erstaunt) <em>\u201eWas machst Du denn da f\u00fcr\u2019n Schei\u00df?\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eDie Frau Bohlen hat gerade vorhin gesagt, dass\u2026\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eAch, die hat doch keine Ahnung! Wir machen das so und so, genau so, wie Dennis mir das beigebracht hat!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Immerhin war deutlich, dass er seinen \u00c4rger gegen Frau Bohlen richtete, und nicht gegen mich, aber ich sah mich schon zwischen den St\u00fchlen sitzen. Meine Bef\u00fcrchtung minderte sich dadurch, dass ich David scheinbar sympathisch war. Jedenfalls unterhielten wir uns ganz zwanglos, was mir etwas von meiner Anspannung nahm. Er erz\u00e4hlte mir von seinem wichtigsten Hobby, und zwar Computertuning. Scheinbar legte er das zwanghafte Verhalten an den Tag, das jeweils neueste und aktuellste Teil in seinen Rechner einbauen zu m\u00fcssen, um High-End Spiele spielen zu k\u00f6nnen, und er hatte auf dieser Basis eine Freundschaft zu einem der K\u00f6che, der wohl auch so ein Freak war und dar\u00fcber hinaus mit mir den Vornamen gemein hat. Ich verstand so ziemlich gar nichts von dem, was er mir erz\u00e4hlte, aber  er reagierte erfreut, als ich ihm erz\u00e4hlte, dass ich Computerspiele m\u00f6ge; allerdings konnte er damit nichts anfangen, weil mein Interesse entweder rundenbasierenden Strategiespielen gilt (im Gegensatz zu Echtzeitspielen), oder aber \u00e4lteren Spielen, f\u00fcr deren Betrieb man auf einem heutzutage normalen Rechner zum Teil schon Hilfssoftware braucht. Trotzdem hatte ich das Gef\u00fchl, dass wir uns gut verstanden, wenn ich auch weit davon entfernt war, unser Verh\u00e4ltnis auch nur in die N\u00e4he von \u201efreundschaftlich\u201c zu r\u00fccken. Er war mir durchaus sympathisch, weil er mich von Stress und Frust ablenkte, aber f\u00fcr mehr waren wir meines Erachtens zu unterschiedlich.<\/p>\n<p>An dieser Stelle, wo ich gerade von N\u00e4he und Distanz spreche, m\u00f6chte ich einschieben, dass au\u00dfer der Verwalterin und der Hausdame niemand in dem Laden meinen Namen kannte. Die Hausdame hatte mich eingangs nicht vorgestellt, ich habe das nachher auch selbst nicht getan, und ich wurde auch nicht gefragt. Ich fand es irgendwie am\u00fcsant, dass da noch einer meines Namens war, ohne, dass jemand was davon wusste, und dass alle m\u00e4nnlichen Mitarbeiter der Sp\u00fclk\u00fcche damit den selben Anfangsbuchstaben teilten. Allein Dennis wusste, dass ich studierter Japanologe bin, weil er mich gefragt hatte, was f\u00fcr einen Jobhintergrund ich h\u00e4tte. David wiederum fragte nicht weiter nach, der gab sich damit zufrieden, dass ich Student war.<\/p>\n<p>Davids zweites Hobby jedenfalls waren gemeinsame Discobesuche mit seiner Frau (und ich habe keine Ahnung, ob man die L\u00e4den heute \u00fcberhaupt noch \u201eDiscos\u201c nennt), das war dann doch v\u00f6llig jenseits meiner Interessensph\u00e4re. Er erz\u00e4hlte auch frei heraus, dass er schon auf Bew\u00e4hrung verknackt worden war, nachdem er jemandem die Nase gebrochen hatte, der seine Frau zu auff\u00e4llig angeschaut hatte, und ich hatte von seinem Ton her nicht den Eindruck, dass er das als einen Glanzpunkt in seinem Leben betrachtete. Ja, er kritisierte sogar die ihm gegebene Impulsivit\u00e4t. Da war ich direkt erstaunt, geradezu beeindruckt. Er trug sich allerdings mit der Theorie, dass die deutsche Justiz Arbeitssuchende st\u00e4rker in die Mangel nahm, als Leute mit Job.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen muss man \u00fcberdies festhalten, dass er von seiner Frau nur in positiven Begriffen sprach, also nicht etwa von seiner \u201eAlten\u201c oder so was, w\u00e4hrend er der Frau Bohlen gegen\u00fcber einen eher rauen Ton anschlug, der f\u00fcr mich nur sehr fadenscheinig humoristisch getarnt klang. Ich kann mich nat\u00fcrlich irren, aber ich glaube, er hat damit nicht wenig zu ihrem Frust beigetragen (gegen ihn anzureden war bei seiner Schlagfertigkeit schwer), der letztendlich an mir h\u00e4ngen blieb.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Mittagspause hatte ich diesmal nichts mitgebracht und wollte in die Stadt gehen, was ich nebenl\u00e4ufig David gegen\u00fcber erw\u00e4hnte, worauf der mich belehrte, dass das aus hygienischen und rechtlichen Gr\u00fcnden nicht erlaubt sei, ich d\u00fcrfe das Geb\u00e4ude nur mit gutem Grund und mit besonderer Erlaubnis der Hausdame verlassen, und \u201esich ein Mittagessen besorgen\u201c geh\u00f6rte wohl nicht dazu. Na super. Immerhin hatte ich ein Buch dabei, mit dem ich mich dann in den Umkleideraum setzte, ans Fenster mit Blick auf den Dom. Wasser gab\u2019s am Wasserhahn reichlich, immerhin, und niemand st\u00f6rte mich, mit Ausnahme von einem jungen Kellner, dessen Schicht um 1300 begann.<\/p>\n<p>In der Woche darauf sollte ich mit David die K\u00fcche putzen und machte mich selbst\u00e4ndig daran, Lift und Schr\u00e4nke mit Viss zu bearbeiten, bis er mich nach nicht mal zwei Minuten verwundert fragte, was ich da mache. Das gleiche, wie letzte Woche, gab ich an, worauf er sagte, ich solle die Schr\u00e4nke vergessen, mich auf den Aufzug beschr\u00e4nken, den Boden schrubben, und im Anschluss die Siebe der Abfl\u00fcsse sauber machen. Hm, lecker. Dann wurde das verbliebene Wasser mit einem Abzieher beseitigt, denn schlie\u00dflich sollte vermieden werden, dass sich jemand die Gr\u00e4ten brach. Mit nur wenig Anlauf h\u00e4tte ich auf meinen Schuhen durch die gesamte K\u00fcche rutschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Andere Reinigungsaufgaben fielen ebenfalls an, wie zum Beispiel die Feuchtreinigung des Magazins, der Umkleider\u00e4ume, und des Aufenthaltsraums. Das Magazin, also das Lager f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse des Kochbetriebs, wurde w\u00e4hrend der Pause der K\u00f6che gereinigt, und zwar flott, damit der Boden trocken sein konnte, bevor die aus der Pause zur\u00fcckkamen. Auch bei den Umkleider\u00e4umen wurde kein Unterschied gemacht, der Damenumkleideraum wurde mir ebenfalls \u00fcberlassen, inklusive der Toiletten f\u00fcr Mitarbeiter. Der Pausenraum war wegen der angeh\u00e4uften \u00dcberreste der Raucherexzesse ganz besonders widerlich. Toiletten schrubben \u2013 in Ordnung. Entsorgen der Bioabf\u00e4lle, die wir bei der Vorreinigung von Tellern und Sch\u00fcsseln kratzen \u2013 auch in Ordnung. Aber beim Reinigen von Aschenbechern k\u00f6nnte ich kotzen.<\/p>\n<p>Zum vierten Arbeitstermin hatte die Frau Bohlen es bereits geschafft, meine Arbeitsmotivation in den tiefsten Keller zu treten. Ich dachte mir an dieser Stelle, dass es sich vielleicht nur um eine vor\u00fcbergehende Phase handeln k\u00f6nnte, vielleicht hatte die Frau Bohlen gerade irgendwelche vor\u00fcbergehenden Probleme, die sich auf ihre Laune auswirkten? Ich beschloss, mich noch zwei Wochen lang zusammenzurei\u00dfen und zu sehen, wie sich die Sache entwickeln w\u00fcrde.<br \/>\nNa klar, ich machte Fehler. Zum Beispiel wurde mir einmal gesagt, ich solle bei der K\u00fchlkammer aufwischen. Damit war der Bereich VOR der K\u00fchlkammer gemeint, wo auch der Lastenaufzug war. Ich hatte aber etwas missverstanden und war der Meinung, dass die K\u00fchlkammer selbst gereinigt werden m\u00fcsse, also schwang ich dort den Mob. Ich wischte einen 50 cm langen Streifen zwischen zwei Regalen und mir fiel sofort ein matt gl\u00e4nzender Grauschleier am Boden auf. Ich dachte noch, dass hier irgendein fettiges Zeug rumliege (vielleicht Bratfett?) und pr\u00fcfte mit dem Finger \u2013 verdammt, das war Eis! Die Hand traf die Stirn und mir entfleuchte ein b\u00f6ses Wort. In der Mittagspause danach stahl ich mich heimlich mit der Spachtel zur\u00fcck in den K\u00fchlraum\u2026<br \/>\nAndere Fehler implizierten zum Beispiel, dass ich einen Topf mit angebranntem Bodensatz vorzeitig ins Sp\u00fclwasser stellte, und dieses somit verschmutzte, anstatt eine kleinere Menge Sp\u00fclwasser in den Topf zu f\u00fcllen und ihn damit zu schrubben. \u201eMutti\u201c machte dar\u00fcber kein gro\u00dfes Aufsehen, erkl\u00e4rte mir ruhig, warum das keine gute Idee gewesen war, ich verstand es und damit hatte es sich.<\/p>\n<p>Auf Grund der Tatsache, dass ich die wenigste Erfahrung mit den Handlungsabl\u00e4ufen hatte, brauchte ich l\u00e4nger als die anderen, um die mir zugewiesenen Aufgaben zu erledigen. Und unter anderem da machte sich bemerkbar, dass die Frau Bohlen extrem schnell genervt und frustriert war und mit Stress nicht gut zurecht kam. Wann immer sich der Feierabend \u00fcber die Marke halb Vier hinauszuschieben drohte (\u201eIm K\u00fcfer sitzen noch mindestens 30 Leute\u201c), begann sie zu fluchen und verzweifelt zu klagen (\u201eAwei hab isch keen Bock mehr, awei hab isch keen Bock mehr\u2026\u201c), als habe man ihre vorzeitige Entlassung aus einem Arbeitslager abgelehnt und sie wegen des Antrags zu 100 Stockhieben verurteilt. Ich wurde von ihr allein &#8211; und von niemand anderem &#8211; f\u00fcr kleinste Fehler aufs heftigste angefahren. Nicht grob beleidigt, aber sie sprach mit mir in einem sehr ungehaltenen Ton wie mit einem unm\u00fcndigen Idioten, oder wie mit einem, der durch geplante Sabotageakte den heiligen, zeitigen Feierabend hinausz\u00f6gerte.<\/p>\n<p>An einem Morgen, als die Frau Bohlen gerade woanders besch\u00e4ftigt war, war mir der Unterteller einer Capuccinotasse heruntergefallen und in zwei Teile zersprungen. Ich fragte \u201eMutti\u201c, was in einem solchen Fall zu tun sei, und sie sagte, ich solle den Verlust in eine ausliegende Liste eintragen (Tag, Uhrzeit, Grund, Unterschrift) und die Reste einfach wegwerfen. In Abwesenheit eines anderen M\u00fclleimers warf ich die beiden H\u00e4lften in den Sack, in den wir das Zeug warfen, das nicht als \u201eSpeisereste\u201c (f\u00fcr die Schweinezucht) galt, also Servietten, Bierdeckel, und all das, was G\u00e4ste auf dem Teller zur\u00fccklie\u00dfen und in den Restm\u00fcll kam. Damit, dachte ich, sei die Angelegenheit erledigt. Falsch gedacht: Irgendwann w\u00e4hrend der Vorbereitung des Nachmittagsdurchgangs fiel der Frau Bohlen auf, dass Keramikteile in dem Sack lagen.<br \/>\nWie bereits erw\u00e4hnt, in einem sehr ungehaltenen, scharfen Ton:<br \/>\n<em>\u201eWer hat denn den kaputten Unterteller da rein geworfen?\u201c<\/em><br \/>\nIch sagte, dass ich das gewesen sei.<br \/>\n<em>\u201eDas geh\u00f6rt da nicht rein!\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eDas wusste ich nicht, niemand hat mir das gesagt.\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eDer Hausmeister tritt die S\u00e4cke noch zusammen! Der k\u00f6nnte sich doch in den Fu\u00df schneiden! Willst Du das!?\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eNat\u00fcrlich nicht, aber hier ist ja kein anderer M\u00fcllsack\u2026\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eDann nimmst Du Dir jetzt gef\u00e4lligst Handschuhe und fischst das Zeug aus dem Sack raus!\u201c<\/em><br \/>\nKnapp vor 180 stakste ich also zum Regal r\u00fcber, wo meine Gummihandschuhe liegen sollten. Da lagen sie aber nicht. Ich hatte sie nach der letzten Verwendung vor einer Woche (den Termin dazwischen brauchte ich sie nicht) zu den anderen gepackt, aber die Handschuhe mit meinen Initialen waren nicht mehr da. Und auch keine neuen. Also nahm ich mir das erste paar Gummihandschuhe, die ich in die Finger bekam und wollte sie \u00fcberstreifen.<br \/>\n<em>\u201eDas sind meine!\u201c<\/em> protestierte Frau Bohlen.<br \/>\n\u201eIst das so wichtig?\u201c gab ich zur\u00fcck und m\u00fchte mich weiter mit den Handschuhen ab.<br \/>\n\u201eDas sind MEINE HANDSCHUHE!\u201c sagte sie noch einmal mit mehr Nachdruck und sah mich aggressiv an, als habe sie mich bei dem Versuch erwischt, in die Putzhandschuhe zu pinkeln.<br \/>\n<em>\u201eIch habe keine ansteckenden Hautkrankheiten!\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eBenutz gef\u00e4lligst Deine eigenen!\u201c<\/em><br \/>\nIch stand kurz davor, sie niederzuschlagen und langsam zu erw\u00fcrgen. Ich rupfte die halb angezogenen Handschuhe wieder von den Fingern, stopfte sie in den verdammten Karton zur\u00fcck, nahm den blauen Sack aus dem St\u00e4nder und w\u00fchlte mit blo\u00dfen H\u00e4nden in der warmen und feucht-glitschigen Masse herum, bis ich die Tellerh\u00e4lften gefunden hatte. Ich legte sie beiseite und brachte sie zu einer M\u00fclltonne, als ich die Zeit dazu fand.<\/p>\n<p>Ich bin ein viel zu defensiver Mensch, glaube ich. Ich war drauf und dran, der Frau Bohlen gegen\u00fcber mein Bedauern daf\u00fcr auszudr\u00fccken, dass sie es in ihrem beschissenen, unbedeutenden Leben nur bis zur Geschirrsp\u00fclerin gebracht hatte, und dass sie den Frust dar\u00fcber bitte nicht an mir auslassen solle. Aber ich lie\u00df es bleiben, was ich im Nachhinein doch irgendwie bedauere&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gute Gef\u00fchl hielt sich, in Arbeitszeit ausgedr\u00fcckt, gerade mal einige Stunden, und der Bus, der auch beim darauf folgenden und jedem sp\u00e4teren Termin eiskalt war und dessen Heizung sich erst etwa am Bahnhof bemerkbar machte, hatte das wenigste damit zu tun. 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